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Kinderstation im Aufsichtsrat : Entscheidung fällt erst Ende Februar

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Geschäftsführung der Imland Kliniken hat den Aufsichtsrat über die Lage in der Kinderstation in Eckernförde informiert. Eine Entscheidung soll erst Ende Februar 21017 fallen.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 06:11 Uhr

Eckernförde | Eine Entscheidung über die Zukunft der stationären Pädiatrie in Eckernförde ist noch nicht gefallen. Die Geschäftsführung der Imland Kliniken Rendsburg und Eckernförde hatte am Dienstag den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand der Geburtshilfe, Kinderstation und der wirtschaftlichen Entwicklung informiert. Anlass war der Ausstieg der beiden verbliebenen Beleg-Kinderärzte aus der stationären Behandlung in Eckernförde (wir berichteten), die die Verantwortlichen jetzt zu einer Neustrukturierung zwingt. Eine Entscheidung über die Wiederaufnahme der stationären Pädiatrie soll nun in der nächsten Sitzung Ende Februar 2017 fallen.

Der Aufsichtsrat sieht die pädiatrische Notfallversorgung durch die Klinik auch nach der Einstellung der stationären Belegarztbehandlung „grundsätzlich als gewährleistet an“, erklärte gestern der Aufsichtsratsvorsitzende Thorsten Schulz. Oberstes Ziel sei die Sicherstellung einer qualifizierten Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen in Eckernförde. Die drei Betten der Kinderstation sollen auch weiterhin für die stationäre Versorgung von Kindern unter der ärztlichen Verantwortung der anderen Abteilungen genutzt werden. Die ambulante und stationäre Versorgung in der Klinik außerhalb der Kinderstation in Verbindung mit den ambulanten Behandlungsmöglichkeiten bei den niedergelassenen Ärzten, der Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung in der Klinik sowie der in 30 Minuten per Rettungstransport- und Notarztwagen erreichbaren vier pädiatrischen Hauptabteilungen in der Region „sollten wir nicht geringschätzen“, sagte Schulz. „Auch wenn wir wissen, dass die Einstellung der seit langem etablierten belegärztlichen Pädiatrie in Eckernförde für die Eltern von erkrankten Kindern immer einen Verlust an gefühlter Sicherheit bedeutet. Da gibt es nichts zu beschönigen.“

Die Geschäftsführung der Imland Kliniken hatte dem Aufsichtsrat verschiedene Modelle zur Fortführung der stationären pädiatrischen Versorgung vorgestellt, bei der eine 24-stündige Arztpräsenz sowie die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit von Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin sicherzustellen wären. Da nicht mit einen Wiedereintritt der Belegärzte zu rechnen ist, müsste Imland stattdessen in erheblichem Umfang ärztliches Personal einstellen, sagte Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen. „Aufgrund der geringen Fallzahlen (404 Patienten pro Jahr, die Red.) und der strikten Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes würde die Errichtung einer pädiatrischen Hauptabteilung kostenwirtschaftlich zu einer erheblichen Zusatzbelastung führen.“ Und das in einer Phase, in der Imland nach vier Jahren mit operativen Verlusten im nächsten Jahr erstmals wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften sollen.

In der Sitzung wurde auch diskutiert, wie sich die Einstellung der stationären pädiatrischen Belegklinik auf die Geburtshilfe auswirken würde, die 2015 allein 192 der 404 Patienten der Kinderstation stellt. Die Geburtshilfe erlebt derzeit mit bislang 782 Geburten in diesem Jahr ein starkes Wachstum – Johannsen rechnet in den nächsten Jahren „stabil mit mindestens 700 Geburten“. Den zwölf Beleghebammen kommt somit auch in dieser Frage eine besondere Rolle zu. Sie haben eine Arbeitsgruppe zur weiteren Verbesserung der Versorgungsqualität auf den Weg gebracht.

Zur Unterstützung der Geburtshilfe hat die Imland Klinik zum 1. November einen pädiatrischen Tagesdienst sowie einen Rufdienst für erkrankte Neugeborene eingerichtet, an dem sich auch die bisherigen Belegärzte beteiligen. Wochentags stehen der Geburtshilfe von 8 bis 12 Uhr Kinderärzte der Imland Klinik zur Verfügung, danach sowie an Wochenende stehen Kinderärzte in Bereitschaft und können innerhalb von 30 Minuten in der Klinik sein. „Wir wissen“, so die Ärztliche Direktorin Petra Struve, „dass wir mit der pädiatrischen Belegklinik eine noch engmaschigere Begleitung durch Kinderärzte bieten konnten. Mit dem Tagesdienst und dem neonatologischen Rufdienst bieten wir im Vergleich zu den anderen Geburtskliniken gleicher Versorgungsstufe in Schleswig-Holstein ein sehr hohes Versorgungsniveau.“

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