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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 04:04 Uhr

Nooröffnung : Erste Ideen für die Nooröffnung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Workshop mit Vertretern der Öffentlichkeit hat erste Ansätze einer Ausgestaltung der zentralen Innenstadtfläche gebracht. Dazu gehörten: Reihenhäuser, sozialer Wohnungsbau, ein Wanderweg und – kein Kino.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2015 | 05:43 Uhr

Eckernförde | Die Nooröffnung kommt. Doch wann die Neugestaltung des Areals zwischen Reeperbahn, Bahnschienen, Noorstraße und Schulweg soweit ist, konnten auch die Mitglieder des Workshops vom Sonnabend nicht sagen. 26 Bürger hatten sich drei Stunden lang in Klausur gesetzt, um Vorstellungen von der Ausgestaltung der Nooröffnung zu entwickeln. Darunter waren Politiker, Vertreter von Beiräten, Vereinen und der Kirche, von Wirtschaftsverbänden und Wohnungsunternehmen, Stadtwerken, Verwaltung, Architekten und der Bürgerinitiative. Am Nachmittag präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Arbeit im Rathaus vor rund 50 Bürgern. Sie sind jetzt Grundlage weiterer Besprechungen – noch keine gesetzten Entscheidungen.

Die Arbeitsgruppe „Städtebau/ Gestaltung“ plädierte laut Sprecherin Katharina Heldt dafür, die Hafenpromenade um den Steindamm herum- und an der Borbyer Seite ohne Unterbrechung fortzuführen. Die Bebauung der Borbyer Seite ab Parkplatz Vogelsang Richtung Siegfried-Werft will die Gruppe dagegen ad acta legen. Ob das Baufeld an der Gaehtjestraße/ Ecke Steindamm bebaut werden soll, müsse verkehrsplanerisch noch geklärt werden. Dazwischen jedoch sollen nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe zweigeschossige Gebäude mit einer Traufhöhe von sechs Metern plus Satteldach entstehen – mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss und Wohnen im Obergeschoss.

Bei dem neu entstehenden Gewässer soll am Südostufer Reihenhäuser für Privatleute entstehen – zweigeschossig plus Satteldach. In der zweiten Reihe dahinter sprach sich die Gruppe für Geschosswohnungsbau aus – dreigeschossig mit Satteldach. Hier soll auch sozialer Wohnungsbau entstehen. Der Einzelhandel soll am Schulweg platziert werden. Tiefgaragen sollen den ruhenden Verkehr aufnehmen.

Ein Kino hätte nur eingeschränkt Platz an der Nooröffnung: „Nur mit deutlich weniger als 700 Sitzplätzen“, so Katharina Heldt. Eine Alternative wäre das Gelände des Skaterparks. Als Ausweichfläche für die Jugendlichen könnte eventuell die Grünfläche auf der Nordwestseite dienen.

Die Arbeitsgruppe „Wirtschaft/ Ökonomie“ hat sich ebenfalls mit der Ansiedlung eines Kinos beschäftigt. „Dabei ist uns aufgefallen, wie klein das Gebiet ist, über das wir reden“, sagte Sprecherin Karin Himstedt. „Das würde die weitere Nutzung sehr einschränken.“ So tendiert auch ihre Gruppe dazu, das Kino auf dem Gelände der Skaterbahn anzusiedeln.“ Auch ohne Kino bliebe nur Platz für 50 bis 70 Wohneinheiten. Den Fokus legte die Gruppe dabei auf den Mietwohnungsbau in einem Mix aus frei finanzierten und geförderten Wohnungen. Ein Wanderweg müsse am neu entstehenden Gewässer entlangführen – frei zugänglich.

Der Gruppe „Soziales/ Gesellschaftliches“ war es wichtig, Mehrgenerationswohnen zu ermöglichen. „Wohngemeinschaften und Gemeinschaftshäuser“, so Sprecher Michael Kornath. Auch kleinere Wohneinheiten für Singles müssten entstehen, sozialer Wohnungsbau und ein Treffpunkt als Jugendangebot. Eine Badestelle und eine wassersportliche Nutzung seien selbstverständlich.

Die Gruppe „Ökologie“ forderte, das Zusammenspiel von Noor und Ostsee sichtbar zu machen. Das Wasser müsse „erlebbar und erfahrbar“ werden, so Sprecher Martin Klimach-Dreger. Es müsse sichtbare Verbindungen und einen direkten Weg an der Wasserkante geben, der keine „B-Seite“ werden dürfe, an der die Mülltonnen der Wohnhäuser stünden. Dabei bedürfe es einer harten Wasserkante auf der Südost-Seite, während auf der gegenüberliegenden Seite ein Schilfgürtel entstehen könnte.

Der im Vorfeld immer wieder genannte geplante „Investorenwettbewerb“ irritierte Günter Haß, Vorsitzender des Altstadtvereins. „Wir brauchen Entwürfe von Gestaltern und Architekten, die unsere Stadt verschönern“, sagte er. „Das muss ein Architektenwettbewerb sein.“ Bürgermeister Jörg Sibbel beruhigte: „Wir denken bei dem Investorenwettbewerb an regionale Bietergemeinschaften, die auch auf architektonische, soziale und ökologische Aspekte Rücksicht nehmen und mit denen wir unsere Vorstellungen besprechen können. Wir wollen gerade nicht mit dem Wettbewerb alles an Kompetenzen aus der Hand geben. Die letzten Entscheidungen werden im Rathaus getroffen.“

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