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Eckernförder Zeitung

16. August 2017 | 23:59 Uhr

ESV II oben dabei – Sorgenkind VfR

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hinrundenbilanz der Fußball-Kreisliga Rendsburg-Eckernförde: Meisterschaftsfavorit Schinkel wird eigenen Ansprüchen (noch) nicht gerecht

Die Hinrunde der 1. Fußball-Kreisliga wurde von Überraschungen geprägt. Während der TSV Waabs und der VfR Eckernförde weit unter ihren Möglichkeiten blieben, trumpfte der Eckernförder SV II als Aufsteiger mit guten Ergebnissen auf.

 

1. FC Schinkel

Als wohl größter Aufstiegsfavorit ist die Mannschaft von Lars Dubau in die Saison gegangen und konnte die Erwartungen nur bedingt erfüllen. Zwar steht Schinkel auf Platz drei, hat aber schon einen Rückstand von vier Punkten auf den Tabellenführer aus Rotenhof. Vor allem die zahlreichen Unentschieden gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel warfen den FC immer wieder zurück. Dubau war mit dem Auftreten seiner Mannschaft oft unzufrieden und forderte klare Siege, doch den Wunsch erfüllten ihm seine Schützlinge nur selten und man musste trotz klarer Dominanz meist bis zum Ende zittern. „Viele Spieler sind mit den Köpfen schon in der Verbandsliga“, kritisierte Dubau nach der Hälfte der Hinrunde. „Die meisten haben einfach zu selten ihr ganzes Potenzial gezeigt.“ Aussagen, die nach Konsequenzen schreien, und die hat es bereits gegeben: Einige Spieler werden den Verein verlassen. Die nötigen Neuzugänge stehen auch schon bereit: Martin Iglivski (RS Kiel), Fidan Imeri (Suchsdorfer SV), Umut Aktan, Enis Hodaj (beide Comet Kiel), Enea Dauti (Kilia Kiel) und der SH-Ligaerfahrene Michael Kaiser (Heikendorfer SV) sind allesamt Spieler, die für große Ambitionen stehen. „Wir haben darauf geachtet, dass die Neuzugänge keine Selbstdarsteller sind und sich alle ins Kollektiv einfügen werden“, so Dubau. Gerade darin sieht der Coach auch eine Schwäche: „Wir müssen mehr als Team auftreten und lernen die eigenen Interessen in den Hintergrund zu stellen. Aber daran werden wir arbeiten.“

 

Osterbyer SV

Eine durchaus positive Bilanz hat der Osterbyer SV vorzuweisen. Das Team von Trainer Nico Stocks spielte immer oben mit und genießt den Respekt anderer Kreisligisten. „Die können bis zum Ende oben mitspielen“, war sich Schinkels Coach Lars Dubau früh sicher. Gerade zu Hause sind die Osterbyer eine Macht und gewannen sechs der neun Heimspiele, was Platz drei der Heimtabelle bedeutet. „Der Erfolg ist so nicht zu erwarten gewesen. Viele vergessen immer, dass wir letzte Saison mit dieser Mannschaft bis zur letzten Minute um den Nicht-Abstieg gekämpft haben“, weiß Stocks den Erfolg seiner Mannschaft hoch einzuschätzen. „Bei den Siegen gegen den ESV II und Schinkel konnte man sogar sehen, dass wir auch gegen solche starken Gegner mithalten können.“ Allerdings weiß der OSV-Coach auch um die Schwäche gegen kampfstarke Gegner, wie bei der 3:8-Heimniederlage gegen Bargstedt. „Die jungen Spieler müssen einfach noch lernen auch mal gegen an zu gehen“, so Stocks. Trotzdem haben die Nachwuchsspieler, wie Lennart Hamann, Lennard Plaga, Ole Wessels und Lukas Firley mit guten Leistungen überzeugt und spiegeln die Entwicklung des Teams wider. „Aufgrund der langzeitverletzten hatten sie keine Anlaufzeit und mussten sofort einspringen“, weiß Stocks. „Sie haben uns nicht nur in der Breite verstärkt.“

 

Eckernförder SV II

Schon vor der Saison hatte so manch einer die ESV-Reserve als Geheimfavoriten gehandelt. Doch diese Hinrunde hätte wohl kaum einer von der jungen Mannschaft erwartet. Als bestes Team des Eckernförder Altkreises schloss die Elf von Trainer Töns Dohrn die Hinrunde auf Platz zwei ab. Durch eine Umwertung des Spiels gegen Borussia 93 (6:2) in eine Niederlage, ist der ESV aber doch noch auf Platz sieben abgerutscht. Trotz der vielen Höhepunkte blieb vor allem eine Niederlage in Erinnerung: Nach einer 2:0-Führung mussten sie sich noch 2:3 gegen Karby geschlagen geben. Doch auch daraus zieht Dohrn durchaus positive Folgen: „Wir sind dadurch gewachsen und noch stärker zurückgekommen. Das kam eindeutig zum richtigen Zeitpunkt.“ Als Höhepunkt ist der 5:0-Derbysieg gegen den VfR zu nennen. Gerade Jenrik Christensen, der führende der Torjägerliste, spielte eine herausragende Hinrunde und hatte einen großen Anteil an dem Erfolg. Allerdings will Dohrn seinen Stürmer nicht all zu sehr herausheben: „Er hat bisher eine super Saison gespielt, lebt aber auch von der starken Leistung der restlichen Mannschaft. Viel erstaunlicher fand ich die gute Abwehrleistung.“ Nur 21 Gegentore kassierte der Aufsteiger – das ist der Ligabestwert. Die Lücke, die Eduard Moor hinterlässt, er wird in Zukunft in der Ligamannschaft spielen, soll Dimitri Milov schließen. Milov kommt vom FC Angeln. „Ich bin hier aufgewachsen und habe meine komplette Jugend beim ESV verbracht. Viele meiner alten Mitspieler sind hier geblieben. Es ist für mich was ganz besonderes wieder hier spielen zu dürfen“, freut sich Milov auf die Rückrunde in seinem Heimatverein.


Osdorfer SV

Guter Einstieg, dürftiger Mittelteil und ein versöhnliches Ende. Die Hinrunde des Osdorfer SV hatte einiges zu bieten. Auch die Gefühlslage von Trainer Jens-Uwe Lorenzen ist zwiegespalten: „Am Anfang dachten wir, dass es eine ruhige Saison werden könnte. Ohne jegliche Abstiegssorgen.“ Doch das erwies sich schnell als Irrglaube. Von Platz drei fiel der OSV auf Rang 13 zurück. Dazu schmecken die 40 Gegentore dem OSV-Coach gar nicht. Gleich in vier Spielen kassierten die Grün-Weißen mehr als fünf Gegentore. „Unsere Defensive ist einfach der Schwachpunkt. Wir agieren ein bisschen zwischen Genie und Wahnsinn“, bilanziert Lorenzen. Vor allem die Ungewissheit über die Anzahl der Absteiger macht dem OSV zu schaffen. Allerdings hat das Team ja schon bewiesen, dass es in der Lage ist, auch gegen starke Gegner mitzuhalten, so wie beim 1:1 gegen Schinkel. Eine der positiven Überraschungen im Team ist Youngster Dennis Czarnecki. Mit seinen 20 Jahren ist er dennoch schnell zu einer festen Größe im Team geworden. „Er konnte der Mannschaft in jedem Spiel helfen und übernimmt sogar jede Menge Verantwortung, was für einen Spieler in seinem Alter sicher nicht selbstverständlich ist“, lobt Lorenzen, der aber auch die Routine von Jan Zimmer heraushebt: „Er ist ganz wichtig für uns und hält die Mannschaft gut zusammen.“

 

TSV Karby

Nach guten Ergebnissen zum Beginn der Saison war der Abschluss der Hinrunde durchwachsen. Die Siege gegen die SG Felde/Stampe und den ESV II blieben Trainer Jens Scharnowski allerdings positiv in Erinnerung: „Nach eine 0:2-Rückstand noch 3:2 zu gewinnen zeugt von einer guten Moral meiner Mannschaft. Dieser Sieg hat uns sehr viel Selbstvertrauen für die anschließenden Spiele gegeben.“ Nach dem 12. Spieltag hatten die Karbyer bereits 20 Punkte auf dem Konto und befanden sich in Sichtweite zu den Top-Plätzen. Doch anschließend ging es bergab mit der Elf aus Schwansen. Fünf Spiele ohne Sieg folgten. Scharnowski erklärt: „Wir hatten teilweise zehn Spieler, die uns nicht zur Verfügung standen. Vielleicht wäre ohne die Verletzungen noch mehr möglich gewesen.“ Allerdings ist der Karbyer Trainer auch so mit der Hinrunde zufrieden. Die Verjüngung des Kaders ist gelungen. Dabei spielten erfahrende Spieler, wie Dirk Wienholz und Max Gülzner eine entscheidende Rolle. „Es ist immer wichtig ein paar alte Hasen dabei zu haben. Auch wenn Max selber erst Mitte 20 ist. Die Mischung stimmt bei uns im Moment“, weiß Scharnowski. Auch der TSV hat sich einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel gesetzt.

TSV Waabs

Nach dem nur knapp verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison startete der TSV gut in die Spielzeit und war nach den ersten Partien wieder oben dabei. Doch danach kam der Einbruch und viele Begegnungen gaben die Waabser trotz Führung und Überlegenheit noch aus der Hand. Auch die Verletztenliste der Mannschaft von Trainer Matthias Daniel war oft lang. Darunter wichtige Stammkräfte, wie Marcel Pommerening und Torwart Andre Figge, der aufgrund eines Kreuzbandrisses voraussichtlich noch bis zum Saisonende fehlen wird. 21 Punkte und der zwölfte Rang ist alles andere als zufriedenstellend für den TSV. „Das ist eindeutig zu wenig. Wir haben uns diese Saison mehr erhofft“, sagt Daniel. Der zunehmende Druck nach einigen sieglosen Spielen war ausschlaggebend für den Waabser Coach. „Da fehlte uns die Lockerheit. Alle sind mit anderen Ansprüchen in die Saison gegangen.“ Jetzt ist es erst einmal oberstes Gebot, den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern. Der ohnehin schon kleine Kader der Elf aus Schwansen wird auch in der Winterpause einen wichtigen Leistungsträger verlieren. Kapitän Maik Schönenberg wird die Mannschaft verlassen. Und auch Niclas Theimann zieht es beruflich weg, was die Rückrunde für den TSV Waabs nicht leichter machen wird.

VfR Eckernförde

Die Eckernförder konnten nie an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen und gehen mit großen Abstiegssorgen in die Rückrunde. Hohe Niederlagen und eine geringe Trainingsbeteiligung waren mitverantwortlich für den Abgang von Trainer Marcus Koßmann. Die darauf folgende 5:0-Heimklatsche im Stadtderby gegen den ESV II war der Tiefpunkt der Saison. Anschließend übernahm ein altbekannter Eckernförder das Zepter. „Dieser Schnitt war einfach notwendig. Es passte von beiden Seiten nicht mehr. Das war nicht allein die Schuld des Trainers“, stellt Sven Peetz, 1. Vorsitzender des VfR, klar. „Die Einstellung einiger Spieler stimmte einfach nicht mehr. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen“, so Peetz weiter. Doch auch unter Neu-Trainer Arne Witt waren die Leistungen oftmals zu inkonstant. Mit ihm kam in Thorsten Weiß ein weiteres bekanntes Gesicht an den Wulfsteert. Weiß soll in der Rolle des technischen Leiters ein Bindeglied zwischen Spielern, Trainer, Betreuern und Vorstand darstellen. „Wir haben ein sehr qualifiziertes Trainerteam“, so Peetz, der durchaus Fortschritte erkennt: „Bei uns tut sich was. Man merkt, dass ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist. Auch der Teamgeist und der Zusammenhalt ist wieder ein ganz anderer geworden.“ Der Vorsitzende gibt sich auch eine Mitschuld an der verkorksten Hinrunde. „Wir haben es vielleicht ein wenig versäumt uns im Sommer zu verstärken. Man hat gemerkt, dass es keinen richtigen Konkurrenzkampf mehr gab und jeder seinen Platz im Team hatte.“ Das soll sich jedoch in der Winterpause ändern. Mit Niklas Carl (SV Holtsee), Finn Doorentz (ESV) und Benjamin Schmidtke (Rödemisser SV) hat der VfR bisher drei Neuzugänge ranholen können. Dem stehen jedoch auch die Abgänge von Sebastian Geslin (TSV Rieseby), Daniel Zedler (beruflich) und Kim-Patrick Asseln (Wittenseer SV) gegenüber, sodass von einer Qualitätssteigerung bisher nicht die Rede sein kann.

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erstellt am 02.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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