zur Navigation springen

Abriss und Neubau : Einwohnerfragestunde: Abriss- und Neubautätigkeit des GWU in der Kritik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Einwohnerfragestunde des Bauausschusses übten mehrere Bürger heftige Kritik am Abriss alter Bausubstanz und kastenförmigen Neubauten durch das GWU. Die Bürger forderten mehr Transparenz und ein Einwirken von Politik und Verwaltung.

Die Neubauaktivitäten des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens (GWU) standen am Montagabend im Zentrum der Einwohnerfragestunde des Bauausschusses. Die Einwohner, die sich zu Wort meldeten, sehen diese unisono kritisch.

Den Anfang machte Wolfram Splittgerber, der die Frage aufwarf, welches Bauvorhaben das GWU in der Schleswiger Straße plane und ob man als Bürger die Planungen im Bauamt einsehen könne (siehe auch EZ v. 22. Oktober). Bauamtsleiter Roy Köppen sagte, ihm seien die Neubaupläne des GWU nicht bekannt. Das GWU habe jedoch deutlich gemacht, dass es keine Möglichkeiten gesehen habe, das Mehrfamilienhaus zu erhalten. Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stehe und sich im Privateigentum befinde, sei der Abbruch nicht genehmigungs-, sondern nur anzeigepflichtig. Überdies dürfe das Bauamt Planungen privater Bauherrn Bürgern gegenüber nicht offenlegen. Es sei denn, diese lägen eine Vollmacht des Bauherrn vor. Bauten von stadtbildprägender Bedeutung würden im nicht-öffentlichen Teil des Bauausschusses beraten und dort zur Annahme empfohlen oder abgelehnt. Das sei auch im Fall des von Splittgerber eingangs kritisierten GWU-Gebäude in der Rendsburger Straße 62 so geschehen.

Ferner wollte Splittgerber wissen, ob man Neubauvorhaben des GWU nicht generell mit einer Veränderungssperre belegen könnte, um wie im Falle des Kaiserhofs unliebsame Planungen zu verhindern. Das ging dem Ausschussvorsitzenden Micha Bund (Bürger-Forum) dann doch zu weit. „Das hat einen Touch von Generalverdacht.“ Bauamtsleiter Köppen wies darauf hin, dass eine Veränderungssperre nur dann ausgesprochen werden dürfe, wenn ein Bebauungsplan zugrunde liegt, und das sei nicht überall gegeben. Allerdings könne das Bauamt im begründeten Einzelfall auch eine einjährige Zurückstellung eines Baugesuchs verfügen.

Der frühere CDU-Ratsherr und amtierender Vorsitzende des Altstadtvereins, Günter Haß, fand es „unerträglich, so gute Bausubstanz wie in der Schleswiger Straße zu beseitigen“ und durch wie zuletzt in der Rendsburger Straße kastenförmige Neubauten zu ersetzen. „Die Bürger und der Altstadtverein machen sich Sorgen“, sagte Haß, „so darf Eckernförde in Zukunft nicht aussehen.“ Er forderte, dass das GWU als bedeutender und mit der Stadt verflochtener Bauherr seine Planungen öffentlich vorstellen müsse.

Bauamtsleiter Köppen konnte die aufgeworfenen Fragen „gut verstehen“ und kündigte an, darüber mit GWU-Geschäftsführer Stephan Seliger sprechen zu wollen. Auch Bauausschussvorsitzender Bund wünscht sich „eine andere Transparenz“. Gleichwohl, so Köppen auf Nachfrage von Jürgen Neumann (SPD) zu den Möglichkeiten der öffentlichen Beratung von GWU-Bauprojekten, handle es sich um private Bauvorhaben, die nur dann in öffentlicher Sitzung besprochen werden dürften, wenn der Bauherr dies zulässt.

Auch Uschi Peters, Uwe Burscheid und Gerhard Köster forderten mehr Transparenz sowie ein Einwirken auf die Baugestaltung des GWU.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 23.Okt.2013 | 06:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen