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Sorgen beim Reitverein : Erneut drei Pferde beschlagnahmt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Halter fühlen sich von der Staatsanwaltschaft unter Druck gesetzt. Johannes Kahlke will sich zurückziehen

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Brekendorf | Im Fall der Tierquälerei-Vorwürfe um den Reit- und Fahrverein Brekendorf überschlagen sich die Ereignisse: Die Staatsanwaltschaft Kiel hat inzwischen drei weitere Pferde beschlagnahmt. Unterdessen erklärt sich Johannes Kahlke bereit, sein Amt als stellvertretender Vorsitzender zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig solidarisieren sich andere Reiter mit den Brekendorfern.

Gestern bestätigte Oberstaatsanwältin Birgit Heß, dass am Mittwoch drei Pferde auf einer Koppel in Schoothorst beschlagnahmt wurden. Nach Informationen unserer Zeitung geht die Behörde offenbar davon aus, dass die Tiere Johannes Kahlke gehören. Wegen des Vorwurfs des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen ihn waren am Donnerstag vergangener Woche bereits 57 Pferde vom Hof und von drei Koppeln des Reitvereins beschlagnahmt worden.

Kahlke bestreitet, seit 2009 überhaupt ein Pferd besessen zu haben. Die drei beschlagnahmten Tiere gehören ihm zufolge einem befreundeten Halter. Gestern Abend bot er dem Vorstand an, sein Amt als stellvertretender Vorsitzender niederzulegen. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Doch zum Wohle des Vereins und um die Rückgabe der Pferde nicht zu gefährden, bin ich zu diesem Schritt bereit“, sagt Johannes Kahlke. Die Staatsanwaltschaft koppele die Rückgabe der Pferde an die Halter offenbar daran, dass er künftig nicht mehr für die Versorgung zuständig sei. Das bestätigt Jessica Spiering aus Lottorf. Zu ihr habe die zuständige Staatsanwältin Dr. Maya Schönfeld gesagt: „Solange Sie mit Johannes Kahlke zusammenarbeiten, bekommen Sie Ihr Pferd nicht zurück.“ Britta Buchholz, deren Tochter ein Pferd beim Reitverein hatte, habe die gleiche Auskunft erhalten. Dadurch fühlen sich die Halter zu Unrecht unter Druck gesetzt.

Ähnlich geht es Frank Zeutschel aus Ammersbek im Kreis Stormarn. Er habe sich von den Haltungsbedingungen auf dem Hof des Reitvereins zuletzt im Dezember selbst überzeugt. „Unseren beiden Pferden geht es dort gut“, sagt er. Er arbeite seit Jahren mit dem Verein und Johannes Kahlke zusammen, es habe nie Grund zu Beanstandungen gegeben. Wie die meisten anderen Halter auch, habe er nun einen Anwalt eingeschaltet.

Auch der Reitverein Bellevue aus Klein Bennebek stellt sich hinter die Brekendorfer. „Wir kennen uns seit 20 Jahren. Der Reit- und Fahrverein hat seine Verantwortung gegenüber den Tieren immer vorbildlich wahrgenommen“, sagt das Vorstandsmitglied Thomas Hornemann. Auch Bistensee-Besitzerin Gretel Jarck solidarisiert sich mit dem Verein und mit Johannes Kahlke. Sie habe eine Koppel für zwei Pferde zur Verfügung gestellt. „Die Pferde haben sich hier wohl gefühlt“, sagt sie.

Vorsitzender Arno Krause freut sich über so viel Zuspruch. „Viele wissen nicht, wie sie uns helfen können. Wir müssen weiter die Pacht für den Hof aufbringen, ohne die Pferde entgehen uns aber die Einnahmen. Deshalb freuen wir uns über Spenden“, sagt er.

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