zur Navigation springen

Testtag 1 : Erster Elektrobus rollt durch die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Stadtverkehr Eckernförde testet seit gestern Elektrobus im Ringverkehr. Die ersten Rückmeldungen sehr positiv. Ein Gutachten zum Einsatz von Elektrobussen ist in Arbeit.

Eckernförde | Er zieht gut durch, beschleunigt zügig und nimmt ohne Ruckeln, Vibrieren und nahezu geräuschlos Fahrt auf. Fahrer Michael Marx ist begeistert vom neuen Testbus des Stadtverkehrs Eckernförde: „Das Fahrverhalten ist phantastisch.“ Der Grund für so kultiviertes Fahrverhalten: der neue Bus hat weder Motor noch Getriebe und wird abgasfrei von 200 kWh Lithium-Eisenphosphat-Batteriepaketen auf dem Dach mit Strom angetrieben. Die beiden 120 kW-Elektromotoren bringen zusammen umgerechnet 300 PS auf die Straße, Höchstgeschwindigkeit 75 km/h. Die Batterieladung reicht für 250 Kilometer Reichweite - genug für einen Einsatztag auf den Eckernförder Straßen. Nachts kommt der Bus dann an die Ladestation, und ist morgens wieder voll aufgeladen.

Auch die Fahrgäste gaben dem ersten Elektrobus der Stadt am Testtag Nr. 1 gute Noten: „Sehr angenehm, hier wackelt nichts, und man hört keine Motorengeräusche – ein Gefühl wie in der Straßenbahn“, sagt Schülerin Lisa Dempe (17), ihre Klassenkameraden stimmen zu. Auch einige der älteren Fahrgäste wie Elke Möller und Antje Gerlach, die oft mit dem Stadtbus unterwegs sind und hier und da auch Kritik anzubringen haben, loben den Fahrkomfort im Elektrobus.

Busfirmen-Berater Gerhard Schlag, Fahrer Michael Marx und seine Chefin, Stadtverkehr-Geschäftsführerin Kerstin Bügler, freuen sich über die positiven Rückmeldungen am ersten Testtag in Eckernförde. Der 10,70 Meter lange Bus aus deutscher Produktion der Firma Sileo in Salzgitter wird bis kommenden Freitag im Eckernförder Stadtverkehr erprobt. Und irgendwann wird dann eine Entscheidung über den Einstieg in die öffentliche Elektromobilität in Eckernförde fallen. Die auch von den Finanzen bestimmt sein wird, denn der Bus kostet mit gut 400  000 Euro Listenpreis knapp das Doppelte wie ein herkömmlicher Diesel. Dafür setzt der emissionsfreie Bus neue Maßstäbe in Sachen Klimaschutz. Eine wichtige Entscheidungsgrundlage dürfte das Gutachten zur Elektromobilität sein, dass die Firma Stadtverkehr Eckernförde derzeit im Auftrag des Kreises für die Städte Rendsburg und Eckernförde erarbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt vorstellt.

„Das ist die Zukunft“, ist Kerstin Bügler vom Einsatz der Elektrobusse überzeugt. Wann es konkret wird, hängt vor allem von den Fördermöglichkeiten für die Umstellung ihres ÖPNV-Fuhrparks ab – fünf der 17 Busse fahren im Stadtverkehr, die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt zwölf Jahre.

Im dreitürigen Sileno-Elektrobus können die Fahrgäste von den 28 Sitz- und 55 Stehplätzen auf zwei Monitoren die zurückgelegte Fahrstrecke, die vorhandene Ladekapazität, die Geschwindigkeit und den Energiefluss verfolgen. Berater Gerhard Schlag instruierte gestern alle interessierten Fahrgäste über die technischen Details und fand dabei reichlich Gehör. Immer wieder wurden er und der begleitende Fahrer Hauke Rabiger von den Fahrgästen in Diskussionen über Pünktlichkeit, Linienführung, fehlende Unterbringungsmöglichkeiten von Rollatoren oder das Verhalten der Busfahrer verwickelt. Das Bedürfnis, darüber zu sprechen, war zumindest auf dieser Tour sehr ausgeprägt.

 

 

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2015 | 06:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen