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Drachenfest : Enspannung durch die Einstiegsdroge Lenkdrachen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Drachenfest des Vereins „Stieg Op“ am Südstrand standen bis zu 30 Himmelsstürmer am Firmament. Bei vielen hat der Lenkdrachen für den Nachwuchs das Interesse ausgelöst.

Eckernförde | Da stehen sie im Wind und blinzeln in die Sonne: die Mitglieder des Vereins „Stieg Op“, allesamt von einem Hobby besessen: dem Drachenfliegen. Und das Blinzeln lohnt sich: Bis zu 30 Drachen in allen Farben und Formen stehen am blauen Osterhimmel, einige wie festgenagelt, andere Pirouetten drehend und äußerst lebendig. „Seit die Touristik das Osterfeuer macht, treffen wir uns immer am Tag darauf am Südstrand und lassen unsere Drachen steigen“, erklärt Vereinsmitglied Peter Schmidt. Das ist seit dem Jahr 2003.

Dabei kommen nicht nur die Eckernförder Drachennarren zu dem Spektakel – aus ganz Schleswig-Holstein reisen die Fans der fliegenden Farben und Formen an. „Was gibt es Schöneres, als bei so einem Wetter draußen zu sitzen, seinen selbst gebauten Drachen zu präsentieren und die Natur zu genießen“, erklärt Peter Schmidt.

Bei vielen war einst ein Lenkdrache die Einstiegsdroge, die die Sucht nach den flatternden Stoffen auslöste. So zum Beispiel bei Helmut Klonus (58) aus Kropp, der einst mit seinem Sohn einen Tschibo-Drachen fliegen ließ. Der Sohn wuchs aus dem Drachenalter heraus, doch Klonus wuchs erst so richtig hinein. Er begann, sich mit dem Drachenbauen zu beschäftigen und präsentierte am Sonntag unter anderem eine drei Meter lange, sich drehende Turbine mit einem Durchmesser von 1,45 Meter – alles selbst gebaut aus 360 Einzelteilen. Eine Woche hat er dafür gebraucht, hat aus Segeltuch nach einer Schablone Dreiecke ausgeschnitten und sie zusammengenäht. „Das Drachenbauen bringt auch die Männer an die Nähmaschine“, bringt es Peter Schmidt auf den Punkt.

Auch bei Dieter Linne (64) aus Wiemersdorf bei Bad Bramstedt war es die Tochter, die ihn zum Drachen greifen ließ und ihn mit dem Drachenvirus infizierte. Schon früh begann er, seine eigenen Himmelsstürmer zu bauen – mittlerweile zählt er zwischen 40 und 60 Drachen. Das Besondere: Dieter Linne kopiert die Natur so gut es geht. So flattern seine Fledermäuse und chinesischen Drachen wirklich mit den Flügeln.

Was das Drachenfliegen für ihn und seine Hobby-Kollegen bedeutet, bringt Hans-Jürgen Mücke mit seiner Frau Hannelore aus Eckernförde auf den Punkt: „Es beruhigt und entspannt“, sagt er. „Es ist einfach Freude und ein Ausgleich zum Beruf.“

Nicht nur für ihn, sondern auch für viele Besucher, die das bunte Treiben am Himmel betrachteten. Zusätzlich gab es noch ein Rahmenprogramm von der Touristik mit Musik und Kistenstapeln vom Hochseilgarten. Die Besonderheit in jedem Jahr: Über eine sogenannte Fähre lassen die Mitglieder von „Stieg Op“ Beutel mit Schokoladeneiern über die Leine bis zum Drachen fahren, wo der Beutel über einen Mechanismus geöffnet wird und es Schoko-Eier regnet – so auch in diesem Jahr.

 

 

> www.stieg-op.com

 

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erstellt am 07.Apr.2015 | 06:22 Uhr

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