zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 10:05 Uhr

Stadtwerke : Energie aus einer Hand

vom

Zehntes großes Blockheizkraftwerk der Stadtwerke versorgt die komplette Hafenspitze mit Wärme und Strom.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:22 Uhr

Eckernförde | Das Erdgeschoss des Apartmenthauses an der Hafenspitze steht, vier weitere Geschosse kommen noch oben drauf (siehe auch EZ v. 16. Mai "An der Küste wird gebaut ..."). Nebenan im Parkdeck Jungfernstieg stehen nur noch die Hülle und die Parkebenen, die in den nächsten Monaten zur Wohnlandschaft umgebaut werden. Zwischen Februar und April 2014 sollen die beiden Gebäude des ersten Bauabschnittes fertig sein, sagte der Geschäftsführer des Investor Penta Gruppe, Kai Schurkemeyer, jüngst auf EZ-Anfrage.

Während die Hafenspitze unverkennbar wächst und zu einem neuen Anziehungspunkt an der Küste werden soll, rüsten sich auch die Stadtwerke Eckernförde als örtlicher Energieversorger für das 30-Millionen-Projekt. Denn sie werden für die Versorgung des neuen Quartiers mit Strom, Wärme und Wasser sorgen. Zu diesem Zweck werden die Stadtwerke unter anderem ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Strom- und Wärmeversorgung im Parkdeck einrichten. Dafür wird die alte Schaltstation am Jungfernstieg abgerissen, weil dort im zweiten Bauabschnitt Häuser gebaut werden.

Es ist das zehnte BHKW größerer Bauart im Stadtgebiet. Die 220 Kilowatt-Anlage versorgt die Wohnungen, Apartments, und Geschäfte dank Wärme-Kraft-Kopplung mit Strom und Wärme, die über ein 300 Meter langes Fernwärmenetz an die Endverbraucher geliefert wird. Die 450 Millimeter dicken Rohre bestehen aus stahlummantelten Vor- und Rücklaufrohren, einer dicken Hartschaumdämmung sowie einem Kunststoffmantel. Die Leitungen liegen größtenteils schon in der Erde oder werden gerade verlegt, um dem immer stärker werdenden Baustellenverkehr nicht in die Quere zu kommen, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens gestern auf der Baustelle an der Hafenspitze. "Wir folgen dem Baufortschritt", sagte Steffens, der mit Projektleiter Christian Mißfeldt und dem Maschinenbauer Lars Wiese zwei junge Leute mit dem Projekt betraut hat. Rund 500 000 Euro investieren die Stadtwerke an der Hafenspitze, eine Investition, die sich rentieren wird, wie Steffens angesichts des Nordland-Flops und Verlusten von rund 160 000 Euro (wir berichteten) extra hervorhob.

Die Stadtwerke setzen zunehmend auf Biogas aus der Landwirtschaft und aufbereitetes Bio-Erdgas mit etwa doppelt so hohem Brennwert. Eine Million Kilowattstunden (kWh) gehen pro Monat durch die Rohrleitungen in die Häuser und sorgen für behagliche Wärme. Zum Vergleich: Die Jahres-Gesamtmenge von 4,5 Millionen kWh aus dem Jahr 2010 wird jetzt in nur drei Monaten produziert.

Auch beim Strom wird die Selbstversorgungsrate kräftig nach oben geschraubt: 20 Millionen kWh des gesamten städtischen Stromverbrauchs von 87 Millionen kWh erzeugten die Stadtwerke mittlerweile selbst, so Steffens. Damit werde auch der Anteil von 20 Prozent Atomstrom bis Ende 2013 kompensiert sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen