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Endlich in Rente: Auch im Alter ist das Leben schön

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 25.Sep.2013 | 06:46 Uhr

Während meines langen, interessanten, abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Arbeitslebens habe ich oft darüber nachgedacht, wie mein Alltag sich wohl gestalten wird, wenn mein Rentenalter beginnt. Eines wusste ich ganz genau: Ich werde mich nicht in einen Schaukelstuhl setzen und warten bis mein Sarg reingetragen wird. Den lieben langen Tag auf meinem Stuhl am Fenster sitzen und auf dem von mir überschaubaren Teil der Straße zu beobachten, was dort so vor sich geht, war auch nicht mein Ding. Dazu waren meine Interessengebiete zu vielseitig und ich fühlte mich zu neugierig auf das Leben nach der Berufstätigkeit.

Reisen stand als erster Wunsch auf meinem Gedankenzettel, denn an anderen Ländern, den dort lebenden Menschen und deren unterschiedlicher Mentalität war ich schon immer interessiert. Der zweite vorstellbare Wunsch, einen kleinen Garten pachten, in dem ich mit großer Freude herumpusseln konnte. Von Gartenarbeit verstand ich Einiges, denn bereits als Kind hatten mich meine Großeltern die Liebe zur Natur gelehrt und mit ihr respektvoll und sorgsam umzugehen.

Nun ist es soweit, ich bin in Rente und zwar bereits seit einigen Jahren. Meine beiden Hauptwünsche konnte ich mir inzwischen erfüllen und noch anderes mehr, das mir Freude macht. Ich merke allerdings auch, dass meine Kraft nachgelassen hat, dass ich nicht mehr die starke, deutsche Eiche bin, als die ich mich mal gefühlt habe. Neulich wollte ich eine Fliege fangen, die sich in mein Badezimmer verirrt hatte. Mit einem Handtuch habe ich nach ihr geschlagen, in der Hoffnung, dass sie betäubt zu Boden fällt, damit ich sie „erledigen“ kann.

Das Interessante war, dass die Badezimmertür offen stand, sie hätte mir also jederzeit entwischen können, das tat sie aber nicht. Nach jedem Schlag war sie für wenige Sekunden nicht zu sehen, um dann anschließend wieder munter und fidel um mich herumzuschwirren. Anscheinend wollte sie mit mir spielen und hat sich eins gefeixt: „Krieg‘ mich doch, krieg‘ mich doch“. Nach dem gefühlten achten Versuch, sie außer Gefecht zu setzen, hatte ich sie endlich erwischt. Also mit meinem Reaktionsvermögen, der Konzentration, der Beweglichkeit und Schnelligkeit ist es auch nicht mehr das, was es einmal war.

Ich lerne jeden Tag dazu, was ich kann, und was ich nicht mehr so sportlich vollbringe. Die Interessen haben sich einfach etwas verlagert, aber dafür ist das Leben im Alter noch lange nicht langweilig. Ich habe jetzt sehr viel mehr Zeit für Theater- und Konzertbesuche, mit meinen Freunden und Bekannten kann ich hin und wieder in einem Straßencafé sitzen und ein Schwätzchen halten oder einfach mal so ganz in Ruhe bummeln gehen.

Auch im Alter ist das Leben schön, wenn man jede Stunde genießt und aus ihr das macht, was einem Freude bereitet.

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