Fussball-Verbandsliga : Elfmeter-Irrsinn am Ringweg

Der letzte Akt eines total verrückten Fußballspiels: Gettorfs Torwart Pascal Wenzkus parierte in der 94. Minute den zweiten unberechtigten Elfmeter gegen sein Team und wird von Felix Riemann (re.) gefeiert. Dänischenhagens Lars Mischak ist dagegen fassungslos.
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Der letzte Akt eines total verrückten Fußballspiels: Gettorfs Torwart Pascal Wenzkus parierte in der 94. Minute den zweiten unberechtigten Elfmeter gegen sein Team und wird von Felix Riemann (re.) gefeiert. Dänischenhagens Lars Mischak ist dagegen fassungslos.

In einem denkwürdigen Spiel mit drei Elfmetern und einem Platzverweis setzte sich der Gettorfer SC mit 4:3 (3:1) gegen den MTV Dänischenhagen durch und bekommt Aufwind im Abstiegskampf.

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18. November 2013, 06:00 Uhr

Dieses Derby war kein normales Spiel. Mit 4:3 (3:1) besiegte der Gettorfer SC im Aufsteigerduell den MTV Dänischenhagen und schöpft im Abstiegskampf wieder neuen Mut. Geprägt wurde die Partie jedoch von Schiedsrichter Michael Aust vom TSV Rabenkirchen-Faulück, der mit drei fragwürdigen Elfmetern und einer Gelb-Roten Karte alle Blicke auf sich lenkte, und sich in einem eigentlich nicht schwer zu leitenden Spiel unnötiger Weise in den Mittelpunkt stellte.

Der ein oder andere Spieler brauchte nach seltsamen 95 Minuten erst einmal eine Zigarette und ein Bier. Dabei lässt es sich halt gut analysieren. Und es gab wirklich vieles aufzuarbeiten. „So ein Spiel habe ich noch nie erlebt“, sagt Dänischenhagens Torjäger Stephan Wendt. Seine Mannschaft zeigte in der ersten Halbzeit eine schwache Leistung und lag völlig zurecht mit 0:3 zurück. Erst ein Standard brachte den MTV kurz vor der Pause mit dem 1:3 wieder ins Spiel. „Wir hatten noch weitere Chancen, um das Spiel bereits zur Halbzeit zu entscheiden“, ärgert sich GSC-Trainer Tim Rogge. Nach der Pause griff auch Schiedsrichter Aust nun erstmals ins Spiel ein und gab einen kaum nachvollziehbaren Elfmeter. Gettorfs Torwart Pascal Wenzkus stieg im Luftkampf mit Dänischenhagens Tino Hosmann hoch, bekam den Ball nicht unter Kontrolle, doch das Leder war eh wieder ins Toraus getrudelt. Plötzlich ertönte ein Pfiff und Aust gab Elfmeter. Wenzkus soll Hosmann im Fallen gefoult haben. Torben Wetzel verwandelte, und plötzlich war der MTV wieder auf Kurs. Der GSC zeigte sich fortan komplett verunsichert, fast verängstigt und nervös. „Das müssen wir aus unserem Spiel raus kriegen, immerhin haben wir zu diesem Zeitpunkt noch mit 3:2 geführt“, sagt Rogge. Doch das 3:3 ließ nicht lange auf sich warten, als Wendt nach 59 Minuten traf. Immerhin schafften es die Gastgeber in der Folge wieder Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Bis in die Schlussphase blieb das Spiel offen. Dann wurde es Zeit für den nächsten umstrittenen Pfiff. Nach einem Laufduell ging Tobias Gravert, gerade als er im MTV-Strafraum angekommen war, zu Boden. Aust zögerte etwas und entschied dann erneut auf Strafstoß. GSC-Kapitän Gravert trat an, doch Daniel Bluhm im MTV-Tor ahnte die Ecke, tauchte ab und lenkte den Ball zur Seite. Boy Bröckler schaltete blitzschnell und bugsierte den Abpraller doch noch ins MTV-Tor. Gettorf führte wieder und die Gäste mussten in Unterzahl weiterspielen, da Jan-Peter Krause die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Meckerns gezeigt bekam. Mit dem 4:3 schien Aust aber auch nicht zufrieden zu sein, anders ist sein dritter Elfmeterpfiff in der vierten Minute der Nachspielzeit nicht zu erklären. Irgendwo sah er nach einer Ecke ein Schubsen, wobei sich sogar die Dänischenhagener Bank fast schon peinlich berührt zeigte, so doch noch die Chance auf den Ausgleich geschenkt bekommen zu haben. Da es zu diesem Zeitpunkt schon lange kein normales Spiel mehr war, ging es auch kurios weiter. Der bereits mitstürmende MTV-Torwart Bluhm schnappte sich den Ball, um den Elfmeter auszuführen. Torwart gegen Torwart – in diesem Duell behielt Gettorfs Keeper Wenzkus die Oberhand, der den Strafstoß parierte und auch beim ebenfalls gefährlichen Nachschuss auf den Posten war. Zwar ließ Aust noch einmal 90 Sekunden weiterspielen, doch nach über 95 Minuten – und keiner weiteren Möglichkeit mehr einen Elfmeter zu geben – war diese unglaubliche Partie beendet.

„Die Jungs sind in der Kabine immer noch ganz aufgewühlt“, erklärte GSC-Co-Trainer Christian Schössler zehn Minuten nach Abpfiff kopfschüttelnd. Rogge sagt: „Ich bin in diesem Spiel um Jahre gealtert. Die beiden Elfmeter gegen uns waren eine Frechheit und auch der für uns zumindest sehr fragwürdig.“


Gettorfer SC: Wenzkus – Hansen, Zimmer, L. Gravert, Wolf – Arndt (84. Kling), Ratjens – L. Empen (89. E. Empen), T. Gravert, Bröckler – Riemann.
MTV Dänischenhagen: Bluhm – Lamprecht, Hosmann (83. Petersen), Witt, Voth – Werner, Krause – Wetzel (78. Philipsen), Wendt, Mischak – Krasniqi.
SR: Aust (TSV Rabenkirchen-F.). – Zusch.: 110.
Tore: 1:0 T. Gravert (10.), 2:0 Bröckler (20.), 3:0 Hosmann (33., ET), 3:1 Bröckler (39., ET), 3:2 Wetzel (48., FE), 3:3 Wendt (59.), 4:3 Bröckler (82.).
Gelb-Rote Karte: Krause (80., wdh. Meckern).
Bes. Vork.: Bluhm pariert Foulelfmeter von T. Gravert (82.), Wenzkus pariert Foulelfmeter von Bluhm (90.+4).

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