eröffnung Globetrotter Lodge : „Es war Liebe auf den ersten Blick“

Die neue Outdoor-Akademie auf dem Aschberg.
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Die neue Outdoor-Akademie auf dem Aschberg.

Rund 250 Gäste feierten die offizielle Eröffnung der Globetrotter Lodge auf dem Aschberg. Am Wochenende erwartet Jung und Alt ein buntes Programm.

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02. November 2013, 07:22 Uhr

Ein Wintertag sei es gewesen, da kann sich Andreas Bartmann noch gut dran erinnern. Fünf Jahre ist es her, dass der Geschäftsführer des Reiseausrüsters Globetrotter den Aschberg inmitten der Hüttener Berge zum ersten Mal besuchte. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagte Bartmann am Donnerstagabend auf der offiziellen Eröffnung der Globetrotter Lodge. Auch ein Kribbeln im Bauch habe er gespürt. Dass sei für ihn der Beweis gewesen, dass an diesem Ort etwas passieren müsse. Als Weltreisender habe er viele schöne Länder und Landschaften gesehen. „Wir haben verlernt, das Schöne vor der eigenen Haustür zu sehen“, sagte Bartmann. Der Aschberg sei ein Kleinod, eine „schlafende Schönheit“, die geweckt werden müsse. Das Wecken hat das Hamburger Unternehmen bislang rund 11 Millionen Euro gekostet.

Fast zur gleichen Zeit intensivierte der Kreis Rendsburg-Eckernförde seine Bemühungen, seine Liegenschaft, den Aschberg, wiederzubeleben. In die Gaststätte, das Wegenetz, Sportplatz und Tribüne musste Geld investiert werden, Geld das der Kreis nicht hatte. Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben, eine Projektgruppe nahm die Arbeit auf. Über eine europaweite Ausschreibung wurde schließlich ein Investor für das knapp zehn Hektar große Gelände gesucht. Am Ende der Ausschreibungsfrist gab es mit „Globetrotter Ausrüstung“ nur einen Bewerber – er erhielt den Zuschlag.

Nach drei Jahren Planung und 18 Monaten Bauzeit ist ein Hotel mit 30 Doppelzimmern, eine Seminargebäude mit Gastronomie und ein rund 20 Meter hoher Kletterturm entstanden. Vieles ist aber auch noch nicht fertig. Im nächsten Jahr soll die Multifunktionsfläche hergerichtet und das Jugendgästehaus eröffnet werden. Und auch der Kletterturm wird erst im Frühjahr 2014 freigegeben werden. Eine Kanustation sowie Seesauna werden am Bistensee errichtet werden. Beschlossene Sache ist auch, dass das Schleswig-Holstein Musikfestival mit einem Konzert Station auf dem Aschberg machen wird.

Der Hamburger Architekt Holger Moths blickt auf ein ganz besonderes Projekt mit hoher Komplexität sowie langen Diskussionen und Planänderungen zurück. Die Genehmigungsbehörden, insbesondere der Natur- und Denkmalschutz, verlangten hohe Auflagen von den Planern, um auf dieser sensiblen Fläche bauen zu können. Gastronomie und Seminargebäude wurden auf dem Grundriss der ehemaligen „Aschberg-Stuben“ errichtet. Die gesamte Haustechnik ist nicht sichtbar, die Hotelanlage in die Hangkante gebaut, die Wasser- und Abwasserversorgung mussten sichergestellt werden. „Der behutsame Umgang mit diesem Ort war oberstes gebot“, betonte Moths.

Aus der Akademie, wie das Projekt anfangs genannt wurde, ist die Lodge geworden. Diese neue Begrifflichkeit soll hervorheben, dass der Aschberg weiterhin öffentlich zugänglich sein wird, sagte Günther Hoffmann, der gemeinsam mit Kay Langbehn Geschäftsführer der Globetrotter Betriebs GmbH ist. Das Aschbergsingen könnte nach zwei Jahren endlich wieder dort stattfinden, auch die Pfadfinder sind willkommen. Für Tagestouristen, Erholungssuchende und Outdoor-Aktive sei die Lodge ein offenes Haus. Das Campfire werde sich als Wild- und Steak-Restaurant etablieren, aber tagsüber Snacks für Besucher servieren. „Wir wollen Qualität statt Quantität bieten“, sagte Bartmann, „keine Hochnäsigkeit, sondern Bodenständigkeit.“

Vor allem die eigenen 1500 Mitarbeiter sollen auf dem Aschberg geschult und weitergebildet werden. Eine Begegnungsstätte vor den Toren Hamburgs und abseits der urbanen Hektik, der ideale Ort, meint Bartmann. Aber auch andere Firmen seien bereits auf das neue Zentrum Globetrotters aufmerksam geworden. „Hier können Mitarbeiter nach anstrengenden Schulungen den Kopf auch wieder frei kriegen“.

Von den 30 Angestellten in der Lodge kommen allein 15 aus Ascheffel. Die Vernetzung mit der Region ist gewollt. Im Campfire setzt Küchenchef Andy Philipp auf regionale Produkte. Das Wild stammt ausschließlich aus der Jagd in den umliegenden Revieren. Auch mit Vereinen und Institutionen wird es gemeinsame Aktionen geben. „Wir sind hier gut aufgenommen worden“, dankte Hoffmann der Gemeinde und Region.

Auf 80 Trainer kann Globetrotter für seine Kursangebote zurückgreifen. Über die Akademie werden nicht nur in Ascheffel zahlreiche Kurse, wie Geocashing, Hochseilgarten, Segeln oder Bogenschießen angeboten. Leiterin der Jugendabteilung „Event Nature“ in Sundsacker ist Maike Hoffmann.

Dass die Aschberg Lodge ein Erfolg wird, daran zweifelt auch „Sir Vival“ Rüdiger Nehberg nicht. Der 68-Jährige Abenteurer und Outdoor-Experte st seit Jahrzehnten eng dem Unternehmen Globetrotter verbunden und dufte als Gast am Donnerstagabend nicht fehlen. „Andreas Bartmann ist ein logistisches Genie, die Lodge wird ein Knaller“, sagte er unserer Zeitung. Unterstützt wird Nehberg von Globetrotter auch finanziell und materiell bei seinem Projekt Target, das sich die Verstümmelung weiblicher Genitalien in Afrika einsetzt.

Einer, der die Geschichte des Aschberges kennt, ist Günther Petersen. Vor 100 Jahren hat es schon eine Gaststätte in 98 Meter Höhe gegeben, erinnerte der Bürgermeister. Strom gab es nicht und das Wasser musste hochgeschleppt werden, angeboten wurden nur Bier, Brause und selbst gebackene Puffer. 1903 wurde der Aussichtsturm Opfer eines Sturmes. „Das wird nicht wieder passieren“, so Petersen. Er ist überzeugt, dass mit der Lodge eine Steigerung der Wirtschaftskraft der Region verbunden ist. Auch die professionelle Vermarktung werde zur Steigerung des Bekanntheitsgrads der Hüttener Berge beitragen.

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