Leselust : Erfolgreiches Jahr für die Leseförderung

Die Vorlesezeit mit dem japanischen Erzähltheater Kamishibai und Bücherei-Leiterin Britta Günther erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Kindern und Eltern.
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Die Vorlesezeit mit dem japanischen Erzähltheater Kamishibai und Bücherei-Leiterin Britta Günther erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Kindern und Eltern.

Gemeindebücherei Gettorf weckt mit vielfältigen Aktionen die Lust am Lesen bei Kindern und Jugendlichen / Zahl der Ausleihen auf 52 000 gestiegen

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21. Januar 2015, 06:25 Uhr

Gettorf | Mit dem Abenteuer „Smilla findet einen Brief“ hat die Gemeindebücherei gestern den Startschuss für die Vorlesezeiten im neuen Jahr gegeben. Die Termine, bei denen die Kinder mit Hilfe des japanischen Erzähltheaters Kamishibai in die Geschichten eintauchen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind im vergangenen Jahr zu einem wichtigen Baustein der Leseförderung geworden, berichtet Britta Günther, Leiterin der Gemeindebücherei.

Weitere Instrumente, um bei Groß und Klein die Lust aufs Lesen zu wecken, waren der Ferienleseclub und die Lesestartersets. Eltern mit dreijährigen Kindern können sich die quietschgelben Taschen, die mit einem Bilderbuch, einem Ratgeber rund ums Vorlesen und Broschüren gefüllt sind, bei Britta Günther und ihrer Kollegin Valeria Haberer abholen. „Unser Kontingent für 2014 war schnell ausgeschöpft“, sagt Günther, die Taschen nachordern musste. Insgesamt 40 wurden verteilt. Auch in diesem Jahr wird es die Sets geben, die vom Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen und zahlreichen Unterstützern aufgelegt werden. Die älteren Kinder können sich auf den Ferienlese-Club freuen, der wie in jedem Jahr die Sommerferien mit spannender Lektüre bereichern wird. Waren die Teilnehmer in den ersten Jahren noch sehr auf die Zertifikate aus, so ging es den 80 jungen Lesern im vergangenen Jahr weniger darum. „Sie haben gelesen, weil sie Lust dazu hatten. Das war echt schön“, stellt Britta Günther zufrieden fest – 450 Bücher wurden in den großen Ferien verschlungen. Die Titel, die immer eigens dafür angeschafft werden, konnten zu einem großen Teil aus den Einnahmen des Bücherflohmarkts finanziert werden, der mehr als 1000 ausrangierte Bücher umfasste.

1350 neue Medien zogen dafür in die Regale in der Mühle ein. Mit 50  500 ausgeliehenen Büchern, Hörbüchern, DVDs und Zeitschriften gingen etwa genau so viele Medien über den Tisch der Ausleihe wie im Vorjahr. Rechnet man die elektronischen Medien der Onleihe zwischen den Meeren hinzu, auf die Leser der Gemeindebücherei kostenfrei zugreifen können, sind es 52  000 Ausleihen – 3,7 Prozent mehr als noch 2014. „Unser Hauptgeschäft ist noch das gedruckte Buch“, sagt Günther. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben rangieren bei den Erwachsenen Familiengeschichten und Krimis, die in Norddeutschland spielen, neben Sachbüchern rund ums Wohlbefinden. Die Kinder nahmen am liebsten die Abenteuer in der Reihe „Warrior Cats“ mit nach Hause, bei den ganz Kleinen war „Der kleine Drache Kokosnuss“ ungeschlagener Liebling. Jugendliche griffen zu Romanen um Liebe, Spannung und Abenteuer wie „Der Geschmack von Sommerregen“ von Julie Leuze, „Du. Wirst. Vergessen.“ von Suzanne Young oder die Reihe „Die Bestimmung“ von Veronica Roth.

590 Medien wurden über Bücherkisten an Schulen und Kindergärten ausgegeben, eine Kiste wurde auch wieder für die jungen Gäste der Tschernobyl-AG gepackt, damit sie während ihres Aufenthaltes im Wohld etwas in ihrer Sprache zu lesen haben.

Die Zahl der Leser ist mit 1148 genau so hoch wie im Vorjahr – der jüngste ist zwei Jahre, der älteste 80 Jahre alt. „Wir haben ungefähr 900 Stammleser, die übrigen gleichen sich durch Zu- und Wegzüge wieder aus“, erklärt die Leiterin der Gemeindebücherei, die 2014 215 neue Büchereiausweise ausgestellt hat. Alles in allem ein „erfolgreiches Jahr“ für die Bücherei, fasst Britta Günther zusammen, die für 2015 nur ein Ziel verfolgt: „Weiterhin Spaß am Lesen zu vermitteln.“

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