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Impressionen vom Segeln : Ende einer malerischen Seglerkarriere

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gerhard Schmidt verewigt seglerische Impressionen seit 25 Jahren in seinen Logbüchern. Für die Kunstwerke mit dem unnachahmlichem Federstrich hat er bereits zahlreiche Sonderpreise eingeheimst.

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erstellt am 13.Jan.2014 | 18:44 Uhr

Die meisten Segler haben es nicht auf Regattasiege und Pokale abgesehen, sondern lieben es, mit ihrem Boot an ferne Küsten zu reisen und die Seele baumeln zu lassen. Bei Segelclub Eckernförde liegt die Qoute der „Genusssegler“ bei rund 80 Prozent. Die Anerkennung solcher Reisen, die durchaus mit Strapazen, Wetterunbill aber auch mit schönen Erlebnissen verbunden sind, würdigt der SCE jedes Jahr bei der Fahrtenseglerehrung.

Im vergangenen Jahr haben 16 Teilnehmer ihre Unterlagen mit interessanten Reise und Erlebnissen für den Wettbewerb eingereicht. Die Kriterien, die von der Jury – Dr. Frank Schäfer, Dirk Lemke, Manfred Maletzky und Ulf Waligora – auszuwerten waren, bezogen sich auf Distanz, Seegebiet, Anzahl der angelaufenen Länder, Seemeilen unter Segel und Motor. „Kaum einer hat im vergangenen Jahr über schlechtes Wetter geklagt, auch wenn der Sommer erst im Juni durchstartete“, führte Jurysprecher Waligora aus, es wurde viel gesegelt, gebadet und geankert, auch kam der Wind nicht immer aus der passenden Richtung. Die Bandbreite der eingereichten Reiseberichte war vielfältig: Vom Tagebuch über traditionelle Logbücher bis hin zu ausgeschmückten Berichten, teilweise auch elektronisch gestützt, war alles dabei. Nicht einfach war die Bewertung der Teilnehmer, galt es doch „Äpfel mit Birnen“ zu vergleichen: Boote, Zeitansätze und Besatzungen waren sehr unterschiedlich. Insgesamt wurden bei den Distanzreisen vier bronzene, fünf silberne und zwei goldene Wertungen vergeben. Bei den Küstenreisen gab es einmal Bronze, einmal Silber und zweimal Gold und bei den Seereisen dreimal Silber und zweimal Gold.

Interessante Details schmückten die Reiseberichte, Auszüge daraus wurden zum jeweiligen Aufruf vorgelesen und zeugen davon, dass nicht nur Meilen „geschruppt“, sondern an Bord auch gelebt wurde.

Seit 25 Jahren ununterbrochen dabei ist Gerhard Schmidt. Damit ist er der unangefochten die Nr. 1 der Fahrtenseglerkapitäne. Seit 1989 ist er dabei, die Logbücher von Gerhard Schmidt sind wahre Kunstwerke, denn er hält seine Reiseimpessionen mit unnachahmlichem Federstrich fest. Dafür hat Gerhard Schmidt bereits zahlreiche Sonderpreise eingeheimst. Bei ihm an Bord schaukeln ein aufgehängtes Wassergefäß und eine Pinselablage nebst Farbkasten im Cockpit, denn sein formlos geführtes Logbuch zieren zahlreiche Aquarelle, die vielfach nur in wenigen Sekunden während des Segelns ganz nebenbei entstehen. Gerhard Schmidt verkündete nun das Aus dieser Ära: Er sei 2013 das letzte Mal dabei gewesen, sagte er sehr zum Bedauern der übrigen Segler, Clubmitglieder und Fans seiner Malkunst. Schmidt bekam zum Abschluss seiner malerischen Fahrtenseglerkarriere nochmals einen Sonderpreis, diesmal in Reminiszenz seiner künstlerischen Schaffenskraft.

Den Wanderpreis für Distanz und Seereise gewann die „Sturmschwalbe“ von Jan Lürkens, die Prämierung Küstenreise ging an Sabine und Frank Sevke mit ihrem Folkeboot „Safrafe“ und den begehrten „Commodore Cup“, gestiftet von Renate Hinrichsen, gewannen Jan Lürkens und Julia Bock, die mit drei besuchten Ländern die Kriterien dafür erfüllten.




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