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Netzausleger : Entspannung pur im neuen Ruhemöbel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Winnemark soll Standortgemeinde für Netzausleger werden

von
erstellt am 02.Apr.2016 | 06:17 Uhr

Ein eindeutiges Meinungsbild gab es auf der Sitzung des Winnemarker Bauausschusses am Donnerstagabend noch nicht. Auf der Gemeinderatssitzung nächste Woche soll dann aber eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob Winnemark Standort für einen der Netzausleger in der Region Ostseefjord-Schlei (OFS) wird. OFS-Geschäftsführer Max Triphaus stellte den Ausschussmitgliedern das Projekt vor.

Grundlage war eine landesweite Kampagne der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (Tash), die das Stichwort „Glückswachstumsgebiet“ im Fokus hatte und über landesweite Workshops weitere Ideen sammelte, wie man Urlaubern in den einzelnen Regionen zu „Glücksmomenten“ verhelfen könnte. Heraus gekommen sind dabei unter anderem ein spezieller Strandkorb, der es erlaubt, am Strand zu übernachten, eine Wanderschaukel an ungewöhnlichen Orten und eine Glückswachstums-App fürs Smartphone, auf der besondere Orte oder Erlebnisse markiert werden können. In den Mittelpunkt gerückt, ist dabei ein Netzausleger. Der Netzausleger soll auffallen, er soll zur Erholung auffordern, in die Region passen, etwas Maritimes aufgreifen und damit auch die „Langsamzeit und Entschleunigung“ dokumentieren.

Bei einem Ideenwettbewerb der OFS fiel der Vorschlag der Schleswiger Architektin Heda Silbernagel auf, der sich an der Form der historischen Fischfangnetze orientiert. Drei miteinander verbundene Holzbögen verleihen dem Möbelstück die Form eines umgedrehten Bootes. Das Netz besteht aus grobem Tauwerk. Das Möbelstück ist etwa dreieinhalb Meter hoch und gut vier Meter breit. Die Nettokosten betragen voraussichtlich 10  000 Euro. Abzüglich einer Förderung durch die Aktiv Region würden 6400 Euro bei den Standortgemeinden verbleiben. „Zugesagt haben bereits die Gemeinde Fahrdorf sowie die Städte Schleswig und Kappeln“, teilte Triphaus mit. Beschlüsse stünden noch in Borgwedel, Kosel, Boren, Arnis und Damp aus. Außerdem seien zwei Standorte in der Geltinger Bucht vorgesehen.

Alle 76 Mitglieder der Ostseefjord-Schlei-Region wurden vorab angeschrieben. Triphaus ist sich sicher, dass andere Regionen im Land den Netzausleger aufgreifen werden, um das Urlaubserlebnis Natur zu vermarkten. Bis Ende Mai sollen die Beschlüsse vorliegen, dann tagt der Vorstand der Aktiv Region. „Im Herbst soll der Prototyp des Netzauslegers stehen, im Frühjahr 2017 sollen die weiteren folgen“, so Triphaus.

Winnemarks Bürgermeister Wilhelm Fülling (CDU) erinnerte an die Folgekosten für die Gemeinde. Außerdem müsse genau bedacht werden, welchen Nutzen das Projekt für die Gemeinde habe. Als mögliche Standorte nannte er Sundsacker, den Bürgerpark, den Sportboothafen und die Flächen beim Wappenstein. Die Gemeindevertretung soll nächste Woche abschließend darüber beraten.

Die Klärteiche der Gemeinde Winnemark haben keine lange Zukunft. Daher empfahl der Bauausschuss einstimmig, in den nächsten fünf Jahren der Ortsentwässerung Nordschwansen beizutreten. Diese hat bereits Vorplanungen für den Bau einer technischen Kläranlage in Revkuhl aufgenommen. Bei einem Beitritt Winnemarks würde die Teichkläranlage geschlossen und das Abwasser zur Reinigung an Revkuhl übergeben werden. Es sei damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren die Grenzwerte immer weiter nach unten gesetzt werden, irgendwann würden die Teiche, diese Werte nicht mehr erfüllen können.

Die Kosten für den Bau einer Druckrohrleitung von Karlsburg nach Karlberg würden rund 380  000 Euro betragen. „Zuschüsse wird es nicht geben“, berichtete der Ausschussvorsitzende Gerd Seemann (SPD) von den bereits stattgefundenen Gesprächen mit den Behörden. Die Abwasserrücklage der Gemeinde beträgt derzeit gut 250  000 Euro, reicht also nicht aus, um den Bau zum jetzigen Zeitpunkt zu finanzieren. Da aber Jahr für Jahr rund 40  000 Euro aus dem Haushalt in diese Sonderrücklage fließen, könnte man in den nächsten Jahren noch mehr ansparen, so Fülling, der betonte, dass für den Bau der Leitung nicht in die allgemeine Rücklage gegriffen werden dürfe.

Gravierende Auswirkungen auf die Abwassergebühren würde ein Beitritt nicht haben. In Winnemark beträgt dieser 2,59 Euro pro Kubikmeter und in Revkuhl 2,65 Euro.

Klärwerker Rainer Lange teilte mit, dass in Revkuhl eine Modernisierung dringend erforderlich sei, da gerade im Sommer aufgrund der Vielzahl an Urlaubern die Werte nicht einzuhalten seien. Geplant ist eine Anlage mit SBR-Klärtechnik (sequenzielle Biologische Reinigung). Die Anlage reinigt das zufließende Abwasser in mehreren Zyklen.

 

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