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Kampfschwimmer : Elitetruppe als eigenständige Einheit

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Kampfschwimmer bilden jetzt das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM). Damit werden sie 50 Jahre nach der Gründung der Einheit ein selbstständiges Bataillon. Kampfschwimmer gelten als die Elitesoldaten der Marine.

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erstellt am 02.Apr.2014 | 06:43 Uhr

Eckernförde | Sie werden weiterhin dort hingehen, wo es weh tut, und ihren gefährlichen Job hochprofessionell erledigen. Die für Flottillenadmiral Jean Martens, Kommandeur Einsatzflottille 1, auch international zur „absoluten militärischen Leistungselite“ zählenden Kampfschwimmer aus Eckernförde stehen bereit für die heikelsten militärischen Missionen im Zugriff der Nato. Ob als Fallschirmjäger beim Absprung hinter feindlichen Linien oder als Spezialisten der maritimen Aufklärungs- und Kampftechnik unter und auf dem Wasser nach dem Ausstieg durch das Torpedorohr eines U-Bootes: An ihren Aufgaben, Fähigkeiten und Einsatzszenarien hat sich kaum etwas verändert, an ihrer Einbindung in die Truppe schon: Seit gestern agieren die Kampfschwimmer unter dem Namen Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) als eigenständiges Bataillon. Bisher waren die Spezialisten der maritimen Kriegsführung neben den Minentauchern und Boarding-Soldaten dem Großverband Spezialisierte Einsatzkräfte der Marine (SEKM) unterstellt, ab sofort werden sie getrennt geführt. Durch die Führung des kleines Kampfschwimmer-Verbandes soll die Schlagkraft und Einsatzfähigkeit noch flexibler und effizienter werden, was speziell für kurzfristige internationale Einsätze im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und der wachsenden Anforderungen unumgänglich ist. „Die Rahmenbedingungen haben sich dadurch entscheidend verbessert“, sagte Flottillenadmiral Martens gestern bei der feierlichen Kommandoübergabe mit Ehrenformation und Marinemusikkorps vor geladenen Gäste auf dem Helikopter-Landeplatz des Marinestützpunkts, und die „Handlungsoptionen“ seien erweitert worden. Es werde zwar nicht viel über die Einsätze der Kampfschwimmer gesprochen, fest stehe aber, dass sie bei ihren Einsätzen in Afghanistan oder am Horn von Afrika physisch und psychisch so gefordert werden wie niemand sonst.

Die Ausbildung der Kampfschwimmer begann 1959 mit französischer Unterstützung, sagte der KSM-Kommandeur Fregattenkapitän Jörg Buddenbohm. 1963 kam der Kampfschwimmerzug nach Eckernförde in die Kaserne Carlshöhe, und gestern vor genau 50 Jahren wurde die Kampfschwimmerkompanie als selbstständige Einheit aufgestellt. 1974 wurde die Einheit in den Marinestützpunkt verlegt und die Zusammenarbeit mit den US Navy Seals etabliert, die bis heute hält. Ein Seal ist ständig in Eckernförde, ein Kampfschwimmer ständig in den USA. Nach diversen Strukturveränderungen mit Bildung verschiedener Einheiten und Zuständigkeiten sind die Kampfschwimmer nun erstmals ein selbstständiges Bataillon. Die Truppenfahne wurde anschließend von Pastor Bernd Krause und Militärpfarrer Peter Bellinghausen geweiht und gesegnet, bevor Flottillenadmiral Martens das Kommando an Fregattenkapitän Buddenbohm übergab.

Die Kampfschwimmerausbildung gilt als die härteste in der Bundeswehr. Nur 30 Prozent der Anwärter sind den Anforderungen gewachsen. Kampfschwimmer erhalten wegen der außergewöhnlichen Belastungen eine Zulage von 900 Euro im Monat sowie eine jährliche Einmalzahlung von 5000 Euro ab dem sechsten Dienstjahr.

 

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