Einzelhandel : Ende einer Institution

Eigenhändig angemischt und verpackt: Langjährige Kundinnen von Heike Jessen (l.) wie Christel Raschke bedauern die Schließung 'ihres' Teeladens.  Foto: Ruhnke
Eigenhändig angemischt und verpackt: Langjährige Kundinnen von Heike Jessen (l.) wie Christel Raschke bedauern die Schließung "ihres" Teeladens. Foto: Ruhnke

Nach 26 Jahren schließt am Donnerstag das Geschäft "Körner und Tee". Nachfolge offen.

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26. Februar 2013, 08:41 Uhr

Eckernförde | Im Dreiminutentakt öffnete sich gestern Nachmittag die Eingangstür zu dem kleinen Teeladen in der St. Nicolai-Straße. Doch wo sonst ausgelassen geplaudert wurde, herrschte eine bedrückende Stimmung. Es ist Ausverkauf. Am Donnerstag öffnet "Körner und Tee" zum letzten Mal. Die Arbeitsbelastung sei Inhaberin Heike Jessen schlicht "über den Kopf gewachsen". Währenddessen ist die Frage nach dem Nachfolger ungeklärt.

Noch einmal mischt und aromatisiert sie die Sorte "Ostseetraum." Es fällt Heike Jessen schwer über die Schließung zu reden. "Viele Kunden kommen seit ihrer Kindheit zu mir. Bei einigen flossen schon Tränen", erzählt die 55-Jährige sichtlich berührt. Vor 26 Jahren hatte sie das Geschäft mit ihrem Ehemann eröffnet. Es wurde zum Lebensmittelpunkt.

Seit vier Jahren aber schmeißt Heike Jessen den Laden alleine, mit sechs Mitarbeitern. "Es war ein innerliches Hin- und Her, aber es wurde mir einfach zu viel", erklärt die zweifache Mutter ihre Entscheidung. Schon im November fiel der Entschluss. Auch ihre Position im Wirtschaftskreis und der Straßengemeinschaft mache die 55-Jährige frei. Ihren vielen treuen Kunden dankt sie für das Vertrauen, die liebevollen Worte und persönlichen Gespräche.

Derweil ist die Frage nach einem Nachfolger wieder offen: Eigentlich wollte ein Kieler Teegeschäft den Laden übernehmen - und damit auch Heike Jessens Rezepturen. Im Moment herrsche allerdings Funkstille. "Wenn ich in dieser Woche nichts höre, kümmere ich mich um einen anderen Nachmieter." Ein Eckernförder Geschäft habe Interesse. Auch ihre eigene Zukunft sei noch ungewiss. "Erstmal mache ich zwei Wochen Urlaub. Dann fange ich an, darüber nachzudenken."

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