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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 15:07 Uhr

Wie geht’s weiter? : EMTV-Heim am Scheideweg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die EMTV-Vereinswirtin Edel Höneise hört auf. Jetzt müssen die Mitglieder am 16. November über die zukünftige Nutzung der Einrichtung entscheiden.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 06:15 Uhr

Eckernförde | Die langjährigen Kunden des EMTV-Heims können es noch gar nicht richtig glauben: Nach über 23 Jahren schließt Edelgard Höneise am 29. Februar 2016 ihre Gastronomie im EMTV-Heim. „Ich habe sehr gern gearbeitet“, sagt die 68-Jährige, „aber jetzt sollen mal Jüngere ran“. Zwölf-Stunden-Tage und die Umsetzung neuer Gesetze fordern ihren Tribut. „Jetzt möchte ich mehr Zeit für meine Familie haben.“

„Edel“, wie die Vereinswirtin von Vielen genannt wird, hat die Gastronomie 1992 übernommen. Vom Einkauf über die Herstellung des Blumenschmucks bis zur Betreuung der Gäste hat sie sich persönlich um alles gekümmert und das Vereinsheim zu einer angesagten gastronomischen Adresse gemacht. „Wir werden hauptsächlich für Familienfeiern gebucht“, sagt sie und zählt auf: Taufe, Konfirmation, Hochzeiten, Trauerfeiern und natürlich die Versammlungen des Vereins. 100 Gäste kann sie aufnehmen. Berühmt ist ihr Grünkohl nach dem Rezept ihrer Mutter: „Jetzt beginnt unsere beste Zeit. In den kommenden vier Monaten sind wir fast ausgebucht.“ In dem Vereinsheim steckt viel Herzblut. Nicht nur weil Edel Höneise und ihr Team mit den Sportlern zu einer großen Familie geworden sind, sondern weil das Gebäude 1982 und 1983 in Eigenregie entstanden ist. „Gerade die ältere Generation hängt an diesem Haus“, weiß sie.

Deshalb wird es umso interessanter zu erfahren, wie es weitergeht. Zwei Möglichkeiten zählt der Vorsitzende des mit 2250 Mitgliedern größten Eckernförder Vereins, Merten Radeleff, auf: Entweder wird das Gebäude entsprechend der neuen gesetzlichen Auflagen für gastronomische Betriebe umgebaut und erneut verpachtet, oder die Küche geht mit einer kleinen Kantine für den internen Gebrauch in Eigenregie über und die restlichen Räume werden von den Tanz- und Gymnastiksparten genutzt. „In beiden Fällen müssen wir Geld in die Hand nehmen“, sagt Radeleff und geht von einem mittleren fünfstelligen Betrag aus. Den wolle er allerdings durch Eigenleistung der Vereinsmitglieder so gering wie möglich halten. Einfach so kann die Gastronomie nicht weiterverpachtet werden. Neue gesetzliche Bestimmungen sehen vor, dass gewerblich genutzte Küchen bei einer Neueröffnung die aktuellsten Auflagen erfüllen müssen. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung von Sozialräumen, eine moderne Lüftungsanlage und und auch der Brandschutz.

Interessenten für eine Übernahme der Gastronomie gibt es, doch ob sie ins Spiel kommen, entscheidet nicht der Vorstand, sondern die Mitglieder. Für Montag, den 16. November, hat der Verein zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung um 19.30 Uhr im EMTV-Heim eingeladen. Dann wird der Arbeitskreis „Zukunft des Vereinsheims“ die Alternativen noch einmal vorstellen und die Mitglieder stimmen im Anschluss darüber ab. Auch geht es um die Entscheidung über eine Kreditaufnahme zur Umsetzung.

Edel Höneise wünscht sich, dass es weitergeht mit der Gastronomie im EMTV-Heim, allein schon um ihrer Angestellten willen. Insgesamt zwölf Minijobber und Teilzeitkräfte werden von ihr beschäftigt. Teilweise sind sie schon genauso lange dabei wie Edel selbst. Sie stünden einem Nachfolger zur Verfügung.

 

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