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Mensch-des-Jahres-Wahl : Erika Schwedler gewinnt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

EZ-Leser wählen die Leiterin des Eckernförder Handarbeitskreises zum Mensch des Jahres 2014

Kunst von Margit Buß an den Wänden, Musik der „Acoustic Super Heroes“ in der Luft und die gute Sache im Herzen – so ließe sich die Abschlussveranstaltung der Eckernförder Zeitung der Aktion „Menschen des Jahres 2014“ umschreiben. Die Galerie Carlshöhe von Marlies Greifenberg passte mit seinen inspirierenden Atmosphäre besonders gut zu der Würdigung der fünf „Auserwählten“, die allesamt viel für die Gesellschaft und ihre Menschen geleistet haben. Die EZ-Redaktion hatte im Vorwege über den besonderen Einsatz von fünf Menschen aus der Region berichtet und die Leserinnen und Leser aufgefordert, unter den „Menschen des Jahres 2014“ ihren Favoriten zu wählen. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz geehrt wurden Peter Thietje als Käpt’n Piet des Eckernförder Piratenspektakels, Erika Schwedler als unermüdliche Leiterin des Handarbeitskreises Eckernförde mit außerordentlicher Spendensumme, Jutta Kreuziger als Initiatorin und Organisatorin des Kunst- und Kulturwochenendes „Unter dem Himmel von Bohnert“, Marianne Derlien aus Brekendorf für ihren knapp 40-jährigen Einsatz für alkoholkranke Menschen und Jörg Petersen aus Dänischenhagen, der seit über 30 Jahren die Jugendfußballer betreut und jährlich ein großes Jugendfußballturnier zugunsten der Mukoviszidose-Stiftung mit zuletzt 57 Mannschaften ausrichtet. Fünf „Menschen des Jahres“, die den Titel mehr als verdient haben.

Und die Leserinnen und Leser haben fleißig abgestimmt. Exakt 1000 Stimmen wurden für die Fünf abgegeben – die meisten per Telefon, aber auch viele Onlinestimmen, angekreuzte Stimmzettel aus der Zeitung und nur wenige per SMS. Das Schöne an der Auszählung war: Alle Menschen des Jahres haben richtig gut „abgesahnt“, wie EZ-Redaktionsleiter Gernot Kühl in seiner Begrüßung feststellte. Alle lagen relativ dicht beieinander, aber wie es bei einer Abstimmung nun mal so ist: Einer vereint am Ende dann doch die meisten Stimmen auf sich. Und dieser „eine“ ist eine Frau – Erika Schwedler. Dietmar Ruhfus, „Mensch des Jahres 2013“, lüftete das Geheimnis in seiner lebendigen und von seinen intensiven Erfahrungen als Fürsprecher der Kinder-Augen-Krebs-Stiftung geprägten Laudatio – großer und langanhaltender Applaus der gut 70 Gäste für die 73-Jährige. Erika Schwedler führt den Handarbeitskreis Eckernförde seit 25 Jahren, ist aber schon seit 39 Jahren als aktive Handarbeiterin dabei und strickt, näht und häkelt, dass die Nadeln glühen. Die derzeit 14 Damen zwischen 52 und 86 Jahren sind dermaßen fleißig und produktiv, dass alle zwei Jahre ein dicker Scheck von über 10 000 Euro jeweils anteilig für die Schule am Noor, die Lebenshilfe Eckernförde und Bützow und die Helen-Keller-Schule, dem Landesförderzentrum Körperliche und Motorische Entwicklung in Damp, ausgestellt werden kann. Im Laufe der 40 Jahre „ist schon ein Einfamilienhaus zusammengekommen“, sagte unlängst bei der Scheckübergabe im Keller der Willers-Jessen-Schule Volker Möller vom Förderverein der Helen-Keller-Schule und drückte damit seinen Hochachtung vor dem jahrzehntelangem Engagement des Handarbeitskreises mit Erika Schwedler an der Spitze aus. Und Einfamilienhäuser in Eckernförde sind bekanntlich nicht unter 200 000 Euro zu haben.

Unter den Gästen und Gratulanten waren auch Bürgermeister Jörg Sibbel, Kreispräsident Lutz Clefsen, der Sprecher der Chefredakteure des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und der Schweriner Volkszeitung, Stephan Richter, sowie Ralf Höpfner als Vertreter der Flensburger Brauerei als Mitinitators der Aktion „Menschen des Jahres“. Bürgermeister Sibbel stellte den hohen Wert des Ehrenamtes und insbesondere die Leistungen der Geehrten heraus. „Was die Nominierten geleistet haben, ist mehr Sein als Schein.“ Sie seien mehr als Helden des Alltags und ihr Engagement bedürfe einer besonderen Würdigung. Kreispräsident Clefsen würdigte darüber hinaus auch das Engagement des sh:z und der EZ im Rahmen dieser Aktion. Die landesweite Verbreitung dieser Ehrenamtsoffensive „ist einmalig in Deutschland“. Gerade der uneigennützige Einsatz vor Ort stärke das Gemeinwesen und helfe den Menschen.

Chefredakteur Richter zeigte sich immer wieder überrascht, wie unterschiedlich und facettenreich die Kandidaten im ganzen Land seien. Bei allen nominierten Kandidaten sei die Nachhaltigkeit ihrer ehrenamtlich Arbeit zu erkennen. „Das sind alles keine Schnellschüsse – unsere Menschen des Jahres sind alles Langstreckenläufer.“ Und Brauerei-Vertreter Höpfner kam auf das Leitmotiv der Aktion zu sprechen und ergänzte das berühmte Kästner-Zitat „Es gibt nicht Gutes, außer man tut es“: „Es gibt nichts Gutes, außer man teilt es (mit)“. Die Nominierten würden ihre Kraft und ihr Engagement mit ihren Mitmenschen teilen. Die Aktion mache nicht nur die „Kraftquellen des gemeinen Tuns“ deutlich, sondern sei durch die Berichterstattungen in den Zeitungen des Verlags ein „Dokumentation gesellschaftlicher Arbeit“. Höpfner regte an, aus der Vielzahl der nominierten Menschen des Jahres“ irgendwann einmal einen Sammelband herauszugeben.

Die EZ-Redakteure Susanne Meise und Achim Messerschmidt stellten die „Menschen des Jahres 2014“ in Interviews auf der Bühne vor und entlockten ihnen aufrichtige Bekenntnisse, warum sie sich so für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft engagieren. Peter Thietje kam immer wieder auf den „Eckernförder Geist“ zu sprechen, der geprägt sei von Engagement und Aktivität. Marianne Derlien schilderte menschliche Begegnungen und Schicksale, die Freude „trockener“ Alkoholiker und beklagte die immer jünger werdenden Klienten. Sie selbst kümmere sich als 70-Jährige jetzt nur noch um, „Trockene, „ich nehme keine jungen Nassen mehr“.

Jutta Kreuziger beschrieb die sich langsam entwickelnde Erfolgsgeschichte des Kulturwochenendes „Unter dem Himmel von Bohnert“. Das Niveau sei hoch, das gelte es zu halten. Die Resonanz sei mittlerweile enorm groß. Jörg Petersen, der an diesem Abend beruflich verhindert war und von seiner Frau Ute vertreten wurde, schilderte in einem eingespielten sh:z-TV-Interview, wie wichtig der Jugendfußball für die Entwicklung der Kinder sei und dass sich deshalb jeder Einsatz lohnt. Und Erika Schwedler machte beste Werbung für ihre handarbeitenden Damen, auch Herren würde sie gerne mal wieder begrüßen, und auch jüngere Aktive. Auf die Frage, ob sie vom Bürgermeister schon ein Signal bekommen hat, ob der Handarbeitskreis denn angesichts der noch ungeklärten künftigen Nutzung der Willers-Jessen-Schule in den Kellerräumen bleiben dürften, sagte sie: „Ich hab’ Vertrauen zu ihm!“

Erika Schwedler wird nun als Vertreterin des Altkreises Eckernförde an der landesweiten Kür der „Menschen des Jahres 2014“ teilnehmen und wird Anfang Februar auf Schloss Plön erwartet.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 21.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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