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Vereiste Strassen in Eckernförde : Eis bringt die Müllabfuhr ins Schlittern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In Eckernförde bleiben die Mülltonnen in einigen ungeräumten Straßen ungeleert. Die Fahrer der Müllfahrzeuge haben die „letzte Verantwortung“, sagt AWR-Chef Hohenschurz-Schmidt. Er verweist auf die „Mehrmengenregelung“.

Eckernförde | Die Klagen über schlecht oder gar nicht geräumte und gestreute Nebenstraßen und damit verbundene Probleme der Anwohner reißen nicht ab. Der laut Ratsbeschluss seit 2011 praktizierte differenzierte Winterdienst (siehe EZ v. 31. Januar) wird vor allem von Bürgern kritisiert, die in verkehrsberuhigten Bereichen wohnen, die nicht mehr geräumt werden. Neben der erhöhten Unfallgefahr für die Anwohner und Besucher durch vereiste und glatte Straßen sind die schmalen Wohn- und Spielstraßen bei entsprechender Witterung auch für die großen Müllfahrzeuge ein Problem: Die Fahrer entscheiden, ob sie in die Straße einfahren oder nicht. Fahren sie nicht, was zuletzt des öfteren vorkam, bleiben die Mülltonnen ungeleert an der Straße stehen. Sind die Straßenverhältnisse beim nächsten Abholtermin zwei Wochen später immer noch nicht besser, wird wieder nicht gefahren. So geschehen beispielsweise Am Eichberg, im Wiesenredder, im Brookhörn und am Eichkamp. Dort ist der Bio- und Restmüll das zweite Mal in Folge nicht abgefahren worden.

„Es ist ja alles nachvollziehbar, was uns die AWR dazu sagt, und wir haben auch Verständnis, aber was passiert eigentlich, wenn wir einen richtigen Winter bekommen?“, fragt Anwohnerin Sigrid Rehbehn, wenn schon der leichte Wintereinbruch dazu führt, dass der Müll seit vier Wochen stehen bleibt und die Müllberge auf oder vor den Grundstücken immer größer werden. Der von der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde gegebene Ratschlag, die Mülltonnen in solchen Fällen zur nächsten befahrbaren Straßen zu ziehen, würde bedeuten, die mehr oder weniger schweren Tonnen 300 Meter über buckliges und glattes Geläuf zum Domstag zu ziehen oder die volle Biotonne bergauf bis zur Straße Auf der Höhe zu wuchten. Ein schweres, für viele ältere Anwohner unmögliches Unterfangen. Um gar nicht erst in solche Situationen zu geraten und auch die Gefahr für die Anwohner zu minimieren, würde sich Sigrid Rehbehn wünschen, dass sich die Kommunalpolitik noch einmal mit dem differenzierten Winterdienst befasst. Es müsse doch beispielsweise durch den Einsatz kleinerer Räum- und Streufahrzeuge möglich sein, auch in die verkehrsberuhigten Bereiche vorzudringen.

Nach Angaben von Anwohnern kommt es auch in stärker befahrenen Straßen wie der Westerrade zu Problemen durch eine festgefahrene und vereiste Schneedecke. Die Westerrade ist eine der Zubringerstraßen für Schüler zum Schulzentrum Süd in der Sauerstraße.

AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt (Foto) kennt das Problem der winterlichen Müllabfuhr. Er bestätigt, dass die Fahrer der Entsorgungsfahrzeuge der Firma Remondis (im Auftrag der AWR) „die letzte Verantwortung“ für das Befahren der Straßen haben. „Sie wägen ihre Entscheidung in 99 Prozent der Fälle sorgfältig ab“, so Hohenschurz-Schmidt. Die Anwohner nicht geräumter Nebenstraßen hätten jederzeit die Möglichkeit, ihre Mülltonnen zu der nächsten geräumten Straßen zu bringen. Zudem gebe es bei der AWR die „Mehrmengenregelung“: Wird der Müll nicht abgeholt, kann beim nächsten Mal die gleiche gemeldete Menge in Tüten oder Säcken daneben gestellt werden – und so weiter, bis der Müll dann eines Tages abgeholt wird. Da es im Winter kalt sei, drohten auch keine Plagen mit Ungeziefer. Er bestätigte, dass es in Eckernförde „ein bis zwei Straßen“ gebe, in denen zwei Mal nacheinander kein Müll abgeholt worden ist. Sollte die Abholung ein drittes Mal ausfallen, biete die AWR „Notabfuhren“ und „Ersatztouren“ an.

Über den differenzierten Winterdienst, wie er unter anderem in Eckernförde zum Tragen kommt , wollte Ralph Hohenschurz-Schmidt keine Wertung abgeben. „Die Stadt wird ihre Gründe dafür haben.“

Für den Rettungsdienst sind die vereisten Nebenstraßen bislang kein Problem.

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erstellt am 06.Feb.2015 | 06:48 Uhr

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