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Fussball-Verbandsliga : ESV betreibt Werbung in eigener Sache

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Tabellenführer aus Eckernförde gewinnt das Kreisderby gegen den OTSV nach einem Tor von Garbit Temirgan mit 1:0. Über 200 Zuschauer sehen ein intensives, spannendes und auch hitziges Spiel am Bystedtredder.

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erstellt am 27.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Häufig blieb der Eckernförder SV den wenigen Zuschauern am Bystedtredder in der Vergangenheit ein gutes oder sogar aufregendes Spiel schuldig. Das hat sich mit dem Kreisderby gegen den starken Osterrönfelder TSV geändert. Über 200 Zuschauer waren da, und wohl keiner wird sein Kommen bereut haben. Die 22 Akteure boten ein intensives, hitziges aber auch spannendes und ansehnliches Spiel, welches am Ende nicht unverdient an den ESV ging. Mit 1:0 gewannen die Hausherren und bleiben damit einen weiteren Spieltag Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost

Wer sich genau dieses Duell der beiden Mannschaften in der Vorsaison angesehen hatte, der wird den Osterrönfelder TSV nicht wiedererkannt haben. Die Mannschaft von Trainer Olaf Lehmann hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht und verlangte dem ESV von der ersten Minute an alles ab. Die Strategie der Gäste war es entweder über die Flügel ihre Angriffe zu initiieren, oder lange Bälle auf Stürmer Florian Kuklinski zu schlagen. Beides hatte nicht selten Erfolg. Kuklinski bekam einige Freistöße nach Kopfballduellen mit dem erneut sehr starken Franz Tuchen für sich gepfiffen, was der OTSV zu gefährlichen Hereingaben nutzte. Aber auch die Eckernförder, die ohne ihren angeschlagenen Offensivspieler Victor Buchholz auskommen mussten, hatten ihre Spielidee und setzten sie immer wieder gut um. Nach 24 Minuten war der ESV der Führung ganz Nahe, als Garbit Temirgan den Ball von rechts flach hereinbrachte und Marc Medler reinrutschte. Das Leder wurde jedoch im letzten Moment geblockt und wurde zu einer leichten Beute für den souveränen OTSV-Torwart Marcel Eiper, der gegen seinen Jugendverein einen guten Auftritt hinlegte. Direkt im Gegenzug vergab Kuklinski nach einer Ecke das 1:0 für den Gast, als er den Ball aus zehn Metern nicht voll traf.

Es ging nun Schlag auf Schlag. In der 29. Minute war wieder der Spitzenreiter im Angriff, und wieder musste Eiper in höchster Not vor Tim Schikorr klären. Es blieb kaum Zeit zum Luft holen, den beide Teams spielten konsequent auf das Führungstor. Nach 32 Minuten setzte sich Hakan Yalcinkaya auf dem rechten Flügel durch, drang in den Strafraum ein und zog ab – der Ball ging jedoch am langen Pfosten vorbei. Als die Eckernförder dann wieder im Angriff waren, war es soweit. Eine Flanke von Nicolas Lietz köpfte Temirgan völlig blank am Fünfmeterraum an die Latte, den Abpraller brachte Marc Medler wieder in die Mitte, wo sich Temirgan gedankenschnell aufgerappelt hatte und aus kurzer Distanz einschob.

Der OTSV antwortete mit wütenden Angriffen auf den Rückstand und Tim Steingräber im ESV-Tor musste gegen Kuklinski (38.) und Max Lehmann (39.) zweimal sein ganzes Können zeigen, damit die Führung weiter Bestand hatte. Zu diesem Zeitpunkt war aus dem intensiven Kreisderby bereits ein hitziges geworden. Schiedsrichter Tim Tanneberger hatte es verpasst früher mit Gelben Karten für Ruhe zu sorgen. Fünf Minuten vor dem Ende der ereignisreichen ersten Hälfte hatte erneut Temirgan das 2:0 auf dem Schädel, doch Eiper parierte den Kopfball. Als der Ball schon wieder im Spiel war, fiel plötzlich Dennis Kock zu Boden, und beklagte lautstark, dass Temirgan ihn beim zurücklaufen attackiert hatte. Schauspieleinlage oder Tätlichkeit von Temirgan – darüber gingen die Meinungen am Bystedtredder auseinander. Der Schiedsrichter hatte die Szene nicht gesehen und bat die 22 Akteure kurz danach zum Pausentee.

Es war ein packendes Kreisderby, in dem sich beide Mannschaften den Status zweier Topteams redlich verdienten. Kaum war der Anpfiff ertönt, ging es auch schon aufregend weiter. Steingräber musste einen satten Schuss von Tom Jahnke parieren, was er auch erfolgreich tat.

Nach knapp einer Stunde wurde es dann ein komplett anderes Spiel. Schuld daran war ESV-Youngster Fynn Gerlach, der in Richtung OTSV-Trainerbank ein „Halt’s Maul!“ von sich gab. Eine Dummheit, die die Rote Karte zur Folge hatte. Nun hatte der OTSV einem Mann mehr auf dem Feld und nutzte in den nächsten Minuten die Unordnung im Spiel der Hausherren. Erneut musste Steingräber seinem Team das 1:0 retten, als er gegen Kevin Rathjens Schuss auf dem Posten war. Doch die Elf von Trainer Stefan Mackeprang sammelte sich schnell wieder und fuhr gegen nun hoch stehende Gäste immer wieder gefährliche Konter, die aber in der letzten Konsequenz nicht gut ausgespielt wurden.

Dann war es vorbei und der ESV verteidigte seine Tabellenführung in eindrucksvoller Weise. „Wir haben es nach der Roten Karte gut gemacht und uns erfolgreich dagegen gestemmt“, sagt Mackeprang zufrieden. Auch er hatte ein interessantes und rassiges Spiel gesehen und verteilte Lob an den Gegner: „Der OTSV hat eine junge und dynamische Truppe, die sich auf dem Platz einig ist. Dennoch finde ich, dass wir nicht unverdient als Sieger vom Feld gegangen sind.“ Gästecoach Lehmann, der durchaus bekannt ist, für kritische Worte in Richtung seiner Schützlinge, konnte diesmal wenig beklagen: „Wir haben den Spitzenreiter im eigenen Stadion unter Druck gesetzt. Meine Elf war bissig und hat alles aus sich rausgeholt.“ Nur einen Kritikpunkt gab es dann natürlich doch. Lehmann: „Für die ganzen Chancen die wir hatten, können wir uns aber nichts kaufen.“


ESV:T. Steingräber – Ajdarpasic, Ströh, Tuchen, Smit (83. Matthiesen) – Gerlach, Kranz (50. Jaron Ewert) – Medler, Schikorr, Lietz – Temirgan.

OTSV:Eiper – Mosebach, Halver, Dollnick (76. Schäfer), Kock (67. Reimer) – Lehmann, Hardt – Müller (60. Rathjen), Jahnke, Yalcinkaya – Kuklinski.

SR: Tanneberger (Bramstedter TS)

Zuschauer: 207.

Tor: 1:0 Temirgan (33.).

Rote Karte: Gerlach (60., Unsportlichkeit).


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