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Alle Fische raus : Erst abfischen, dann entschlammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Guter Fang im Holtseer Regenrückhaltebecken – Angelsportverein Sehestedt holt Plötze, Karauschen und Karpfen aus dem Wasser

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 06:28 Uhr

Holtsee | Mit Kescher und Wathose ausgestattet hatten die Angler des ASV Früh-Auf Sehestedt ihren nächsten großen Einsatz an ihrem neuen Angelrevier, dem Holtsee. Nachdem der Verein das Angelrecht für zwölf Jahre gepachtet hat, ist es auch Aufgabe des Vereins, für einen gesunden Fischbestand in dem Gewässer zu sorgen. Doch bevor die Aktiven ihrem Hobby nachgehen können, steht einige Arbeit ab. So wurde bereits der Uferbereich vor einigen Wochen von Totholz und Wurzelwerk befreit, am Sonnabend stand das Regenrückhaltebecken im Mittelpunkt.

Das Becken hat einen Zulauf zum Holtsee und so gelangen viele Nährstoffe in den See. Das habe dazu geführt, dass der Weißfischbestand nahezu explodiert ist. „Der Bestand ist viel zu hoch für den See“, betonte der Vereinsvorsitzende Dirk Dennin. Außerdem soll das Becken von der Gemeinde entschlammt werden. Der Angelsportverein (ASV) fischte aus diesem Grund erst einmal das Regenrückhaltebecken leer. „Wir wissen absolut nicht, was uns dabei erwartet, denn es wurde noch nie was an diesem Becken gemacht“, sagte Rüdiger Neukamp, Biologe beim Landessportfischerverband. Unter der Leitung von Neukamp pumpten die 25 Mitglieder des ASV das Becken leer. Parallel dazu wurden an beiden Enden des Beckens große Netze gespannt. Nachdem der Wasserstand um etwa 20 Zentimeter gefallen war, wurde das Netz, das im verschlammten Bereich des Beckens lag, von vier Mitgliedern langsam eingeholt. „Diese Methode ist recht unkonventionell, aber sie schont die Fische. So vermeiden wir, dass die Fische Schlamm auf die Kiemen bekommen“, erklärte Neukamp das Vorgehen. Nachdem das eine Netz auf dem anderen lag, wurde das obere langsam weggezogen. Dann hoben die Mitglieder das untere Netz an. Dort zappelten Plötze, Karauschen, eine Rotfeder und sogar ein Karpfen.

Für die Mitglieder des ASV war nun Eile geboten. Im Vorfeld wurde ein Anhänger mit Wassertank und Sauerstoffpumpe mit Wasser gefüllt. Mit Keschern beförderten die Angler die Fische in den Behälter. „Wir müssen uns beeilen, um die Fische nicht zu gefährden“, betonte Dennin. Insgesamt wurde das Netzverfahren viermal angewendet, bis das Becken leer war. Nach jedem Durchgang wurden die Fische zur Schirnauer Au gefahren. „Dort setzen wir sie wieder aus. Im Holtsee sind schon zu viele Fische, deshalb haben wir uns für die Au entschieden“, sagte Dennin.

Anschließend wurde das Becken dann komplett leergepumpt, der Auftrag für die Entschlammung wurde bereits an eine Fachfirma vergeben. Das Entschlammen sei auch für den See wichtig, denn so werde der Nährstoffgehalt im Holtsee reduziert.

In den nächsten Jahren soll der Fischbestand kontinuierlich auf ein vernünftiges Niveau gebracht werden. So sollen vor allem Cypriniden, also unter anderem Karpfen, abgefischt und Raubfische, wie Barsche und Hechte, eingesetzt werden. Klar geregelt werden soll auch die Nutzung des Sees durch die Angler und Badenden. Während der Badesaison wird es eine markierte Badezone geben. Außerdem kann von den rund 1870 Vereinsmitgliedern auch vom Boot aus geangelt werden. Neben dem Holtsee hat der Verein auch die Schirnauer Au seit 1983 von der Gemeinde Bünsdorf gepachtet.  
 


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