zur Navigation springen

Flüchtlinge in Ruckforde : Es werden Helfer gesucht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gemeinde stellt sich auf 50 männliche Flüchtlinge ein. Eine Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsbeirat wird angestrebt.

Lindau | Die Ankündigung, dass ab November bis zu 50 männliche Flüchtlinge im Verwaltungsgebäude auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ruckforde untergebracht werden sollen, sorgt für Unbehagen in der Gemeinde Lindau. Bürgermeister Jens Krabbenhöft (CDU) weiß das. „Ich kann die Bedenken nicht ausräumen“, erklärt er dazu. „Wir müssen erst selber sehen, wie wir da zurechtkommen.“

Die Gemeindevertretung Lindau, die für die notwendige Nutzungsänderung des Gebäudes ihre Zustimmung gab, machte jedoch nach kontroversen Diskussionen ein Betreuungskonzept für die Flüchtlinge zur Bedingung. Das wurde auch in der Einwohnerversammlung Mitte September betont. „Wie überall, ist es ein Thema, zu dem es unterschiedliche Meinungen gibt“, sagt Jens Krabbenhöft. Die überwiegende Meinung sei jedoch, dass dem Anliegen folgen und dem Amt den Weg bereiten. Gerade hat Tomas Bahr vom Amt die neuesten Zahlen vorgestellt. Danach erhöht sich die prognostizierte Zahl der Zuweisungen für dieses Jahr von zunächst 128, dann 179, auf nun fast 320 Flüchtlinge, von denen noch 200 unterzubringen sein werden. „Wir müssen alle gemeinsam für die Unterbringung sorgen“, findet Jens Krabbenhöft. Gettorf trage ohnehin den Hauptteil. Er weiß, dass die Integration von Familien leichter ist. Dort funktioniere das allein schon über die Kinder. „Nun bekommen wir eine neue Situation“, macht er deutlich. „Fast 50 Männer im Außenbereich, egal welcher Nationalität, das kann leicht zu Problemen führen.“ Insofern sei es wichtig, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Und auch, um als Gesellschaft Zugang zu haben und Verbindungen zu schaffen. „Es ist davon auszugehen, dass ihre Verweildauer eine längere ist. Die Menschen müssen eine Perspektive haben. Sonst ist der Tag lang.“ Insofern werde man den Flüchtlingsbeirat nach Kräften unterstützen. Heute, am Donnerstag, wollen er und die Sozialausschussvorsitzende der Gemeinde Lindau, Gisela Karkossa, sich mit Sabine Axmann-Bruckmüller und Christian Albrecht Schnarke vom Flüchtlingsbeirat treffen, um zu besprechen, wie vorzugehen ist, um Menschen aus der Gemeinde für die Unterstützung vor Ort zu gewinnen. Aber Jens Krabbenhöft sieht auch das Amt in der Pflicht, denn das alles sei schwer ehrenamtlich zu leisten. „Dass so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, damit hat keiner gerechnet“, ist er sich sicher. „Das sind wirklich Probleme. Eine große Herausforderung für den Bund, das Land, das Amt und die Gemeinden.“ Bereitschaft zu helfen, sei auch in Lindau auf jeden Fall zu spüren, betont Jens Krabbenhöft. Den Bedenken könne man nur begegnen, in dem man dort aktiv mitwirkt. „Das ist der einzige Weg, um das zu meistern.“

>Wer sich um die Flüchtlinge in Ruckforde kümmern möchte, ist aufgerufen sich bei Bürgermeister Jens Krabbenhöft oder den Verantwortlichen im Flüchtlingsbeirat, Sabine Axmann-Bruckmüller unter Tel. 04346/939356, E-Mail sabine.axmann-bruckmueller@fiete.net, oder Christian Albrecht Schnarke unter Tel. 0431/311826, E-Mail cschnarke@ki.tng.de, zu melden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen