Demonstratation in der Innenstadt : Entschlossene Erzieherinnen fordern „Aufwertung jetzt!“

Im dichten Pulk zogen die streikenden Beschäftigten und Eltern vom Hafen zum Rathausmarkt. Fotos: Kühl
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Im dichten Pulk zogen die streikenden Beschäftigten und Eltern vom Hafen zum Rathausmarkt. Fotos: Kühl

Streikauftakt mit über 100 Teilnehmern in Eckernförde. Protestmarsch durch die Innenstadt. Kundgebung auf dem Rathausmarkt für höheres Einkommen

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09. Mai 2015, 06:27 Uhr

Eckernförde | Die Botschaft war unmissverständlich: „Aufwerten jetzt!“ skandierten die über 100 Teilnehmer des von der Dienstleistungsgesellschaft Verdi organisierten Protestmarsches der pädagogischen Fachkräfte aus Kitas, Grundschulen, sozial-psychiatrischen Einrichtungen des Kreises und weiteren öffentlichen Dienststellen für eine deutlich verbesserte Gehaltseinstufung gestern von der Schiffbrücke durch die Innenstadt bis zum Rathausmarkt. Mit Fahnen, Transparenten und den unvermeidlichen Trillerpfeifen machten die Erzieherinnen und das übrige pädagogische Fachpersonal auf sich und ihre Forderungen aufmerksam. Auch zahlreiche Eltern hatten sich mit ihren Kindern dem Protestzug angeschlossen und sich mit den Erziehern solidarisch erklärt.

Die Demonstration war geprägt von Entschlossenheit und Selbstbewusstsein. „Glückwunsch für diesen Auftritt!“, rief der Eckernförder DGB-Vorsitzende Horst Kunze den Teilnehmern auf dem Rathausmarkt zu. „Wir sind nicht hier, um die Eltern zu ärgern oder weil wir so viel Spaß am Streik haben, sondern weil es für uns die letzte Möglichkeit ist, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen“, sagte Kunze. „Ich glaube, dass wir einen langen Atem brauchen, aber vielleicht bringen wir die Arbeitgeber ja doch in Bewegung“, erklärte der DGB-Chef nach bislang fünf erfolglosen Verhandlungsrunden ohne Angebot durch die kommunalen Arbeitgeber. „Ihr habt einen wichtigen Beruf, die Wertschätzung soll sich endlich auch mal im Portemonnaie auszahlen. Dafür habt ihr unsere Solidarität verdient“, sagte Kunze unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer.

Verdi-Fachbereichssekretär und Streikleiter Karl-Heinz Pliete begrüßte Vertreter der vier städtischen Kitas Nord, Mitte, Süd und Püschenwinkel, der Rendsburger Kitas Neuwerk und Butterberg, der Kita Felde, des sozial-psychiatrischen Dienstes des Kreises sowie der Jugend-, Kultur- und Bildungsstätte „Das Haus“. Man wolle „einen ersten Impuls setzen“ und die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch bewegen und die Verhandlungen wieder in Schwung bringen. „Eine Aufwertung ist überfällig“, sagte Pliete, der auf das Scheitern der letzten Runde im Jahr 2009 hinwies. „Nicht hinnehmbar“ sei es, wenn Druck auf Angestellte ausgeübt werde mit dem Ziel, sie für Notdienste und -gruppen „zwangszuverpflichten“. Abgesehen von der Terminologie, die aus der Nazi-Zeit stamme, sei ein solches Vorgehen„oberschäbig“, weil die soziale Einstellung und die Empathie der Beschäftigten in unwürdiger Weise ausgenutzt werden würde. Pliete appellierte an die Arbeitgeber, in solchen Fällen direkt mit Verdi zu sprechen, um gemeinsam Lösungen für Notlagen zu finden.

Nicht nur in den Kitas wird gestreikt, sondern auch in den Betreuungseinrichtungen an den Grundschulen der Fritz-Reuter-Schule und Gorch-Fock-Schule. Die langjährigen Fachkräfte Britta Wegner und Stefanie Bober nahmen zusammen mit Johanna Rix (Freizeitbetreuung Fritz-Reuter-Regionalschule) an der Demonstration teil und forderten ebenfalls eine an den gewachsenen Aufgaben verbesserte Entlohnung ihrer Arbeit. Der Ausstand in der Grundschulbetreuung sei bis zum 22. Mai festgelegt, sagte Britta Wegner.



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