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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 18:31 Uhr

„Es geht um den Frieden“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 06:44 Uhr

Eine besondere Einladung nach Brüssel erreichte Jens Ruge vor Weihnachten: Die Alliance of Liberals and Democrats for Europe hat ihn als verdienten Botschafter der EU ausgezeichnet. Am Rande des Dreikönigstreffens der Liberalen in Altenholz, deren Ehrenvorsitzender Ruge ist, verriet er, was die Auszeichnung für ihn bedeutet.

Schon 1974 trat Ruge in die Europa-Union ein, war vier Jahre lang Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein und von 1986 an Vorsitzender auf Kreisebene. In dieser Funktion hat er 28 Reisen in die verschiedensten europäischen Länder organisiert und damit nicht nur Menschen aus der Region, sondern aus ganz Deutschland begeistert. „Ziele sind immer solche Orte, wo man allein nicht hinfahren würde“, erklärte Ruge. So führte der Weg in Bulgarien etwa nicht an die Schwarzmeerküste, sondern über das Land auf der Suche nach den Kulturen, die dort ihre Spuren hinterlassen hatten. In Rumänien standen Klöster auf dem Programm, Zypern wurde zur Zeit der Bankenkrise bereist. Die strenge Trennung des griechischen vom türkischen Teil und die dazugehörige Überwachung ließen die Teilnehmer der Reise nicht unberührt, erzählt Ruge, der sich an die deutsch-deutsche Grenze erinnert fühlte. „Auf solchen Reisen siehst du Dinge, über die man sonst nichts liest“, weiß Ruge und erinnert sich an den Baukran, der seit den 70er Jahren auf einer Hotelrunie auf Zypern verrottet. Außerdem werde immer das Gespräch mit den Menschen des Landes gesucht, denn gegründet worden sei die Europa-Union 1946 als erste Friedensbewegung, betonte Ruge. Deshalb wehrten sich die Mitglieder auch gegen eine Reduzierung ihrer Organisation auf Wirtschaftsthemen. „Es geht um den Frieden“, macht Ruge deutlich. Deshalb sei es auch so problematisch, den mittleren Balkan in die EU zu bekommen. Kaum hätten sie ihre Freiheit erlangt, hätten sie diese genutzt, um sich die Köpfe einzuschlagen. Ruge: „Unter dem Dach der EU verbieten sich Minderheitenkrawalle.“

Mit Wolfgang Kubicki war er einer von vier Deutschen, die in Brüssel für ihr Wirken um die EU ausgezeichnet wurden. „Ich freue mich, dass anerkannt wird, wenn man sich ehrenamtlich für eine Sache einsetzt“, so Ruge.

Mit ihm freuten sich die 50 Gäste des traditionellen Dreikönigstreffens der Altenholzer Liberalen im Gemeindezentrum. Nicht mehr im Bundestag vertreten zu sein, sei eine ganz neue Erfahrung für seine Partei, erklärte Ruge. „Das kannten wir bisher höchstens aus Landtagen.“ Die FDP fehle im Bundestag – als Rechtsstaatspartei, als Bürgerpartei, als diejenige Kraft, die beim Umverteilen von Geldern darauf achtet, dass es zuvor erwirtschaftet wird, und als Kontrollintrument. Nun gelte es, das Image, das der FDP angeklebt worden sei, wieder loszuwerden. „Die Krise ist eine Chance, wir sind weiter im Spiel“, zitierte Ruge den Parteichef Christian Lindner.

Der Parlamentarismus brauche liberale Parlamentarier, bekannte Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) in seinem Impulsreferat. Die Gesellschaft brauche das Bekenntnis zur Freiheit und zur persönlichen Selbstentfaltung. „Alles auf Neuanfang setzen“, lautete sein Appell. „Ich glaube fest an die Wiederauferstehung der FDP“, so Schlie.

Bürgermeister Carlo Ehrich gestand, dass er sich um die Liberalen Sorgen mache. Mit dem NSU, der NSA und der Vorratsdatenspeicherung gäbe es einige Themen, die sich geeignet hätten, liberale Grundsätze deutlich zu machen. Doch seien sie von der FDP im Wahlkampf nicht aufgegriffen worden, bedauerte Ehrich. Er hoffe, dass die Partei sich künftig mit diesen Themen ein Profil geben werde. Ehrich begrüßte außerdem Dirk Rühe, der für den ausgeschiedenen Herbert Klein in die Gemeindevertretung nachrückt.

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