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Kino-Standort : Erste Kino-Standortalternative heißt Sky

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Konsumgenossenschaft Coop hat Pläne für einen Verbrauchermarkt mit Kino-Etage in der Gartenstraße entwickelt. Demnächst wird sie Gespräche mit der Stadt führen.

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erstellt am 06.Mai.2016 | 06:02 Uhr

Eckernförde | Der Kinostandort Skaterpark im Schulweg ist nicht mehr alternativlos. Die Konsumgenossenschaft Coop hat jetzt mit einem Eckernförder Architekten Planungen für den Bau von Kinosälen auf ihrem Sky-Markt in der Gartenstraße entwickelt, die demnächst mit der Stadt erörtert werden sollen. Das Bestandsgebäude soll entweder saniert und modernisiert oder durch einen Neubau ersetzt werden – oben drauf in etwas zurückgesetzter Form ein Kinokomplex, den der Kinobetreiber Ralf Thomsen aus Heide als Pächter ausstatten und bespielen möchte. Das bestätigte der Geschäftsführer Expansion und Immobilienwirtschaft der Coop, Dierk Berner, auf Anfrage unserer Zeitung (siehe Bericht unten).

Diese Informationen standen im Fokus der Veranstaltung „Alternative Kinostandorte – auch eine Frage der Stadtplanung“, zu der SPD, Grüne, Linke und das Bürger-Forum am Dienstagabend ins – vollbesetzte – Stadthallenrestaurant eingeladen hatten. Die vier Fraktionen lehnen allesamt den Kinostandort Skaterpark Schulweg strikt ab und haben das auch mit 14:11 Stimmen mehrheitlich in der Ratsversammlung durchgesetzt. CDU, SSW und FDP indes halten an dem Standort fest, haben den abgelehnten Antrag erneut für die Ratsversammlung am 12. Mai auf die Tagesordnung setzen lassen und für den Fall eines erneuten Scheiterns gleich die Durchführung eines Bürgerentscheids mitbeantragt. Am Skaterpark steht das Kieler Handelsunternehmen Bartels-Langness (Markant, Famila) als Investor für einen Verbrauchermarkt mit angeschlossenem Kino in den Startlöchern. Auch Kaufland (Rewe) hat sein Interesse signalisiert. Der von der Ratsversammlung mit einem Verhandlungsmandat ausgestattete Bürgermeister Jörg Sibbel hatte zuvor eine Einigung mit den Skatern und Kleingärtnern für eine Umsiedlung des Skaterparks auf die andere Straßenseite im Schulweg erzielt und sich auf Grundlage der seinerzeit verfügbaren Planungen nach eingehender Prüfung für den Skaterpark als einzig möglichen Kinostandort ausgesprochen.

Nach dem Vorstoß von Coop hat sich die Lage allerdings verändert. „Der Skaterpark ist keine Option, widerspricht allen bisherigen Planungen und sollte sofort aufgegeben werden“, erklärte Sören Vollert (Die Grünen). Die Innenstadt und der Einzelhandel würden durch den keineswegs zentrumsnahen, westlich der Bahntrasse liegenden Standort geschwächt und nicht – wie in allen Entwicklungsplänen gefordert – gestärkt. Die Ratsfraktionen sollten sich nach vierjähriger Kinodiskussion endlich „zusammenraufen und zielgerichtet einen Standort entwickeln, der den Vorgaben entspricht“. Neben der Gartenstraße gebe es auch Interessenten, Investoren und Kinobetreiber für den Standort Schulweg / Ecke Reeperbahn. Und auch das große Bahnhofsareal müsse neu überplant werden, egal ob mit oder ohne Kino oder Bahnhofsgebäude. Investoren für Eckernförde zu finden, sei kein Problem.

„Es gibt Alternativen, sie sind sehr konkret“, versicherte auch Kinobetreiber Ralf Thomsen. Eine Bauvoranfrage sei in Vorbereitung. Die Coop sei nach der Festlegung der Verwaltung auf den Standort Skaterpark auf ihn zugekommen, um mit ihm zusammen den Kinostandort Sky-Markt Gartenstraße zu entwickeln. Thomsen sieht dort sechs kleinere Säle für unerlässlich an, um sein Programm zeigen zu können. Pro Kinosaal müssten rund 100  000 Euro in die Technik und Ausstattung investiert werden. Die ersten Entwürfe seien vielversprechend. Er hofft, dass die Standortdiskussion sich nicht aus der Not heraus ausschließlich auf den Skaterpark beschränkt, „der ist absolut zweite Wahl“, so Thomsen, der gegenüber der EZ im Falle einer Realisierung auch dem Naturfilmfestival Green Screen seine Unterstützung zusicherte. In Heide kommen jährlich 120  000 Besucher in sein Kino mit vier Sälen, „das ist zu wenig, ich brauche eigentlich zwei mehr“.

Zuvor hatten die Fraktionsvorsitzenden Rainer Beuthel (Die Linke), Edgar Meyn (Die Grünen), Matthias Huber (Bürger-Forum) und Martin Klimach-Dreger (SPD) in kurzen Statements ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Festlegung auf den Skaterpark dargelegt. Wer gegen den Skaterpark ist, lehne keineswegs ein Kino ab, wie es teilweise in der öffentliche Debatte suggeriert worden sei. Beuthel sprach von einer „Irreführung der Öffentlichkeit“. Meyn sprach im Zuge der einseitigen Festlegung auf den Skaterpark als Standort von einer „Kurzschlusshandlung der Verwaltungsspitze“. Huber wies darauf hin, dass der Skaterpark eben nicht alternativlos und daher derzeit auch nicht zustimmungsfähig sei. Klimach-Dreger sagte, andere Standorte wie der in der Gartenstraße könnten in der gleichen Zeit umgesetzt werden wie der Skaterpark. Der Verwaltung müsse jetzt „der Impuls gegeben werden, in diese Richtung zu gehen “. Alle Redner betonten, dass man sich freuen würde, wenn sich noch weitere Investoren und Kinobetreiber bei der Verwaltung melden würden, um dann „so schnell und sorgfältig wie möglich“ die beste Lösung für Eckernförde entwickeln zu können, sagte Klimach-Dreger. „Wir sind weder auf Herrn Thomsen noch auf die Coop festgelegt“, unterstrich Huber die Unabhängigkeit der Entscheidung. Und es müsse auch nicht unbedingt ein Verbrauchermarkt mit einem Kino gekoppelt sein, es gebe auch Hotelinvestoren, die im Falle eines Zuschlags auf dem Stadthallengelände ein Kino bauen würden: „Sagen Sie uns, was geht, ich bestell die Steine“, zitierte Huber einen Hotelinvestor.

Moderator Joschka Knuth (Grüne) gab dann den etwa 200 Bürgern das Wort. Es gab auch kritische Nachfragen, aber viele zeigten sich angetan von der neu eröffneten Möglichkeit, im Stadtzentrum ein neues Kino zu errichten. „Das ist ein idealer Standort“, sagte Uwe Burscheid. Eine Marktanalyse und die Festlegung der Kinogröße seien „die Entscheidung von Leuten, die rechnen können“, sagte Moderator Knuth auf entsprechende Fragen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

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