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Reaktionen zu den Wahlen : EU-Wahl: CDU moniert Verluste, SPD im Aufwind

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abstecher zu den Wahlpartys der größten Fraktionen: CDU und SPD freuten sich über die hohe Zustimmung für Bürgermeister Jörg Sibbel. Bei der Europawahl beklagte die CDU Verluste, die SPD hingegen sieht sich im Aufwind und gut gerüstet für die Zukunft.

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erstellt am 27.Mai.2014 | 06:07 Uhr

Wenn kein Ruf aus Kiel dazwischenkommt, wird Jörg Sibbel (parteilos, 49) bis 2022 Eckernförder Bürgermeister bleiben. Eine lange Zeitspanne, in der weitere Weichen für die Stadt gestellt werden und in der weitere Herausforderungen anstehen. Der alte und neue Bürgermeister wird mit dem Rückenwind einer überzeugenden Wiederwahl diese Prozesse, wie es seine Art ist, häufig von der Spitze weg im Einklang mit der Kommunalpolitik befördern und Eckernförde vor allem in wirtschaftlicher und touristischer Sicht weiter ausbauen und festigen. Die Themen Wirtschaftsförderung mit der Ansiedlung von Betrieben, die Arbeitsplätze schaffen, die wiederum junge Familien nach Eckernförde ziehen, steht ganz oben auf seiner Agenda. Das setzt wiederum genügend bezahlbaren Wohnraum voraus, den die Stadt neben eigenen Anstrengungen nur im Verbund mit Investoren und Bauträgern schaffen kann. Eng verzahnt damit ist auch das Thema Kinderbetreuung und Bildung – Themen, auf die man in Eckernförde stets ein besonderes Augenmerk gelegt hat. Auch da warten Herausforderungen auf den Bürgermeister, der zusammen mit den Ratsparteien den Schulentwicklungsplan im Blick haben und unter Umständen schnell reagieren muss, wenn sich irgendwo eine strukturelle demografische Delle zeigt.

Diese Themen sind nach Überzeugung von Daniel Günther und Katharina Heldt (CDU) bei Jörg Sibbel in den besten Händen. „Das ist ein richtig gutes Ergebnis“, sagte der CDU-Ortsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Günther am Sonntagabend bei der Wahlparty im Café Heldt zu den von Sibbel eingefahrenen 85,7 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 46,2 Prozent. „Ich kann mich kaum an ein so fulminantes Ergebnis erinnern.“ Sibbel werde von der ganzen Bürgerschaft getragen, „ein toller persönlicher Erfolg“. Auch Katharina Heldt ist froh, weitere acht Jahre mit Sibbel als Bürgermeister zusammenarbeiten zu können.

Die Europawahl kommentierte Günther indes etwas zurückhaltender. Mit leichten Abstrichen hätte man rechnen können, die Verluste seien aber zu üppig ausgefallen. „Das war keine schöne Überraschung“, so Günther. Er setzt darauf, diese Scharte bei den nächsten Wahlen im Mai und September 2017 (Land- und Bundestag) und 2018 bei der Kommunalwahl wieder korrigieren zu können.

„Strahlend“ – so beschrieb die in Holzdorf lebende SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust am Sonntagabend die Stimmung bei den Sozialdemokraten, die sich im und vor dem Bürgerbüro an der Schiffbrücke versammelt hatten. Und sie lobte die große Unterstützung: „Die Gesamtpartei hat richtig geackert“. Rodust selbst stand dabei an vorderster Front: 110 Veranstaltungen hat sie in den vergangenen Wochen im Norden absolviert und die Menschen immer wieder mit den drei Hauptthemen Frieden, Flüchtlingspolitik und Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert und dabei offenbar offene Türen eingelaufen. Die „Willkommenskultur“ in Europa sei ausbaufähig, sagte die erfahrene EU-Politikerin, die ihre Schwerpunkte im Bereich Fischerei, Landwirtschaft und ländliche Räume hat. Die Veranstaltungen seien gut besucht gewesen, Sachthemen hätten im Mittelpunkt gestanden und auch die Medien hätten diesmal intensiver über Europa und die EU-Wahl berichtet. Möglich auch, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine den Menschen vor Augen geführt habe, wie brüchig der Frieden sein kann und sie deshalb bewusst zur Wahl gegangen sind, um ein Zeichen zu setzen. Gar nicht einverstanden ist Rodust mit den Stimmengewinnen der AfD und anderer europakritischer und rechtspopulistischer Parteien. Sie bezweifelt, dass es den rechten Parteien gelingen werde, Bündnisse untereinander zu schmieden und Einfluss zu nehmen. Ihrer Einschätzung nach werde die AfD schon bei der nächsten Europawahl in fünf Jahren „weg vom Fenster“ sein. Auch der Eckernförder SPD-Bundestagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Sönke Rix freute sich über das „sehr gute Ergebnis“ bei der EU-Wahl. Die SPD habe in Schleswig-Holstein besser abgeschnitten als im Bundestrend, auch die kreisweiten Ergebnisse seien für die Sozialdemokraten ermutigend.

Gegen 22 Uhr verabschiedete sich eine erschöpfte, aber glückliche Ulrike Rodust mit ihrem Mann Uwe: „Ich muss jetzt nach Hause.“

 

 

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