Ehen : Es trauen sich mehr

Jennifer Goihl (26) mit Tochter Franziska (4 Monate) und Tobias Winter (26) haben schon mal Probe gessenen am Standesamtstisch von Sabine Jürgensen (hinten) im Trauzimmer des Amtes Schlei-Ostsee.
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Jennifer Goihl (26) mit Tochter Franziska (4 Monate) und Tobias Winter (26) haben schon mal Probe gessenen am Standesamtstisch von Sabine Jürgensen (hinten) im Trauzimmer des Amtes Schlei-Ostsee.

Rekord: 178 Trauungen in 2017 im Amt Schlei-Ostsee. Acht Trauungen am 7.7.17.

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03. Januar 2018, 06:35 Uhr

Eckernförde | Mit einem Rekord ist das Jahr 2017 im Amt Schlei-Ostsee zu Ende gegangen. 178 Trauzeremonien fanden statt. Mit 100 Trauungen war dabei das Trauzimmer im Amtsgebäude Schlei-Ostsee das meist nachgefragte, berichtet die Standesbeamtin Sabine Jürgensen. 35 Paare wählten die Mühle Anna in Rieseby, 26 Trauungen fanden in Damp auf der „Strandterrasse Albatros“ statt, neun Paare gaben sich das Ja-Wort in der Bunten Kammer auf Schloss Ludwigsburg (Waabs) und acht Paare schlossen den Bund fürs Leben in der Orangerie auf Gut Altenhof.

Erklären kann Sabine Jürgensen die Zunahme der Trauungen von 155 in 2016 auf 178 im Vorjahr nicht. Vielleicht profitieren die Bürger von verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen und trauen sich mehr. „Tatsächlich sind die Beweggründe für eine Trauung aber sehr individuell“, so Jürgensen. An der Freigabe der „Ehe für alle“, die seit dem 1. Oktober 2017 durch eine Rechtsänderung gilt, liegt es wohl nicht. Bis zum 30. September gab es im Vorjahr vier Zeremonien für eingetragene Lebenspartnerschaften. Seit dem Datum gab es noch keine Ehe nach dem neuen Gesetz. Allerdings machten vier Paare seit Anfang Oktober Gebrauch davon, ihre bisher eingetragene Lebenspartnerschaft (gibt es seit 2001) in eine „Ehe für alle“ umzuwandeln. „Für viele ist das das i-Tüpfelchen“, berichtet Jürgensen. Mit einer besonderen Feier im Standesamt werde das in der Regel nicht gefeiert. Letztlich ist die Umwandlung ein standesamtlicher Akt, bei dem der Standesbeamte die Partner fragt, ob sie die Ehe eingehen wollen. „Beide müssen Ja sagen und unterschreiben“, bringt es Jürgensen auf den Punkt.

Mit Abstand der beliebteste Tag zum Heiraten war im Vorjahr der 7.7.17. Acht Paare gaben sich das Ja-Wort. Sechsmal wurden Jürgensen und ihre Kolleginnen am 1.7.17 tätig. Hauptmonate waren wie in den Vorjahren Mai, Juni und Juli.

Der Mai 2018 würde Jennifer Goihl (26) und Tobias Winter (26) mit Töchterchen Franziska (4 Monate) auch als Hochzeitstermin gefallen. Das Paar war gestern das erste im neuen Jahr, dass sich um Termine und eine Auflistung der zur Heirat benötigten Unterlagen bemühte. Die Riesebyer empfanden das Trauzimmer des Amtes als sehr attraktiv. Allerdings wollen sie sich noch weitere Trauräumlichkeiten wie die Orangerie in Altenhof und im Schloss Ludwigsburg anschauen. „Das Haus hier sieht ja auch ein bisschen wie ein Schloss aus“, stellten sie fest. Wegen der benötigten Unterlagen machen sie sich keine Gedanken, „das geht schnell“, meint Tobias Winter.

Dies sei für Bürger aus anderen Ländern schon mal aufwendiger oder fast unmöglich, ergänzt Jürgensen. Vor allem Geflüchtete könnten nur schwer alle notwendigen Dokumente zusammentragen. Jürgensen weiß derzeit nur von einem Paar, das als Flüchtlinge kam, und nun nach deutschem Recht heiraten will. „Sie bemühen sich sehr intensiv.“

Mit Blick auf 2018 liegen bereits drei Anfragen für den 18.8.18 vor. Für den 18.5.18 (vor Pfingsten) gibt es bereits zwei Vormerkungen. Mehr freie Zeit ist noch am 1.8.18 und am 8.8.18, wo bislang je eine Anfrage läuft. Zeit wäre auch noch am 18.1.18 und am 8.1.18, wobei das jedoch sehr sportlich wäre, so Jürgensen. „Wir versuchen alle Terminwünsche zu erfüllen“, stellt die Standesbeamtin auch im Namen ihrer Kolleginnen Elke Koppe, Silvia Palenczat und Tanya Scheller fest. Allerdings seien Termine irgendwann ausgebucht. Zusätzlich steht Marlies Thoms-Pfeffer, Bürgermeisterin aus Gammelby, zur Verfügung, um Eheschließungen vorzunehmen, wenn die Trauleute einen klaren Bezug zur entsprechenden Gemeinde, in dem Fall Gammelby, haben. Das kam im Vorjahr aber nicht vor. Nach Absprache seien Trauungen auch freitagnachmittags und sonnabends möglich, nur an Sonntagen und Feiertagen, da wird nicht getraut.

Geplatzt ist im Vorjahr keine Trauung, alle Traupartner waren erschienen. Es fehlten wohl Gäste, die im Stau feststeckten oder aber zunächst zum falschen Standesamt (Eckernförde) fuhren. Eine Zeremonie musste krankheitsbedingt verschoben werden. Das Werfen von Konfetti und Reis nach der Trauung wird im Amt kritisch gesehen. „Das sieht für nachfolgende Paare auch nicht schön aus“, sagt die Standesbeamtin. Willkommener und nicht weniger festlich seien Blütenblätter oder Seifenblasen.

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