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Feuer auf Campingplatz : „Es lässt einen nicht ruhig schlafen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf dem Ostsee-Campingplatz Familie Heide brennt es zum zweiten Mal binnen zwei Tagen. Ermittler schließen Brandstiftung nicht aus.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 08:35 Uhr

Der Ostsee-Campingplatz Familie Heide in Waabs kommt nicht zur Ruhe. Nur einen Tag, nachdem dort zwei Wohnwagen samt Vorzelt völlig ausgebrannt waren, musste die Waabser Feuerwehr Donnerstagabend um kurz nach 19 Uhr erneut auf dem großen Platz anrücken – diesmal stand nur 25 Meter entfernt von der ersten Brandstelle ein Vorzelt in Flammen. Als die Feuerwehr mit etwa 20 Mann am Einsatzort eintraf, hatten die Camper aus den umliegenden Parzellen das Feuer bereits so gut wie gelöscht. „Wir mussten nur noch nachlöschen und eine Gasflasche, die sich in dem Vorzelt befand, abkühlen“, sagt Wehrführer Nis Juhl. Es hätte also auch weniger glimpflich ausgehen können. Personen kamen wie schon beim ersten Feuer nicht zu Schaden.

Anders als bei dem ersten Einsatz kann die Brandursache dieses Mal jedoch höchstwahrscheinlich nicht auf einen technischen Defekt zurückgeführt werden, da weder Strom noch Gas angeschlossen waren. Die Befürchtung: Auf dem Campingplatz ist ein Brandstifter unterwegs, der womöglich sogar für beide Brände verantwortlich ist. „Ob es sich um Brandstiftung handelt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen“, erklärt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. „Die Frage ist zudem, ob die beiden Brände miteinander in Zusammenhang stehen.“ Dem geht nun die Kriminalpolizei Eckernförde nach, sie hat die Einsatzorte beschlagnahmt.

Die Vorstellung, dass auf dem beliebten Campingplatz ein Brandstifter sein Unwesen treiben könnte, würde Karsten Heide am liebsten beiseite schieben. „Es ist schlimm. Wir sind verunsichert und sehr beunruhigt. Es lässt einen nicht ruhig schlafen“, sagt der beunruhigte Platzbesitzer. Er hofft weiterhin, dass es sich in beiden Fällen nicht um Brandstiftung handelt. Zumindest beim zweiten Brand sei ein technischer Defekt nach Angaben der Einsatzkräfte aber zu 99,9 Prozent auszuschließen. „Das ist beschissen. Ich war total fertig und emotional sehr angefasst“, meinte Siegfried Nietz. Ihm gehört die Parzelle direkt gegenüber der zweiten Brandstelle. Gemeinsam mit den anderen Campern aus der direkten Umgebung hatte er die Flammen erfolgreich bekämpft. Die platzenden Reifen der beiden Fahrräder, die sich in dem Vorzelt befanden, hatten einen Knall verursacht und die Camper auf das Feuer aufmerksam gemacht. „Innerhalb von fünf Minuten waren alle mit ihren Gartenschläuchen da“, erzählt Nietz. Er befürchtet, dass es sich um Brandstiftung handelt. „Wir haben zwar keinen Menschen gesehen, aber es waren ja kein Strom und Gas angeschlossen. Ich hoffe einfach, es passiert nicht mehr.“

Eigentlich sollten die Überreste der zwei am Mittwochabend ausgebrannten Wohnwagen gestern bereits von einer Spezialfirma beseitigt werden. Nun müssen beide Einsatzorte vorerst unberührt bleiben. „So lange die Ermittlungen laufen, wird nichts geräumt“, sagt Sönke Hinrichs. „Auf der einen Seite will ich wissen, was los ist – daher ist das in meinem Sinne. Auf der anderen Seite würde ich natürlich gerne aufräumen“, meint Karsten Heide. Er schließt nicht aus, dass einige Camper den Platz aus Angst verlassen haben. Da in der Umgebung der Brandstellen aber ausschließlich Dauercamper wohnen, sei das nur schwer zu überblicken, so der Platzbesitzer. Er hatte gestern nur eine Hoffnung: einen ruhigen Abend.

Hinweise zu den Ereignissen können unter der Rufnummer 04351/90 80 an die Kriminalpolizei in Eckernförde gerichtet werden.

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