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Schulentwicklungsplanungsplanung : Eltern fordern mehr Qualität

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der „Runde Tisch Schulentwicklungsplanung“ möchte, dass nicht nur die Schülerzahlen über die Entwicklung der Lehranstalten entscheiden, sondern auch qualitative Ziele.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 06:39 Uhr

Der „Runde Tisch Schulentwicklungsplanung“ hatte bei seiner Gründung im Sommer noch die Gorch-Fock-Schule als zentrales Thema. Davon hatten sich die 20 Eltern und Elternvertreter, die sich am Montag zum dritten Mal trafen, mittlerweile entfernt. „Wir sind nicht hier, um den Umzug der Gorch-Fock-Schule zu verhindern, sondern um alle an einen Tisch zu bringen und über die Qualität unserer Schulen zu sprechen“, stellte Schülervater Dirk Nowottna klar. Die Schulen gegeneinander aufzuwiegen – so waren sich alle einig – führe zu nichts.

Stattdessen hatten drei Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse präsentiert, darunter auch die zur Schulentwicklungsplanung. Dieses Thema wird von den Eltern am meisten beachtet. Kritisiert wurde eine rein quantitative Schulentwicklung, die sich nur nach den Entwicklungen der Schülerzahlen mit daraus resultierenden Schulschließungen oder -verlagerungen richte, aber keine qualitative Dimension enthalte.

Auf die Frage, welche qualitativen Ziele sich die Stadt stellt und wie diese in die Planung der Schulentwicklung einfließt, hatte Bürgermeister Jörg Sibbel zuvor schriftlich geantwortet: Ziel einer kommunalen Schulentwicklungsplanung sei, für eine schulische Infrastruktur zu sorgen, die der erwarteten Nachfrage gerecht wird. Heißt: den erforderlichen Schulraum zur richtigen Zeit am richtigen Standort in pädagogisch sinnvollen Betriebsgrößen bereitzustellen. „Damit ist Schulentwicklungsplanung eine mittel- und langfristige Standort- und Betriebsgrößensicherungsplanung.“ Sie sei eher ein technisches Instrument zur Umsetzung vorgegebener Ziele denn ein selbst gestaltender Handlungsbereich kommunaler Politik, so Jörg Sibbel. Die innere konzeptionelle Entwicklung des Schulangebotes erfolge in den Schulen selbst.

Allerdings, fuhr der Bürgermeister in seiner schriftlichen Antwort fort, sei in der von der Ratsversammlung beschlossenen Schulentwicklungsplanung als Zielsetzung festgelegt worden, ein für die Stadt und das Umland möglichst vielfältiges Bildungsangebot mit hoher Qualität zu schaffen. „Dafür ist es notwendig, die knappen Finanzen der Stadt möglichst optimal einzusetzen.“

Eine richtige qualitative Schulentwicklung, so Stefan Schnaut, Sprecher des Runden Tisches, finde also nicht statt. Dabei wäre das möglich: Er habe sich nach Schulentwicklungsplanungen in anderen Städten umgesehen und mehrere mit durchaus qualitativen Zielen wie Erhaltung der Schulvielfalt oder kleinen Klassengrößen gefunden.

Zwei weitere Fragen hatte der Runde Tisch gestellt, die Jörg Sibbel wie die nach der Schulentwicklungsplanung nach eigener Auskunft „im Einvernehmen mit Bürgervorsteherin Karin Himstedt und den in der Ratsversammlung vertretenen politischen Gruppierungen“ schriftlich beantwortet hatte: zur Evaluation der Schulentwicklungsplanung und zur Inklusion.

Das Kritische: Sowohl Vertreter des SSW als auch der linke Ratsherr Rainer Beuthel sagten, dass die Antworten des Bürgermeister nicht in ihrem Einvernehmen gegeben wurden und sie sie teilweise auch nicht teilten. Jetzt hofft der Runde Tisch, dass sich auch die anderen Fraktionen melden und sich noch einmal zur Schulentwicklungsplanung aus ihrer Sicht äußern.

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