Überflieger : Europas Zukunft aus Eckernförde

Fliegen nach Armenien (v.l.): Leah Krass, Victoria Rackwitz, Emely Bleibohm-Neubert, Peter Franke, Lotta Jäkel und Gunnar Schmidt
Fliegen nach Armenien (v.l.): Leah Krass, Victoria Rackwitz, Emely Bleibohm-Neubert, Peter Franke, Lotta Jäkel und Gunnar Schmidt

Eine Gruppe Jungmannschüler setzt sich beim Wettbewerb „Europäisches Jugendparlament“ durch und fliegt 2019 zur Vollversammlung nach Armenien.

shz.de von
06. Juni 2018, 05:36 Uhr

Eckernförde | Die einen schneiden mit ihren Schülerfirmen gut ab, die anderen sind erfolgreich beim Europäischen Jugendparlament: Die Jungmannschule hat quasi schon ein Abo auf die Teilnahme auf Länder- oder gar Bundesebene verschiedener Wettbewerbe. Jetzt hat es innerhalb von elf Jahren die dritte Schülergruppe geschafft, den Bundesentscheid des Wettbewerbs „Europäisches Jugendparlament“ zu gewinnen. Sie wird Deutschland im März 2019 auf europäischer Ebene im armenischen Jerewan vertreten.

Beim Europäischen Jugendparlament beschäftigen sich Schüler mit aktuellen Themen der Europapolitik. An der Jungmannschule ist das ein Selbstläufer: „Jedes Jahr stellen die Teilnehmer des vergangenen Wettbewerbs in der Aula den Wettbewerb vor den Schülern des 11. Jahrgangs vor“, erklärt Lehrer Gunnar Schmidt, der seit 2006 die Schüler in seiner Freizeit bei dem Wettbewerb betreut.

So war es auch diesmal. Knapp 30 Schüler hatten Interesse, bis sie das Thema hörten, zu dem sie als Bewerbung eine Resolution verfassen sollten: „Auf welche Weise kann die Europäische Union mit Ländern wie Georgien oder Armenien besser zusammenarbeiten?“ Das alles auf Englisch. „Ein Thema, über das man noch nie etwas gehört hat und über das man auch nur wenig Material findet“, sagt Schüler Peter Franke. Schließlich blieben nur fünf Schüler übrig, die sich davon nicht abschrecken ließen. Mit ihrer Resolution wurden die 16- bis 18-Jährigen zum viertägigen Regionalentscheid in Flensburg zugelassen und kamen weiter zum sechstägigen Bundesentscheid in Hannover. Auf jeder Ebene geht es darum, Resolutionen zu erstellen und sie in einer Vollversammlung gegen die Angriffe der anderen zu verteidigen – wie gesagt, auf Englisch. „Die meisten Menschen hätten schon Probleme, die Themen auf Deutsch zu diskutieren“, sagt Gunnar Schmidt. Ganz zu schweigen von der Konkurrenz: Eliteschulen und bilinguale Schulen schicken ihre Teams. „Wir sind nur ein ganz normales Gymnasium.“

Die Delegationen treten nicht als eine Gruppe auf, sondern die Mitglieder werden durcheinander gemischt. In jedem Komitee, das eine Resolution zu einem Thema erarbeitet, sitzen also bunt zusammengewürfelte Schüler. „Man wächst zusammen. Am Ende ist man eine große Familie“, beschreibt es Emely Bleibohm-Neubert. Während der Vollversammlung beobachtet eine Jury jeden einzelnen und vergibt Punkte. Am Ende zählt die Summe aller Punkte einer Delegation.

Und da schnitten die Jungmannschüler zusammen mit einer Delegation aus Leipzig am besten ab. Während die Leipziger nach Rotterdam fahren, verschlägt es die Eckernförder im März 2019 zur Vollversammlung des Jugendparlaments nach Armenien. Etwa 350 Schüler aus 40 Ländern werden hier eine Woche lang über Europa-Themen diskutieren. Den Flug müssen die Schüler selbst bezahlen. Deshalb suchen sie nach Sponsoren, die ihnen finanziell unter die Arme greifen. Wer die Eckernförder als Repräsentanten Deutschlands unterstützen möchte, kann sich im Sekretariat unter Tel. 04351/7326-0 melden.

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