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Erster Treffen : Etwas holpriger Start der Ideenwerkstatt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Namensgebung für Eckernförder Straßen und Plätze soll präzisiert und geeignete Eckernförder Bürger als Namensgeber gefunden werden. Bei der ersten Sitzung der Ideenwerkstatt wurde vereinbart, das Stadtarchiv und die Bürger zu beteiligen.

Wer kann Eckernförde besser repräsentieren – der berühmte Abenteurer, Geheimagent, Alchemist, Okkultist und Komponist Graf St. Germain, der 1784 in dem Ostseebad starb und hier auch begraben wurde? Oder die weitaus unbekanntere Fischersfrau Beeke Sellmer, die im Jahre 1857 mit einem Wadenboot die erste Förde-Schifffahrtslinie geschaffen hat? Die auf Antrag des Bürger-Forums verabredete öffentlichen Ideenwerkstatt kam jetzt zu ihrer ersten Sitzung im „Utgard“ zusammen. Neben Vertretern der Parteien saßen auch die Eckernförder Gleichstellungsbeauftragte Johanna Elteste sowie Vertreter von Vereinen mit am Tisch. Sie alle vereint ein gemeinsames Ziel: Eckernförde stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Die Frage dabei: Welche Persönlichkeiten sollen auf welche Art und Weise geehrt werden.

Dr. Heinrich Mehl stellte die aus seiner Sicht geeigneten Kandidaten in den Raum, deren Leben und Wirken geeignet für eine Straßennamensgebung seien. Neben Graf St. Germain nannte er den Eckernförder Maler Max Streckenbach, den Lyriker, Dichter und Bühnenautor Detlev von Liliencron und Gerhard Stoltenberg, ehemaliger Bundesminister der Verteidigung und Landesvorsitzender der CDU, der 2001 starb.

Namen, deren Nennung zu einer sehr angeregten Diskussion in der Runde führte. Schnell wurde deutlich, dass den Teilnehmerinnen die Berücksichtigung von Frauenpersönlichkeiten fehlte. So schlug die Stadtführerin Chistel Fries die Fischersfrau Beeke Sellmer als Namensgeberin für eine Straße vor. Außerdem fehle ihr die Einbindung der plattdeutschen Sprache in den Denkprozess völlig, so Fries. Katharina Mahrt, Vorsitzende des Vereins Alte Fischräucherei, betonte, dass die gesuchte Person „typisch für Eckernförde“ sein müsse. Sie solle „die Eigenart dieser Stadt“ repräsentieren. Graf St. Germain beispielsweise sei sehr vielen überhaupt nicht im Bewusstsein, da er nur wenige Jahre in Eckernförde gelebt habe.

Jenny Kannengießer (Bündnis 90/Die Grünen) bezweifelte, ob das Gremium überhaupt befugt sei, Entscheidungen zu treffen. Sie schlug vor, unter Hinzuziehung des Stadtarchivs zu erforschen, wer in welchen Häusern gelebt hat, um dann relevante Namen nennen zu können. Dass nicht nur eine Straßennamensgebung, sondern auch weitere Möglichkeiten der Ehrung in Betracht kamen, wurde im Laufe der Diskussion deutlich. So nannte Joschka Knuth (Bündnis 90/Grüne) die eventuelle Aufstellung einer Skulptur. Jörg Meyer (SPD) brachte die Anbringung von Plaketten an Häusern oder unter den Straßennamen ins Spiel. Es wurde deutlich, dass sich die Runde in die Befürworter zweier unterschiedlicher Positionen aufspaltete, die Micha Bund (Bürger-Forum) so formulierte: „Wollen wir auf Krampf jemanden Unbekannten bekannt machen? Warum nutzen wir nicht den Bekanntheitsgrad berühmter Persönlichkeiten?“

Dr. Peter Schraud und Christiane Feuerstaack hielten noch einmal ein Plädoyer für Graf St. Germain, bevor der Fraktionsvorsitzende des Bürger-Foums, Matthias Huber, als Gastgeber das Wort ergriff. Er verbat sich aufkeimende Parteipolitik in der Diskussion und machte einen Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise: „Heute geht es nicht darum, dass wir eine Entscheidung treffen, sondern um Vorschläge zu machen.“ Da dies an diesem Abend nicht ohne weiteres möglich war, einigte sich die Runde darauf, innerhalb einer Woche Namens-Vorschläge mit Begründung und Ideen zur Umsetzung des Projekts an Huber zu schicken. Die Bürger sollen dann über die Zeitung über diese Liste informiert werden und auch die Gelegenheit haben, eigene Vorschläge zu unterbreiten.

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erstellt am 28.Okt.2013 | 06:52 Uhr

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