Gemeinsames Hobby : Es gibt wieder Bienen in Osdorf

Die Imkerei haben Nicole und Karl-Heinz Petersen als gemeinsames Hobby für sich entdeckt.
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Die Imkerei haben Nicole und Karl-Heinz Petersen als gemeinsames Hobby für sich entdeckt.

Nicole und Karl-Heinz Petersen holen die Imkerei in ihr Dorf / Erste Tracht ist geschleudert und genau wie sie sein sollte

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30. Juli 2014, 06:00 Uhr

Ab sofort summt es wieder in der Gemeinde – und nicht nur das: Nicole und Karl-Heinz Petersen verkaufen bereits den cremigen Honig aus der ersten Tracht. Und die beiden Nachwuchs-Imker haben noch einiges vor.

„Irgendwann haben wir festgestellt: Wenn man in Osdorf im Garten sitzt, sieht man oft nicht eine einzige Biene“, berichtet Nicole Petersen. Schon vor rund sechs Jahren hatte sie erstmals ernsthaft über die Möglichkeit nachgedacht, das wieder zu ändern. Ein Aussteller auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Augustenhof habe sie nicht nur auf die Idee gebracht, sondern hatte sich auch gleich als Imkerpate angeboten. Aber die Zeit war noch nicht gekommen. „Die Kinder waren klein, und ich in Beruf und Hobby sehr eingespannt“, sagt Nicole Petersen. Auch bei ihrem Mann Karl-Heinz stieß sie zunächst auf taube Ohren. Ein Bienenvolk im eigenen Garten? - Keine gute Idee, fand er. Aber sie blieb dran, machte sich schlau und überzeugte ihn schließlich. „Es sollte ein gemeinsames Hobby werden, und ich brauche dabei einen starken Mann an der Seite, auch damit er mich mal vertreten kann“, erklärt sie entschlossen.

Im Imkerforum und über Zeitschriften informierten sich die beiden und holten im März die ersten beiden Völker aus Lübeck. „Sanftmütig und fleißig – so stand es in der Annonce. Und das stimmt auch. Ich bin noch nicht ein einziges Mal gestochen worden“, berichtet Karl-Heinz Petersen, der inzwischen ebenfalls zum begeisterten Bienenfreund geworden ist. Ein Volk steht am Gelände des Kleingartenvereins im Schulwald auf Gemeindeland, das andere auf einem Privatgrundstück an der Borghorstermühle.

Mindestens einmal in der Woche gehen Nicole und Karl-Heinz Petersen zu den Völkern, um zu gucken, ob alles in Ordnung ist. „Manchmal sind Völker nicht zufrieden mit ihrer Königin oder es ist Zeit für eine neue. Dann füttern die weiblichen Arbeiterbienen heimlich eine Larve mit Gelee Royale, einem besonders nährhaften Gemisch aus Kohlenhydraten, Eiweißen, B-Vitaminen und Spurenelementen, zu einer neuen Königin heran. Wenn die dann die Wabe verlässt, folgt ihr meist ein großer Teil des Volkes“, erklärt Nicole. Dieses Schwärmen gilt es zu verhindern. „Es ist faszinierend, das Miteinander der Bienen zu beobachten. Am Summen kann man hören, wie die Stimmung im Volk gerade ist“, sagt ihr Mann.

Inzwischen haben die Neu-Imker eine richtige Beziehung zu den Tieren aufgebaut und verfolgen gespannt die Entwicklung. Zu Beginn des Sommers besteht das Volk aus rund 1500 Bienen. Eine fleißige Königin legt bis zu 1500 Eier am Tag, so dass die Zahl im Sommer bis zu 60 000 Tieren ansteigen kann. „Aber sie umschwirren einen nicht, und sie interessieren sich auch nicht für Sahnetorte“, berichtet Nicole Petersen lachend. Selbst Tochter Janne (12) ist inzwischen begeistert und hat schon einen eigenen Imkeranzug. „Ich mag eigentlich nichts, was krabbelt, aber die Bienen mag ich“, sagt sie.

Ihr erster Honig nennt sich Frühjahrstracht. „Da ist alles drin – Löwenzahn, Raps, alle Frühblüher“, sagt Nicole Petersen. Die Bienen bringen ihre Tracht in die Waben und verdeckeln sie. Der Imker muss dann die Reife erkennen. Am 24. Mai haben die Petersens das erste Mal geerntet. 30 Kilogramm schwer, goldgelb, klar und flüssig war der Ertrag. Gelagert in großen Eimern wurde der Honig mehrmals täglich gerührt. Nach vier Tagen war er fertig. „Cremig und perlmuttfarben – so wie er sein sollte“, ergänzt sie. Die Rückmeldungen von den ersten Käufern waren durchweg positiv. „Alle sind begeistert und freuen sich, dass es wieder Bienen in Osdorf gibt“, erklärt Karl-Heinz Petersen.

Inzwischen haben die beiden auch die Prüfung abgelegt, die sie berechtigt, das Etikett des Deutschen Imkerbundes zu tragen. Parallel machen sie noch einen Imkerlehrgang bei Hauke Heistermann, dem Vorsitzenden des Imkervereins Gettorf und Umgebung. Geschleudert wird derzeit noch beim Imkerpaten Thorsten Hass aus Felmerholz.

Wer Fragen hat, weil er vielleicht ein Volk im Garten entdeckt hat, oder wer Osdorfer Honig kaufen möchte, wendet sich an Nicole und Karl-Heinz Petersen unter Tel. 04346/36 97 18.

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