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Lauf ins Leben : Emotionaler Rekord-Lauf ins Leben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit 1184 Anmeldungen war die Resonanz bei der Hilfs-Veranstaltung der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft nie größer. 24 Stunden lang waren Läufer auf der Bahn und machten die Aktion zu einem großen Erfolg.

Es war ohne Frage der emotionale Höhepunkt des Tages. Im Hintergrund erklang sanft „Let it Be“ von den Beatles. Den Weg erhellten 550 Kerzen in liebevoll gestalteten Papiertüten. Jede einzelne ein Unikat. Botschaften wie „Wir vermissen dich, Mutti“ und „Wir werden immer bei dir sein“ waren dort zu lesen. Diejenigen, die noch nicht schreiben konnten, hatten ihre Gefühle in Bildern dargestellt. Doch auf welche Art und Weise man sich auch ausdrückte, die Botschaften blieben die gleichen: Wir sind bei euch! Wir lassen euch nicht allein! Und leider auch: Ihr fehlt uns! Die Kerzenzeremonie beim 9. Lauf ins Leben am vergangenen Sonnabend rührte viele zu Tränen.

Solidarität mit Krebskranken zu zeigen hieß das Motto des Laufs ins Leben. Teilnehmerzahl und Spendensumme brachen alle Rekorde: 1184 Anmeldungen und ein vorläufiger Erlös von 28 000 Euro verzeichnete der Veranstalter Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft (SHKG). Bürgermeister Jörg Sibbel eröffnete die Veranstaltung bei strahlendem Sonnenschein: „Wir wollen ein lebendiges Zeichen der Hoffnung setzen.“ Krebs sei besiegbar und ein Leben mit ihm sei möglich. Dennoch müsse die Krankheit noch mehr in den Fokus gestellt werden.

Professor Dr. Thomas Becker, Vorstandsmitglied der SHKG, zeigte sich beeindruckt von der Resonanz. Er versprach: „Im nächsten Jahr komme ich mit einer Mannschaft wieder.“

Um 13 Uhr hieß es dann: Bahn frei. Zu Nenas „Wunder geschehen“ liefen alle Teilnehmer eine Ehrenrunde, bevor die Einzelläufer starteten. Insgesamt gingen 45 Mannschaften an den Start. „Es ist völlig egal, wie schnell sich die Teilnehmer bewegen oder wie viele Runden sie laufen. Sie können rückwärts gehen, joggen, kriechen – Hauptsache, es ist 22 Stunden lang ein Mannschaftsmitglied unterwegs“, erklärte Katharina Papke, Geschäftsführerin der SHKG und Organisatorin.

Der Erlös der Veranstaltung kommt der Beratungsstelle der SHKG zu Gute. „Alle Einnahmen werden ausschließlich für der Region verwendet“, so Papke. Die Läufer begrüßen diese Entscheidung. So auch Karl-Heinz Brix vom SV Fleckeby, der selber aktiv in die Organisation eingebunden war. Mit über 50 Sportlern, darunter auch die Fahrraddamen „Die fröhlichen Speichen“, war er zum Sportzentrum Süd angereist. Insgesamt hatte er 216 Menschen zu einer Anmeldung bewogen. „Unser Zelt hat die Gemeinde gesponsert, morgen früh kommt unser Bäcker und bringt Brötchen vorbei“, erzählte Brix. Der Lauf ins Leben ist für die Fleckebyer eine Gemeindeaktion geworden, an der sie bereits zum achten Mal teilnehmen. „Beim ersten Mal bestand unsere Mannschaft aus nur vier Läufern und wir hatten 24 Stunden zu bewältigen. Das war hart, aber wir haben es geschafft.“

Ein paar Zelte weiter ging es ganz entspannt zu. Das Team Strandläufer ist erneut extra von Föhr angereist. Sabine Timm arbeitet in einer Rehaklinik auf der Insel und hörte von einer Kollegin von der Veranstaltung in Eckernförde. Kurzerhand mobilisierte sie eine Mannschaft und nahm in diesem Jahr bereits zum vierten Mal teil. Besonders viel Mühe hatten sich die 16 sympathischen Föhrer mit ihrer Zeltdekoration gegeben. „Wir haben unsere Insel nachgebaut“, sagt Timm und zeigt auf die liebevoll gestaltete 3-D-Landkarte. Ein echter Hingucker. „Wir planen schon im Winter, was wir im kommenden Jahr für den Lauf ins Leben machen.“

Unzählige weitere Mannschaften hatten ihre Zelte auf dem Rasen innerhalb der Laufbahn aufgeschlagen und machten den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Nicht nur für die Läufer selber, sondern vor allem für die Betroffenen, die Ehrengäste der Veranstaltung. Angelika Dopierala gehört zu ihnen. „Ich bin nur mit einem Rucksack angereist und jetzt schon vollgepackt mit so vielen schönen Dingen“, erzählt sie gerührt. Ein liebevoll mit Blumen bemaltes T-Shirt trug sie bereits, unter dem Arm klemmte ein Herzkissen, der Kaffeebecher stand auf dem Tisch im Ehrengastzelt. Angelika Dopierala weiß, wie es sich anfühlt, plötzlich mit der Diagnose Krebs leben zu müssen. „Man versucht ein gutes Gesicht abzugeben, damit sich die Familie keine Sorgen macht.“ Dabei wisse man selber oftmals nicht, wie man mit der Situation umgehen soll. Die Aufklärung in der Klinik fehlte ihr. „Hier jedoch trifft man andere Betroffene. Kann sich über viele Dinge austauschen. Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein ist. Eine wunderbare Veranstaltung.“

Diejenigen, die gerade nicht auf der Bahn unterwegs waren, hatten die Möglichkeit, an dem vielfältigen Rahmenprogramm teilzunehmen. Musik von verschiedenen Künstlern wie „Lions of Nebraska“ am Abend, Vorführungen der Country und Line Dance Gruppe Kiel, eine Demonstration des mittelalterlichen Schwertkampfes und viele weitere Programmpunkte füllten den Tag mit Spaß und Freude.

Nach Sonnenuntergang bildete die Kerzenzeremonie den Höhepunkt der Veranstaltung. Entlang der Laufstrecke wurden die über den Tag beschriebenen und bemalten Papierlampions aufgestellt. „Nadja und ihre Banditen“ aus Kiel bildeten den musikalischen Rahmen und zauberten eine bewegende Atmosphäre.

Die genaue Spendensumme des Laufs ins Leben wird innerhalb der kommenden Woche auf der Internetseite der Veranstaltung www.laufinsleben.de veröffentlicht.




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erstellt am 25.Aug.2013 | 18:49 Uhr

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