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Handwerkermarkt : Espresso-Honig und Kaffeesack-Taschen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mehrere Tausend Besucher kamen am vergangenen Wochenende zum 13. Handwerkermarkt der Eckernförder Werkstatt. Er bot ein großes Angebot von 13 Einrichtungen und 41 Einzelausstellern.

Eckernförde | Darauf hatten sich ganz viele bestimmt schon ganz lange gefreut: auf den Norddeutschen Handwerkermarkt in der Eckernförder Werkstatt. Zum 13. Mal brachten die Aussteller am Sonnabend ihre selbstgemachten Schätze mit in den Holm 7, zum 13. Mal schoben sich jede Menge kauflustiger Menschen gut gelaunt durch Gänge und Räume. Das Angebot war riesig und absolut hochwertig: Aus Wolle, Papier, Holz, Stoff, Leder, Metall, Wachs oder Steinen sind das Jahr über praktische oder einfach schöne Dinge entstanden, die jetzt vor Weihnachten ganz schnell den Besitzer wechselten. Leckereien wie Honig, Gelees und Marmeladen, Liköre, Kaffee und Lakritz passten noch in jede Tüte.

FSJlerin Lisa Lill und Heidi Schötte, Gruppenleiterin der Filzgruppe in der Eckernförder Werkstatt, werden Sachen aus Wolle, Stoff, Filz oder Holz aus der Hand gerissen: Taschen aus Kaffeesäcken, Handschmeichler oder zu Namen geformte Strickliesel-Würste mit Innenleben aus Draht. Aus Neubrandenburg angereist sind Korbmachermeister Christian Augustin, Antje Ebert und Stefan Bauer. In Sachen Peddigrohr und Wiener Geflecht macht ihnen keiner etwas vor: Sie arbeiten trotz des Trubels an ihrem farbenfrohen, sehr belastbaren Einskaufskorb und der Caféhausstuhl-Sitzfläche und beantworten immer wieder Fragen. „Das Interesse ist groß. Am Abend werden wir wieder abgegrast sein“, erinnert sich Augustin an die vergangenen Jahre. Nicht weit davon hat Ursula Semma ihre handgefertigten Porzellanpuppen und die lebensechten Babys aus Vinyl aufgebaut. Seit über 20 Jahren gießt, schleift, brennt und bemalt sie die Köpfe, näht die Kleidung dazu. „Leider sind diese Babys nicht mehr so nachgefragt.“

Inge Kile, Öffentlichkeitsbeauftragte der Eckernförder Werkstatt hat den Markt organisiert, sie ist mal hier, mal dort zu finden und freut sich über die Resonanz: „Wir haben in diesem Jahr 13 Einrichtungen und 41 Einzelaussteller hier. Aber haben Sie schon das Lakritzfahrrad gesehen?“ Das schwarze Lastenrad ist wider Erwarten nicht essbar, wohl aber seine süß-salzige Ladung aus Schweden und Holland. Dass es langsam Winter wird, war nach dem regnerischen Start am Sonnabend nicht zu übersehen – die Temperaturen bewegten sich unweigerlich gen Null. Gegenmittel Nummer eins: 100 Prozent Wolle. Ob gefilzte Hausschuhe von der „Husumer Insel“, Mützen oder Schals aus deutscher Wolle von Küstenspinnerin Angela Schumacher oder die Wolle zum Selbermachen – hier wird versponnen, verstrickt, verhäkelt oder verfilzt, bis die Schwarte kracht. Und in Gelting wird genäht: „Kreativ mit Stoffen oder ‚Allerlei Näherei’ – so könnte man das bezeichnen, was ich mache“, fasst Christa Bodenstedt ihre bunten Auslagen zusammen. Stimmt – „Ist alles so schön bunt hier, ich kann mich gar nicht entscheiden“ – hätte Nina Hagen verzweifelt gesungen angesichts der Auswahl an all den Ständen. Bunt ist auch der Stand von Annette Klein Lenderink: ‚Paperpower’– das sind ihre selbst gemachten marmorierten Papiere und schön fotografierten Briefkarten für die Kunst des Schreibens, Mappen zum Bewahren und Aufbewahren, Kalender, Notizbücher, Fotoalben.

In einem anderen Raum: Kinder zerren ihre Eltern zu Hubert Jaster aus Osterby. Dieser Traumgroßvater baut so schöne Weihnachtskrippen, Bauernhöfe, Pferdeställe und Fahrzeuge aus Holz, dass Eltern wieder Kind sein wollen. „Ein Stall von mir wird schon im Dorf weitervererbt.“ Umlagert ist der Stand von „Flügelchen-Honig“ aus Waabs. Probieren geht über studieren – da ist mit Zimt, Vanille, Minze, Zitrone, Espresso, Rosenblüten oder Lebkuchengewürz verfeinerter Rapshonig oder die pure Variante. Danny Schmidt ist in seinem Element – er steht Rede und Antwort beim Verkosten, verkauft und füllt die Auslagen auf.

Auch in Goosefeld ist nicht Schmalhans Küchenmeister – nein, Annemarie Panterott heißt die Spezialistin für „Selbstgemachtes“, wie sie ihre Produktion von Marmeladen, Gelees, Säften und Likören genannt hat. Sie zeigt auf den Schlehenlikör: „Kennen Sie Muultrekker? So haben wir Schlehen als Kinder genannt, weil sie roh gegessen alles im Mund zusammenziehen.“ Nee, Muultrecker ist kein Begriff , „Schlehenlikör“ aber schon. Da war doch noch dieses Fläschchen zuhause – vom Adventsmarkt 2013, für besondere Anlässe. Kalte Tage. Gemütlichen Feierabend. Her damit!

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