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Standesbeamter hört auf : Ende nach 1454 Trauungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zweiter Abschied von Klaus Buchwald nach über 40 Jahren Standesbeamter

von
erstellt am 31.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Wenn Klaus Buchwald (69) durch die Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee geht, dann trifft er viele bekannte Gesichter. 1454 Paare versetzte Buchwald in den Ehestand. Nun aber ist nach mehr als 40 Jahren als Standesbeamter Schluss. Gestern wurde der Riesebyer durch Amtsdirektor Gunnar Bock und Sabine Jürgensen als erste Hauptamtliche Standesbeamtin im Amt verabschiedet.

Bereits im März 2011 war Buchwald offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Doch der Ruheständler wurde weiter gebraucht, und er hatte auch Spaß an seiner Arbeit. So verstärkte er in Teilzeit und auch am Wochenende das Team der Standesbeamten. Am 23. Oktober nahm er seine letzte Trauung vor.

„Das war genau mein Ding, in der Arbeit bin ich aufgegangen“, sagte er beim Blick zurück. Seine erste Trauung nahm er am 4. Juli 1975 vor. Er war in dem Jahr vom Amtsgericht Eckernförde zum damaligen Amt Schlei gewechselt. Bis zur Fusion der Ämter Schlei, Schwansen und Windeby Anfang 2008 hatte er 1160 Ehen geschlossen.

Sprunghaft nach oben schnellten die Eheschließungszahlen, als auf Idee von Buchwald 1997 die historische Mühle Anna in Rieseby als standesamtlicher Trauungsort ausgewiesen wurde. Statt 30 Paare wurden fortan bis zu 70 Paare im Jahr im Amt Schlei getraut. Mit der Bunten Kammer auf Schloss Ludwigsburg, der Orangerie auf Gut Altenhof und seit 2010 am Strand von Damp kamen weitere beliebte Trauungsorte zum Standesamtszimmer in der Amtsverwaltung Schlei-Ostsee hinzu, ergänzte Sabine Jürgensen. Sie kam mit der Fusion aus dem Amt Windeby hinzu und genoss die Zusammenarbeit mit Buchwald. Als weitere Standesbeamtinnen stehen ihr Elke Koppe, Sylvia Palenczat und Tanya Scheller zur Seite.

Er habe viel erlebt, berichtete Buchwald, der oft nach den Eltern, Jahre später auch deren Kinder verheiratete. Andere Ehepartner traute er ein zweites Mal, wenn deren erste Ehe geschieden worden war. Die Ringe hätte nie ein Paar vergessen. Was mehrmals vorkam war, dass Angehörige erst dann von der Hochzeit ihrer Kinder erfuhren, wenn sie vor ihm saßen. Dann gab es schon mal Tränen und Verstimmung. Ausgefallen sei eine Heirat nie, allerdings hätten sie schon mal gut zwei Stunden auf das Paar warten müssen. Das prominenteste Hochzeitspaar sei der Sohn von Peter Struck, dem damaligen Verteidigungsminister gewesen. Da hätten sechs Leibwächter die Zeremonie begleitet.

Mit Buchwald verliere er einen guten Berater, sagte Bock. Ihm gehe es aber, wie vielen anderen von ihm Getrauten: Sie liefen Buchwald immer wieder über den Weg und erinnerten sich an ihre Heirat.

 

 

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