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Präsentation : Erster Saatgut-Tag auf Biohof Boll

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bingenheimer Saatgut AG präsentiert Sorten, Züchtungen und Anbau. Unterschiedliche Böden spielen für Geschmack eine Rolle.

„Wir haben Gerd Boll, Ilona Ebel und Team zu danken. Alle Besucher sind schwer beeindruckt“, wurde der Fachberater des Veranstalters Bingenheimer Saatgut (Hessen), Jörg Schlösser, von anhaltendem Applaus in seiner Schlussrede unterbrochen, denn die mehr als 100 Besucher des diesjährigen Gemüse-, Züchtungs- und Sortentags auf dem Biohof Großholz drückten so ihre Begeisterung über die fünfstündige Darbietung des Bingenheimer Saatguts auf dem Biohof aus, dem ersten Sortentag auf einem Hof in Schleswig-Holstein.

Die Bingenheimer Saatgut AG ist Mitbegründerin der „Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IGSaatgut), bündelt das politische Engagement ökologischer Saatguterzeuger, Züchter und Erhaltungsinitiativen aus. Der Betrieb richtet alljährlich Gemüse-Züchtungs- und Sortentage auf Bio-Höfen über ganz Deutschland verteilt aus. „Das Spektrum unterschiedliches Klima und Bodenkulturen hoch im Norden kennen zu lernen, lag uns am Herzen, die große Sortenvielfalt auf diesem Hof sowie der wohl einmalige Einsatz von Arbeitspferden hat uns sehr beeindruckt“, brachte die Bingenheimer Fachberaterin, Judith Jäger, ihre Anerkennung für den Biobetrieb zum Ausdruck.

Der Geschäftsführer des Mitveranstalters „Kultursaat“, Verein für Züchtungsforschung und Kulturpflanzenerhaltung auf biologisch-dynamischer Grundlage, Michael Fleck, stellte in seinem Einführungsreferat genmanipulierte Sorten (aus dem Labor) und Züchtung auf dem Feld, also Hybriden, gegen samenfeste Sorten vor. Die große Besucherzahl wurde in mehreren Gruppen aufgeteilt, um 35 Hektar Betriebs- und 2000 Quadratmeter Gewächshausflächen mit mehr als 100 Kulturarten zu begutachten, die Betriebsleiter Gerd Boll, Gärtnermeisterin Ilona Ebel und ihr Team nicht ohne stolz präsentierten.

„Auf diesem Hof sind zwei Betriebsleiter, Gärtner, Landwirte, Fachkräfte, saisonale Mitarbeiter, die Teams der Wochenmärkte sowie zwei Gespannführer mit sieben Arbeitspferden vom Einer- bis Dreiergespann für schonende Bodenbearbeitung und Kulturpflege beschäftigt“, erklärte Gerd Boll, der neben dem Ab-Hof-Verkauf (freitags von 15 bis 18 Uhr), dem Einsatz auf den Wochenmärkten Eckernförde, Kiel (Blücherplatz) und Altenholz auch den Bio-Großhandel Grell in Kaltenkirchen sowie die Firma Zwergenwiese/Schleswig mit Rhabarber und Erdbeeren beliefert. „Ob sich die Bio-Ware gegen die genmanipulierte durchsetzt, wird mit den Füßen entschieden, der Verbraucher hat die Macht“, sieht Boll das gesunde Gemüse und Obst durch organisch-biologischen Anbau auf dem Vormarsch.

„Dieser Züchtungs- und Sortentag war aufschlussreich und außerordentlich interessant, ich habe mich an tollem Gemüse richtig durchgefuttert. Durch den anderen Boden hatten zum Beispiel Brokkoli und Blumenkohl einen anderen Geschmack als bei uns“, stellte Stefanie Naeve von Christiansen’s Biolandhof in Esperstoftfeld bei Schleswig abschließend fest.




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erstellt am 29.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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