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Musiker ohne grenzen : Entwicklungshilfe nach Noten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Luise Backsen aus Fleckeby absolviert Freiwilligendienst für „Musiker ohne Grenzen“ in Ghanas Hauptstadt Accra

von
erstellt am 18.Okt.2017 | 07:01 Uhr

Ihr Abitur hat Luise Backsen im Sommer an der A.P. Møller Skolen in Schleswig bestanden. Doch an ein Studium denkt die 20 Jahre Fleckebyerin jetzt noch nicht. Sie hat ganz andere Pläne. In wenigen Wochen besteigt sie den Flieger in Richtung Accra, der Hauptstadt Ghanas. Im Gepäck hat sie dann auch ihre Querflöte und ihr Cello. Luise Backsen reist am 22. November für die Organisation „Musiker ohne Grenzen“ nach Afrika. Mindestens ein halbes Jahr will sie in der Zwei-Millionen-Stadt bleiben, um dort Kindern und Jugendlichen Musikunterricht zu erteilen. Seit 2008 spielt Luise Backsen Querflöte, lernte das Instrument beim Original Schleiblasorchester. Später kam noch das Cello dazu und seit diesem Jahr Klavier.

Es gibt „Ärzte ohne Grenzen“, die überall auf dieser Welt Leben retten, und es gibt „Musiker ohne Grenzen“, die mit der Kraft der Musik Freude und sogar Lebensperspektive schenken. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Musikunterricht von Kinder- und Jugendorchestern sowie Bands vor allem für unterprivilegierte Kinder zu fördern. Junge Musiker leisten einen Freiwilligendienst in Ghana, Ecuador, auf den Galapagos-Inseln und auf Jamaika. Luise Backsen hat sich für Ghana entschieden. „Dort wird der Schwerpunkt auf klassische Musik gelegt“, erzählt sie. Seit September 2013 werden von dem Verein Freiwillige nach Accra entsandt. Zu ihren Aufgaben gehören Musiktheorie- und Instrumentalunterricht, Chor- und Ensembleleitung, sowie die Organisation von Konzerten.

Die Fleckeyberin kommt gerade von einem Vorbereitungsseminar aus Berlin wieder. Sie war dort die einzige, die nach Ghana aufbricht, aber vor Ort wird sie weitere Musiklehrer aus Deutschland treffen. Für Flug, Visum und Impfungen muss Luise Backsen selbst aufkommen, auch Miete und Verpflegung zahlt sie aus eigener Tasche.

Sie wird in Accra in verschiedenen Einrichtungen Musik unterrichten, in einem Kinderheim, Schulen und Internat. Die Niveaus der Schüler werden unterschiedlich sein, mal trifft sie auf absolute Anfänger, mal auf Fortgeschrittene. Die Instrumente der Schüler sind überwiegend gespendet worden. Luise will die Schüler für Abschlusskonzerte vorbereiten. Welche Stücke sie mit den Schülern einüben will, weiß sie noch nicht genau. Sie habe gehört, dass das „Dschungelbuch“ immer gut ankam. Zudem versuche man, dass auch landestypische Musik eingebaut werde. „Ich möchte gerne das Hallelujah aus Händels ’Messiah’ umsetzen“, sagt die 20-Jährige.

Der Verein glaubt an die Kraft der Musik. Sie beeinflusse das Leben, baue Brücken zwischen Kulturen. Musik verbessere die Lebenswirklichkeit in sozialen Brennpunkten, heißt es seitens des Vereins. Aktives Musizieren sei ein unverzichtbarer Teil von Bildung, der jedem Menschen zugänglich gemacht werden sollte. Auch Luise Backsen ist überzeugt, dass Musik zur Völkerverständigung beiträgt. „Musik verbindet“, ist sie sicher, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spreche. Zudem sorge der Musikunterricht durchaus für Perspektiven bei den afrikanischen Schülern, denn in Ghana gibt es ein Berufsorchester, das National Symphony Orchestra.

 

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