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lebendige demokratie : Erfolgreicher Bürgerprotest: Spielplatz am Ostring bleibt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die WIR-Fraktion zieht ihren Antrag zurück. Es findet keine Verlegung in den Gerhard-Willrodt-Park statt.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2014 | 11:47 Uhr

Der Raum in der Amtsverwaltung platzte aus allen Nähten, als Tim Gabrys (CDU) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses Dänischenhagen am Montagabend die Sitzung eröffnete. Rund 40 Anwohner aus dem Ostring waren erschienen, um die Beratungen über den Tagesordnungspunkt „Verlegung des Spielplatzes im Ostring in den Gerhard-Willrodt-Park“ zu hören und ihre Meinungen öffentlich kundzutun.

Aufgrund der schlechten finanziellen Haushaltslage der Gemeinde hatte die Verwaltung den Kommunalpolitikern Anfang des Jahres dringend nahegelegt, Vorschläge in Sachen Haushaltskonsolidierungen zu machen. Die WIR-Fraktion legte den Antrag vor, den Spielplatz im Ostring zu verlegen. „Unsere Idee ist es, diesen Spielplatz als Generationenspielplatz zu überarbeiten“, stellte der Fraktionsvorsitzende Ingolf Scheffler vor. Die dann freiwerdende Fläche am Ostring solle durch ihren Verkauf zur Refinanzierung des neuen Spielplatzes im Gerhard-Willrodt-Park und zur Haushaltskonsolidierung beitragen.

Eine Idee, die keinen großen Anklang fand – weder unter den meisten Ausschussmitgliedern noch bei den anwesenden Zuhörern. „Durch diesen Antrag wurde in der Bevölkerung viel Unruhe geschaffen“, kommentierte Christan Seifert den Antrag. Vehementer Gegenwind kam den Vertretern der WIR-Fraktion entgegen, als der Vorsitzende Gabrys die Sitzung unterbrach und den Bürgern die Möglichkeit zur Stellungnahme gab. Anlieger Jörn Stübinger, Vater von zwei Kindern im Alter von zehn und 14 Jahren, sagte: „Wenn Sie mal einen generationenübergreifenden Spielplatz sehen wollen, kommen Sie zu uns in den Ostring, da ist einer. Und den wollen Sie jetzt kaputt machen.“

Seit Jahren ist Julius Fandrey, ebenfalls Anwohner im Ostring, Spielplatzpate. Er drohte: „Ich gehe gegen die Gemeinde vor. Dann machen wir eine Sammelklage.“ Lauter Beifall unterstützte seine Ankündigung. Der Platz im Park sei ein Moorgelände mit Teich und Au und für einen Spielplatz nicht geeignet, so die Meinung der Anlieger. Um diese zu bestätigen, überreichte Anwohner Heinz Limburg eine Liste mit über 200 Unterschriften an den Vorsitzenden Gabrys.

Fraktionsvorsitzender Ingolf Scheffler erblasste zusehends angesichts der heftigen Reaktionen und gestand: „Ich habe Ihre Liebe zum Ostringspielplatz unterschätzt. Wir wollten etwas Neues für Dänischenhagen erschaffen. Aber da bleibt mir nichts anderes übrig, als den Antrag zurückzuziehen.“ Die Anlieger des Ostrings verließen zufrieden den Raum.

 

 

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