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Ahnenforschung : Erfolgreiche Spurensuche in den USA

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Riesebyer Erwin Nazarenus und sein Enkel Jacob kommen von einer erfolgreichen Familiensuche aus den USA zurück. Sie hatten die Nachkommen eines 1880 aus Angeln ausgewanderten Großonkels gesucht und gefunden.

„Unbeschreiblich, das hatte ich nicht erwartet“ – Erwin Nazarenus (83) ist voller Begeisterung und den Kopf voller Eindrücke von einer zehntägigen Reise aus den USA auf den Spuren seiner Vorfahren zurückgekehrt. Gemeinsam mit Enkel Jacob (16) reiste Nazarenus nach Minneapolis, um die Nachkommen seines um 1880 aus Rabenkirchen (Angeln) ausgewanderten Großonkels Asmus Friedrich Nazarenus zu treffen. „Die Familie ist jetzt viel größer“, sagte Nazarenus zugleich stolz, dass er der erste seiner Familie ist, der die Verwandten in den USA besuchte.

Über Hamburg und Amsterdam flogen sie in die Staaten. Dort wurden sie von Candy und Familie mit einem Schild in deutscher Sprache willkommen geheißen. Candy, sie ist die Tochter von Donald, dem Sohn von Alfred, Sohn von Asmus Nazarenus. Candy und ihre Geschwister Sue, Kris, Brent, Erik und Sheila kümmerten sich um ihre deutschen Verwandten. Die Tage waren gut gefüllt, und immer wieder waren die Deutschen überrascht über die Weite und Größe des Landes. „Straßen ohne Ende, wenig Verkehr und kaum Menschen“, Nazarenus war platt.

Jeden Tag hatten ihre Gastgeber etwas besonderes vor. Einmal besuchten sie die Gräber des Großonkels Asmus und seiner beiden Ehefrauen Emma und Maria. „Da war ich gerührt“, sagte Nazarenus. Der Großonkel hatte die Familie 1936 noch einmal in Angeln besucht, 1939 verstarb er in seiner neuen Heimat Sleepy Ey in Minnesota. An ihn und seine Tochter Anna habe die Familie damals in den Nachkriegsjahren oft und gerne gedacht. Sie hatten die Familie mit Versorgungspäckchen mit Nahrung und Textilien unterstützt. Besonders froh waren Erwin und sein Enkel Jacob Nazarenus aber, die vielen verzweigten Familiengruppen, die auf ihren Großonkel, der drei Kinder (Johannes, Anna und Alfred) hatte, zurückgingen.

Die Liebe zur Ahnenforschung teilt Karina, eine Tochter von Candy. Über sie bekam Nazarenus nicht nur weit über 50 Personenfotos von Familienmitgliedern und Familienaufstellungen, für seine edv-gestützte Ahnenforschung, sondern auch Neuigkeiten über einen ihm bislang unbekannten dritten Bruder seines Großonkels. So erfuhr Nazarenus, dass dieser Peter Nikolaus nur zwei Tage nach seinem Bruder Asmus ebenfalls in die Staaten auswanderte. Dafür liegen entsprechende Papiere vor. Doch dann verliefen sich die Spuren, berichtete ihm Karina. Es hieß, Peter Nikolaus sei mit viel Geld und in Begleitung eines Freundes gereist, doch ihre Spuren verloren sich, er war verschollen. „Karina will da jetzt ansetzten“, berichtete Nazarenus und freut sich über die Forschung in den Staaten. In Deutschland war nie über den Bruder gesprochen worden. Beeindruckt war Nazarenus vom Besuch bei Daryl, ebenfalls Sohn des Alfred und Bruder von Donald. Er lebte in einem Veteranenheim.

Besuche im wohl größten Einkaufszentrum der USA in Minnesota, in einem Sioux-Reservat, und in der Stadt Neu-Ulm, rundeten ihr Programm ab. Dabei stellten die Gäste aus Schleswig-Holstein schnell fest, dass nur noch Bezeichnungen Deutsch seien, sprechen, oder sich in Deutschland auskennen, könne kaum jemand. Dabei waren die Amerikaner immer sehr freundlich, wissbegierig und offen, dass es Nazarenus trotz Behinderung eine Freude war, die Strapazen der langen Reise auf sich zu nehmen. „Erst wildfremde Menschen sind jetzt Teil meiner Familie“, sagte er. Er werde den Kontakt halten. Eine Einladung, im kommenden Jahr erneut rüber zu reisen, hätten sie auch schon. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch einen Gegenbesuch. In Amerika, da sei alles möglich, so Nazarenus, tiefbeeindruckt von seiner Traumreise.

 

 

 

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erstellt am 30.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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