Elektrofischen im Lachsenbach : Erstaunliches Ergebnis: Die Meerforellen sind schon da

Die größte der kleinen Meerforellen maß gute 15 Zentimeter und wird im Herbst in die Ostsee abwandern.
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Die größte der kleinen Meerforellen maß gute 15 Zentimeter und wird im Herbst in die Ostsee abwandern.

Der Lachsenbach soll durch den Besatz mit Jungfischen wieder Laichgewässer und Kinderstube für viele Salmoniden werden. Im Frühjahr könnten die ersten Fischen eingesetzt werden. Entrohrungen sollen die Annahme durch die Meerforellen fördern.

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26. Juni 2014, 06:08 Uhr

Eckernförde | Der Lachsenbach verfügt über eine kleine, natürliche Meerforellenpopulation und scheint für ein Wiederbesiedlungsprojekt gut geeignet. Das hat gestern eine abschnittsweise Beprobung durch den Fischereifachwirt Albrecht Hahn ergeben. Mit Wathose und einem leichten Elektrokescher ausgestattet durchquerte der Berater der Landwirtschaftskammer für Aquakultur und Binnenfischerei und Betreuer der Fischbrutanstalt Altmühlendorf bei Warder den an diesem Tag nur wenige Zentimeter tiefen Lachsenbach einige hundert Meter bachaufwärts vom Sportplatz der Richard-Vosgerau-Schule in der Norderstraße bis zu den Kleingärten im Feldweg. Mit 140 Volt und 0,5 Ampère schickte er Gleichstrom ins flache Bachbett, der die Fische in schonender Manier in den Kescher – die Anode – leitete. Nur auf diese Weise ist ein Überblick über den Fischbestand möglich. Und nur so lässt sich die Frage beantworten, ob es im Lachsenbach eine natürliche (Meer)Forellenpopulation gibt. Klare Antwort: Ja. Es gibt einen kleinen, natürlichen Besatz, „aber das Potenzial ist mit Sicherheit nicht ausgeschöpft“, sagte Albrecht Hahn.

Hahn sieht sich als Projektunterstützer, der den Eckernförder Projektpartnern bei der Wiederansiedlung der Meerforellen im Lachsenbach mit Rat und Tat zur Seite steht. Für die Stadt unterstrich der Beauftragte für Naturschutz und Landschaftsplanung, Michael Packschies, den Wunsch, den Lachsenbach für die Meerforellen wieder zu einem bevorzugten Lebensraum zu machen. Seitens der Richard-Vosgerau-Schule hat der Junglehrer und passionierte Naturschützer und Angler Ernst Vossen sich die Wiederbesiedlung zum Ziel gesetzt und möchte dabei die Schüler einbinden (wir berichteten). Nach der etwa zweistündigen Befischung war klar, dass der Lachsenbach ein intaktes Fließgewässer mit einem ansehnlichen Fischbestand ist. Innerhalb der ersten Stunde gingen fünf Meerforellen, eine davon gut 15 Zentimeter lang und kurz vor dem Abwandern in die Ostsee, in den Elektrokescher. Dazu mehrere Stichlinge, ein Flussbarsch und gut ein Dutzend Aale von ganz klein bis zu einem ansehnlichen Exemplar von 30 Zentimetern.

Hahn hält den Lachsenbach bestens geeignet für die Wiederansiedlung von Meerforellen. Wichtig werde es sein, die Fische beim Aufstieg durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen und „das Potenzial des Baches anzuschieben. Die Natur hat gezeigt, dass es nicht aussichtslos ist, jetzt müssen wir uns zusammensetzen und die weitere Schritte besprechen“, so der Fischexperte. Möglich wäre ein Initialbesatz im kommenden Frühjahr und den nächsten Jahren mit bis zu 10 000 Jungfischen, bis kein Besatz mehr erforderlich ist. Begleitend dazu könnten bauliche Maßnahmen wie eine Entrohrung im Bereich Karlstraße/Bergstraße die Rückkehr und Vermehrung der Meerforellen im Lachsenbach fördern.

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