FACHTAGUNG IN STADTHALLE : Energetisches Bauen ist Klimaschutz

Helge Tode (links) erklärte Brar Hassold die Vorteile beim Einbau neuer Fenster.
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Helge Tode (links) erklärte Brar Hassold die Vorteile beim Einbau neuer Fenster.

Die 20. Fachtagung in der Stadthalle am Donnerstag verzeichnet einen Teilnehmerrekord. Sieben Fachvorträge zum Thema „Gebäude energetisch optimieren – Architektur und Energie“ standen auf dem Programm.

shz.de von
31. März 2017, 06:54 Uhr

Eckernförde | Die 20. Fachtagung des Eckernförder Ingenieurbüros KAplus stand gestern in der Stadthalle ganz im Zeichen der Gebäudesanierung und Energieeinsparung. „Gebäude energetisch optimieren – Architektur und Energie“ – so hieß das Motto des aus zahlreichen Vorträgen und Workshops bestehenden Programms für Architekten und Ingenieure. Der Fokus lag auf Energieeffizienz und den Einsatz von Naturbaustoffen . „Zudem haben wir heute einen Teilnehmerrekord von 382 Teilnehmern“, sagte Sören Vollert vom Ingenieurbüro KAplus, der die Fachtagung seit elf Jahren im Ostseebad organisiert. Der Großteil der Besucher kommt aus Schleswig-Holstein und Hamburg, aber auch jenseits der Landesgrenzen haben sich Teilnehmer gefunden.

„Man kann schon mit einfachen Methoden Wärmeenergie einsparen“ erklärte Vollert. Er und Prof. Dr. Jürgen Kuck von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften aus Wolfenbüttel plädieren für Heizkörper mit großer Fläche im Zusammenspiel mit einer guten Dämmung des Eigenheims. „Am besten wären Fußbodenheizungen“, so Vollert. Ingrid Nestle, Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume betonte, dass in Schleswig-Holstein durch die Gesetzgebung das zur Verfügung stehende Geld für Klimainvestitionen noch systematischer verteilt werden könne. Besonders freue sie der Einsatz von recyclbaren Baustoffen. „Dadurch kann die jährliche Menge an Bauschutt deutlich reduziert werden.“

Im Zentrum der Tagung standen die sieben Fachvorträge. Jürgen Kuck machte mit „Deutschland 100 % regenerativ“ den Anfang. Robert Borsch-Laaks, Sachverständiger für Bauphysik aus Aachen, informierte zum Thema „Flachdächer in Holzbauweise“. Zudem erörterte Ingenieur Andreas Pohl aus Berlin ein EU-Forschungsvorhaben zum Thema „Gesundes Raumklima unter Zuhilfenahme von Naturbaustoffen“. Dass auch energetische Maßnahmen an Baudenkmälern wirtschaftlich sein können, beleuchteten der Berliner Architekt Winfried Brenne und Mathias Schlosser, Ingenieur aus Braunschweig. „Plusenergie- und Nullemissionsprojekte“ aus Skandinavien stellte anschließend Architektin Jette Cathrin Hopp aus Oslo vor. Zum Abschluss sprachen die Hamburger Architekten Christoph Roselius und Julian Hillenkamp über den Einsatz von Recycling-Baustoffen im Klima-Modellquartier „Op’n Hainholt“ in Hamburg-Sülldorf.

Hauptüberlegung der Architekten und Ingenieure war, dass auch ein energieeffizientes Haus ohne den Einsatz von erneuerbaren Energien kaum positive Auswirkungen auf den Klimaschutz und die damit verbundenen Ziele der Bundesregierung haben wird. Dem Energieträger Strom werde im Zuge der Energiewende eine deutlich höhere Bedeutung zukommen. Der Strom müsse bedarfsgerecht genutzt werden können, dafür seien unter anderem Pufferspeicher notwendig. Die Tagung lieferte dazu Ansätze für Detaillösungen, Erfahrungen und Beispiele.

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