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Entwicklungsstudie für die Kieler Straße Süd

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Architekt Alexander Ullrich entwickelt in ehrenamtlicher Eigeninitiative Stadtbildanalyse

Eckernförde | Das Ehrenamt findet in Eckernförde besonders nahrhaften Boden. Das beweist nicht zuletzt die alljährliche Verleihung der Ehrennadel durch die Stadt an ehrenamtlich tätige Bürger. Einen besonderen Einsatz in dieser Hinsicht zeigte in den vergangenen Monaten der Eckernförder Architekt und Stadtplaner Alexander Ullrich, der sich mit seinem Büro Noor Architektur GmbH beruflich vornehmlich um den Aufbau des neuen Stadtteils Carlshöhe kümmert. Ullrich arbeitet als bürgerliches Mitglied (jetzt stellvertretend) für die CDU im Bauausschuss mit und erlebt dort und in den öffentlichen Sitzungen die oft kritische Grundhaltung von Bürgern in Sachen Bauentwicklung in Eckernförde. Da werde oft "herumgemäkelt", sagt Ullrich, aber eben auch deshalb, weil in vielen Bereichen der Alt- und Innenstadt verlässliche Planungsvorgaben fehlten. Seine Konsequenz daraus: Er entwickelte freiwillig und in Eigenleistung für den baurechtlich nicht mit einem Bebauungsplan und den entsprechenden Vorgaben ausgestatteten Bereich Kieler Straße Süd eine Stadtbildanalyse, die er gerne als Diskussionsgrundlage in die Beratungen über die künftige bauliche Entwicklung in diesem zentral gelegenen Areal einbringen möchte. "Das ist meine Art des ehrenamtlichen Engagements. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Studie auf fruchtbaren Boden fällt", sagte Ullrich gestern.

Er hat sein Projekt dem früheren Bauausschussvorsitzenden Karl-Heinz Huber (CDU) frühzeitig zur Kenntnis gegeben und sich mit ihm beraten. Huber hat den Vorstoß als sinnvoll und hilfreich bewertet und zeigte sich erfreut darüber, dass nunmehr eine qualifizierte Grundlage für künftige Beratungen vorliegt. Er und Ullrich hoffen, dass die Verwaltung und die Politik von diesem Angebot Gebrauch machen. Der Architekt hat seine Studie als Datei auf der Homepage seines Büros für alle Interessierten hinterlegt - die Adresse: www.noor-architektur.de. In den nächsten Tagen wird er die Studie Bürgermeister Sibbel überreichen. Huber und Ullrich wiesen daraufhin, dass sie die Analyse keinesfalls als Konkurrenz zur laufenden, von der Stadt in Auftrag gegebenen Stadtbildanalyse des Büros Zastrow aus Kiel auffassen. Ziel sei es, zumindest eine Beratungs- und Diskussionsgrundlage für die Geschäftsstraße in der südlichen Innenstadt zu liefern. "Wenn es dazu kommt, haben wir viel erreicht", so Ullrich.

Seine Studie gibt einen Überblick über den Ist-Zustand. Die Straßenzüge - Kieler Straße Süd beidseitig, sowie vom Exer und von der Reeperbahn aus betrachtet - sind fotografisch und grafisch anschaulich dargestellt. Daraus ist zum Beispiel die Kubatur der Straßenzüge mit eingezeichneten Traufhöhen sichtbar. Da es keinen B-Plan mit Festlegungen für Gebäudehöhen gibt, kommt der dehnungsfähige Paragraph 34 des Baugesetzbuches zur Anwendung, der bekanntermaßen sehr auslegungsfähig im Sinne von Investoren ist. Und so könne es dazu kommen, dass Investoren die Trauf- und Firsthöhen ihrer Gebäude in einem 34er-Gebiet stets nach den höchsten Bauwerken in der Umgebung ausrichteten und Straßenzüge ohne entsprechende Vorgaben im Laufe der Jahre immer höher würden.

Mit seiner Dokumentation möchte der Architekt und Stadtplaner dazu beitragen, auf diese Entwicklung hinzuweisen, die Vielfalt der Bebauung in diesem Kerngebiet zu dokumentieren und Grundlagen für Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei spart Alexander Ullrich eine architektonische Bewertung der aufgrund der baukulturellen Entwicklung unterschiedlich gestalteten und dimensionierten Bestandsbauten ausdrücklich aus.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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