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Häuser rot-weiss : Es rumort in der Käthe-Kollwitz-Straße

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Anwohner der Käthe-Kollwitz-Straße sind aufgebracht: Weiße Häuser, wo sonst nur rote stehen – das wollen sie nicht. Doch die angestrebte Gestaltungssatzung lässt zu lange auf sich warten.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Die Anwohner der Käthe-Kollwitz-Straße sind sauer. Der Grund: Ein Bauherr verblendet seine Häuser weiß, obwohl die gesamte Siedlung aus roten Häusern besteht und auch die Politik bestätigt hat, dass die Einheitlichkeit der Siedlung erhalten bleiben soll.

Der Straßenzug mit den Nebengassen weist seit 80 Jahren ein Bild mit rot geklinkerten Häusern auf. Bis vor einiger Zeit gehörte die Siedlung dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen (GWU), doch das trennte sich von den Häusern aus den 30er-Jahren und räumte den Mietern ein Vorkaufsrecht ein. Viele nahmen das Angebot an.

Im Frühjahr dann der Weckruf: Ein Käufer hatte gleich drei Häuser erworben und das erste in der Langemarkstraße neu gedämmt und weiß verblendet. Viele Nachbarn sahen die Einheitlichkeit ihres Wohngebietes in Gefahr und informierten die Politik, die im Mai zusammen mit der Verwaltung im Rahmen einer Bauausschusssitzung eine Ortsbegehung vornahm. Ergebnis: Die Einheitlichkeit der Siedlung soll bewahrt werden. Das könnte über eine Gestaltungssatzung geschehen. Ein Bebauungsplan sei dafür nicht notwendig. Die Anwohner waren zufrieden. Sie dachten, dass damit keine andersfarbigen Klinker mehr zum Einsatz kommen, doch weit gefehlt: Ein zweites Haus des selben Eigentümers in der Käthe-Kollwitz-Straße wird nach der Außendämmung zurzeit mit hellen Steinen verblendet.

Und zwar rechtmäßig. Die Erstellung einer Gestaltungssatzung braucht Zeit, und in dieser Zeit können in einem Gebiet ohne B-Plan oder Gestaltungssatzung auch andere Farben zum Einsatz kommen. Für Käthe-Kollwitz-Anwohner Ralf Wiebenson ein Unding: „Die Verwaltung hätte im Mai darauf hinweisen müssen, dass eine Veränderungssperre notwendig ist, um genau das zu vermeiden.“ Nun ist es zu spät.

Eine Sorge mehr besteht für die Anwohner: Der Bauherr hat angekündigt, eine Doppelhaushälfte abreißen und neu bauen zu wollen. „Wir Anwohner wollen nicht, dass hier vielleicht ein Haus entsteht, das nicht herpasst“, so Ralf Wiebenson.

Dabei haben alle Käufer der GWU-Gebäude einen Passus in ihren Verträgen, der auf die Einheitlichkeit der Siedlung hinweist: „Der Käufer verpflichtet sich, bei Veränderungen der Baulichkeiten auf seinem Grundstück die Zweckbestimmung der Gebäude nicht zu gefährden und auf die Erhaltung des einheitlichen Charakters der Wohnanlage die den Umständen nach gebotene Rücksicht zu nehmen.“ Für das Bauamt der Stadt besteht allerdings kein Grund einzugreifen, handelt es sich doch um Verträge zwischen Privatpersonen. „Das ist ein zivilrechtlicher Vorgang“, sagte Bauamtsleiter Roy Köppen am Mittwochabend im Bauausschuss auf die Frage von Anwohnerin Renate Eller. Zudem sei der eingefügte Passus sehr „weich verfasst“. Dem Bauamt seien die Hände gebunden. Köppen: „Deshalb wollen wir ja eine Gestaltungssatzung aufstellen.“

Die Politik auf jeden Fall ist alarmiert. In einer nicht-öffentlicher Sitzung wurde direkt vor dem Bauausschuss das Thema beraten. Als es zur Abstimmung kam, votierten die Ausschussmitglieder einstimmig für eine Veränderungssperre. Und weil die nur im Zusammenhang mit einem B-Plan gültig ist, wurde auch das Aufstellen eines B-Planes beschlossen. Dieses Votum muss noch von der Ratsversammlung am 25. September bestätigt werden.

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