zur Navigation springen

Drogen : Experten warnen vor Cannabis-Freigabe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Konsum von Suchtmitteln hat vor allem für Jugendliche fatale Auswirkungen. Drogenberater und -ermittler raten von einer generellen Legalisierung ab.

Eckernförde | Cannabis legalisieren oder nicht – das ist hier die Frage. Im US-Bundesstaat Colorado kann seit dem 1. Januar 2014 jeder Erwachsene ab 21 Jahren Cannabis-Produkte als Genussmittel konsumieren. Auch in den Niederlanden gab es mit den sogenannten Coffeeshops ein ähnliches Projekt. Dabei stellt sich schnell die Frage, ob eine Legalisierung der Droge auch in Deutschland denkbar wäre, etwa um die Kriminalitätsrate zu senken.

Alexander Beckmann, Drogenermittler der Polizei Eckernförde, könnte sich eine Legalisierung für Erwachsene vorstellen, nicht jedoch für Jugendliche. „Eine Droge im Jugendbereich ist fatal, denn sie richtet gravierende Schäden an“, sagt er. Nicht selten habe er Fälle von jungen Leuten gesehen, die gute Schüler waren und deren Leistungen durch den Drogenkonsum schlechter geworden sind. Auch Erwachsene würden vom Konsum der Genussmittel beeinträchtigt, aber in anderen Dimensionen. Sind sie abhängig, haben sie Schwierigkeiten beim Berufseinstieg oder im Berufsleben selbst, sagt Beckmann.

Eine allgemeine Einstiegsdroge in die Abhängigkeit gibt es laut Suchtberaterin Rositta Teufel aber nicht, denn jeder würde für sich etwas ausprobieren. „Der eine versucht es mit Alkohol, der andere raucht Cannabis“, erklärt sie. Die Wirkung der Suchtmittel sei dabei sehr unterschiedlich. Alkohol würde zum Beispiel enthemmen, Cannabis den Abhängigen aus der Realität entführen. Zur Behandlung kämen die Betroffenen erst, wenn sie einen Leidensdruck erfahren. Dies kann ein Arbeitsplatzverlust sein oder eine Strafe für den Verkauf von Drogen. In ihrer täglichen Arbeit hat Rositta Teufel mit abhängigen Erwachsenen und Jugendlichen zu tun – die jüngste Person, um die sie sich kümmert, ist gerade mal elf Jahre alt. Die Gründe für den Drogeneinstieg kennt sie genau. In einigen Fällen stünden die Betroffenen unter Druck, weil sie bestimmte Leistungen nicht erbracht haben, in anderen Fällen sei es so, dass die Eltern zu Hause nicht auf Regeln achten.

Auch wenn die Suchtberaterin stets von Betroffenen aufgesucht wird, so ist in Eckernförde die Abhängigkeitsrate laut Alexander Beckmann nicht höher als in größeren Städten wie zum Beispiel in Kiel. Heroin, Kokain, Cannabis und Amphetamine würden oft bei den Betroffenen gefunden. Beckmann fügt hinzu, dass Cannabis vor allem bei Jugendlichen beliebt ist. Mit dem Konsum gehe auch die Kriminalität einher. Sie fängt bei jungen Leuten an: „Das Taschengeld reicht nicht aus, um die Drogen zu finanzieren, und dann müssen andere Maßnahmen ergriffen werden.“ Zum Beispiel die Eltern bestehlen. Bei den Erwachsenen stünden Einbrüche oben auf der Liste.

Rositta Teufel weiß um die gefährlichen Auswirkungen von Drogen und lehnt eine Legalisierung von Cannabis ab: „Viele junge Menschen erleiden Psychosen, haben Angstzustände und Verfolgungswahn, wenn sie Drogen konsumieren. Außerdem gibt es schon viele Probleme mit Alkohol, da muss nicht noch Cannabis hinzukommen.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 22.Jan.2014 | 06:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert