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Fussball-Verbandsliga : ESV nur eine Halbzeit gleichwertig

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder müssen sich im Topspiel beim FC Kilia Kiel mit 0:4 geschlagen geben. Überragender Akteur bei den Hausherren ist Yannik Jakubowski, der alle vier Tore erzielt.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Kiel | Der Eckernförder SV ist seine Tabellenführung in der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost los. Im Spitzenspiel musste die Mannschaft von Trainer Stefan Mackeprang eine überraschend deutliche 0:4 (0:2)-Packung hinnehmen. Überragender Spieler war Yannik Jakubowski, dem alle vier Tore für die Gastgeber gelangen – und der noch weitere gute Chancen „auf dem Schlappen“ hatte. Der 23-Jährige, der für Holstein Kiel und den VfR Neumünster insgesamt bereits 75 Mal in der Regionalliga auflief, war bisher eher im defensiven Mittelfeld zum Einsatz gekommen. Seit dem vergangenen Wochenende wurde er von Kilia-Coach Stefan Köpke aber im Angriff eingesetzt – mit durchschlagendem Erfolg.

Die lediglich 150 Zuschauer sahen vor der Pause eine ausgeglichene Partie, in der der Eckernförder SV sogar mehr Spielanteile hatte, ohne sich dabei aber viele Torchancen herausspielen zu können. Wesentlich effektiver waren hierbei, die Kieler, die bereits nach elf Minuten in Führung gingen. Im direkten Gegenzug hatte Jaron Ewert den Ausgleich auf dem Fuß, vergab allerdings aus kurzer Distanz. Nachdem Kilias Florian Tinnemann noch zwei, drei Kopfballmöglichkeiten hatte, und einmal dabei das Aluminium traf, war kurz vor dem Seitenwechsel erneut Jakubowski zur Stelle, der nach einem Standard am langen Pfosten stehend den Ball zum 2:0 über die Linie bugsierte. Danach pfiff der Unparteiische Max Rosenthal (Lübeck) den ersten Durchgang ab.

„Natürlich ist das 2:0 zu einem blöden Zeitpunkt gefallen“, sagt ESV-Coach Stefan Mackeprang. „Dennoch hatten wir in der Pause noch die Hoffnung das Spiel drehen zu können.“ Die Eckernförder kamen auch schwungvoll aus der Kabine. Nach einer Flanke von Ken-Marvin Smit stieg am Elfmeterpunkt Tim Schikorr hoch, doch er setzte bei seinem Kopfball zu sehr die Arme ein, so dass die Aktion abgepfiffen wurde. Als daraufhin, na klar, Jakubowski innerhalb von nur fünf Minuten auf 4:0 erhöhte (55., 60.), war das Spiel dann vorzeitig entschieden, da einige Eckernförder auch nun die Köpfe hängen ließen und nicht mehr an sich glaubten. Mackeprang versuchte daraufhin, mit einem Dreifachwechsel noch einmal, neuen Schwung in seine Reihen zu bringen – doch vergebens. Letztendlich hätte Kilia das Spiel sogar noch höher für sich entscheiden können. Kurios eine Szene aus der 69. Spielminute: ESV-Torhüter Sven Steingräber war bei einem einem Laufduell mit – richtig! – Jakubowski eher am Ball, wollte diesen dann aus der Gefahrenzone dreschen, traf dabei aber den Rücken des Kielers, von wo der Ball dann fast noch ins Tor geflogen wäre.

Einziger Lichtblick beim ESV war der eingewechselte Sönke Matthiesen (Mackeprang: „Im Endeffekt wäre es besser gewesen, wenn ich Sönke schon vorher eingewechselt hätte.“), der mit einigen Distanzschüssen in der Schlussphase Kilia-Keeper Axel Schurbohm noch einmal zu Glanzparaden zwang. „Da bekomm ich ja doch noch was zu tun“, spottete dieser, nachdem er einen dieser Schüsse aus dem unteren Toreck fischen konnte.

„Wir hatten uns den ESV genau angeguckt und wussten deshalb, dass sie hinten gut stehen, aber vom Tempo her waren wir wesentlich schneller“, sagt Kilia-Coach Stefan Köpke. „Der ESV hatte diesmal aber wohl auch richtig ins Klo gegriffen. Ich fand, dass wir ein richtig reifes Spiel gezeigt haben. Selbst nach dem 4:0 haben wir nie aufgehört weiter nach vorne zu spielen. Uns kommt entgegen, dass wir unser System von 3-2-3-1- auf 4-4-2 umgestellt haben. Als größten Konkurrenten im Titelkampf sehe ich nun Inter Türkspor an.“ Mackeprang bilanziert: „Meiner Meinung nach sind wir hier deutlich unter Wert geschlagen worden, denn über weite Strecken war es ein ausgeglichenes Spiel. Mit dem 2:0 im Rücken hat Kilia dann aber natürlich sicherer gespielt. So ein Spiel kann man mal verlieren. Wichtig ist es aber dann, eine entsprechende Reaktion zu zeigen – und die fordere ich nun auch von meiner Mannschaft.“

Am kommenden Sonntag ist der Tabellen-14. VfR Laboe zu Gast. Neuer Spitzenreiter ist Inter Türkspor Kiel, das sich mit 1:0 beim Rendsburger TSV durchsetzen konnte.


Kilia Kiel: Schurbohm – Lott, Stols, Ruhberg, Pauls – Michaelis (46. Erol), Gutzeit, Frisch, Hübsch (62. Richter) – Tinnemann (55. Kreis), Jakubowski.
Eckernförder SV: S. Steingräber – Ajdarpasic, Ströh (67. Zimmer), Tuchen, Smit – Medler, Kranz (67. Christensen), Ewert, Lietz (67. Matthiesen) Schikorr – Garling.
SR: Rosenthal (Lübeck).

Zuschauer: 150.
Tore: 1:0, 2:0, 3:0, 4:0 Jakubowski (11., 45., 55., 60.).

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