zur Navigation springen

Ernteumzug im Ostseebad : Erntedank – eine gute Tradition

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit dem Erntewagen durch die Innenstadt: Festumzug zum 40. Erntefest zog zahlreiche Besucher an / Stadträtin nimmt Erntekrone entgegen

Bunt geschmückt zogen die Erntewagen, musikalisch begleitet durch Jagdbläser und dem Spielmannszug „Drums and Pipes“, bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt von Eckernförde.

Gezogen wurden die Wagen stilecht durch Traktoren aus verschiedenen Epochen – vom Oldtimer bis zum modernen Ackerschlepper war alles vertreten. Auch ein Pferdegespann war dabei. Männer, Frauen und Kinder in bäuerlichen Trachten rundeten das bunte Bild ab. Der Umzug endete vor der Stadthalle, wo zuerst der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Klaus-Peter Lucht, die Teilnehmer des Umzugs sowie die Gäste und Zuschauer, aber auch Stadträtin Katharina Heldt, Mitglied des Bundestags und Landesvorsitzender der CDU Ingbert Liebing, und Pastor Ullrich Schiller begrüßte. Lucht betonte, dass bei der diesjährigen Ernte gute Erträge erwirtschaftet werden konnten, auch wenn die Zeitfenster für das Einbringen der Ernte witterungsbedingt immer recht knapp waren. Entgegen landläufiger Meinung würde das Land nicht zu intensiv bewirtschaftet werden. Es sei zu bedenken, dass weltweit viele Milliarden Menschen ernährt werden müssen, wozu auch die deutschen Bauern durch Exporte beitrügen, so Lucht. Er wünsche sich einen fairen Umgang miteinander, die Bauern gingen verantwortlich sowohl mit dem Boden als auch mit ihren Tieren um, da gäbe es in der Öffentlichkeit oft ein schiefes Bild.

Besonders erwähnt wurde in dieser Begrüßung das Bauernpaar Christel und Günter Wilke aus Karlsminde, das in diesem Jahr zum 40. Mal am Ernteumzug beteiligt war. Das Ehepaar käme ursprünglich aus Stettin und sei durch Flucht und Vertreibung aus der Heimat seit 1945 in Schleswig-Holstein, so berichtete Günter Wilke, der in früheren Jahren das Erntefest gerne mit organisiert hatte.

Das neue Kronbauernpaar Uta und Dirk Tams-Detlefsen hatte mit ihren Söhnen Fabian (8) und Bastian (5) am Festumzug teilgenommen. Es sei eine Ehre, Kronbauer zu sein, man müsse die gesamte Bauernschaft repräsentieren. Und aufregend sei es dazu, erzählte Dirk Tams-Detlefsen, zumal er ja auch noch eine Ansprache halten müsse.

Aber es gab nicht nur Ansprachen: Neben den musikalischen Einlagen der Jagdhornbläser und der „Drums and Pipes“, sorgten auch das Schützenbläserkorps Kappeln und ein Auftritt der Kindertanzgruppe der Siedlergemeinschaft Owschlag für Unterhaltung. Konzentriert aber voller Freude führten die Jungen und Mädchen in Trachten einen „Hexentrank-Tanz“ oder den „Butterkringel“ auf, die Besucher dankten mit reichlich Beifall.

Der Schirmherr, Ingbert Liebing, betonte in seiner Ansprache, dass Erntedank eine gute Tradition ist, denn es sei nicht selbstverständlich, reichhaltig zu ernten und satt zu werden. Wir alle lebten mit und von der Natur, das sei ein Grund demütig zu sein. . „Unser Privileg satt zu sein, ist gleichzeitig eine Verpflichtung, anderen zu helfen“, schloss der CDU-Landesvorsitzende seine Ansprache. Dass die Landwirte sich nicht auf einer guten Ernte ausruhen könnten, erklärte der neue Kronbauer Dirk Tams-Detlefsen, schließlich sei „nach der Ernte vor der Ernte“.
Im kommenden Jahr solle das Erntefest dann am Hafen kombiniert mit einem Bauernmarkt stattfinden, man hoffe, so noch mehr Menschen erreichen und für die Belange der Landwirtschaft sensibilisieren zu können, so Kreisbauernverbandsvorsitzender Klaus-Peter Lucht.Die abwechslungsreiche Veranstaltung schloss mit einem gemeinsamen Umtrunk und dem Singen der ersten Strophen des Pommernliedes und des Schleswig-Holstein-Liedes sowie der Nationalhymne.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen