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Kampfabstimmung : Einstieg ins neue ökologische Pflegekonzept im Bürgerpark

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Umweltausschuss hat sich mit 7:4 Stimmen für ein ökologisch ausgerichtetes Pfllanz- und Pflegekonzept für den Bürgerpark ausgesprochen. Die CDU war dagegen. Sie hätte dort lieber eine Bepflanzung ähnlich wie im Kurpark gesehen.

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erstellt am 04.Sep.2014 | 06:54 Uhr

Wieder einmal der Bürgerpark. Nach den heftigen Turbulenzen um den Kauf des Parks durch den Ratsherrn Dr. Reinhard Jentzsch, der anschließenden Rückgabe (und dem Rücktritt) und dem finalen Ankauf des Parks durch die Stadt scheiden sich die Geister nun am Bepflanzungskonzept. Im Umweltausschuss am Dienstagabend setzten sich die Befürworter des neuen, ökologisch ausgerichteten Konzepts mit 7:4 Stimmen gegen die Verfechter eines wie bisher bepflanzten und gepflegten Parks durch. Die Koalition aus SPD, SSW und Grünen überstimmte die CDU, deren Änderungsantrag nicht mehrheitsfähig war. Ausschussvorsitzender Edgar Meyn (Die Grünen) unterband nach zäher Debatte die Aussprache ziemlich brüsk und genervt von der CDU-Argumentationslinie und forderte zur Abstimmung auf.

45 000 Euro will die Stadt in die Aufwertung des Bürgerpark stecken. Neben Bänken, Lampen und neuer Wegeführung soll auch in die Flora investiert werden. Genau darauf bauen SPD, SSW und Grüne und haben per Antrag eine ökologische Aufwertung des Bürgerparks durch ein entsprechendes Bepflanzungskonzepts gefordert. Sie wollen dort erstmals das von Rüdiger Ziegler erarbeitete und auch politisch beschlossene neue Pflegekonzept für die städtischen Anlagen umsetzen. Demach sollen außerhalb des repräsentativen Grüns wie Kurpark oder Lornsenplatz verstärkt standorttypische Pflanzen zum Einsatz kommen, die Mähtermine den ökologischen Gegebenheiten angepasst und verschoben und die Pflegeintensität gesenkt werden, um die Stadtgärtnerei zu entlasten. „Es muss zu Veränderungen kommen“, sagte der Ausschussvorsitzende Meyn. Die Stadtgärtnerei sei personell und finanziell nicht mehr in der Lage, dieses Pensum zu schaffen. Der Bürgerpark sei die erste Baustelle und der Einstieg ins neue Pflegekonzept. Die Politik dürfe jetzt nicht zögern.

Auch die CDU hat nichts gegen Biodiversität. Nur möchte sie vermeiden, dass die Blütenpracht und der ausgezeichnete Ruf Eckernfördes als grünen Stadt am Meer leidet. Die CDU hat einen Niveauverlust bei der Pflege festgestellt und sieht Eckernfördes Alleinstellungsmerkmal als gefährdet an, wenn weniger Wert auf Blütenpracht und Pflege gelegt wird. „Wir müssen feststellen, dass der Zustand in diesem Sommer und auch im letzten Jahr nicht mehr das Niveau vergangener Jahre erreicht“, stellte die CDU-Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt fest. Die Stadtgärtnerei solle daher die „prominenten Flächen in gewohnt intensiver Weise anlegen und pflegen“. Den Bürgerpark sieht sie in der Riege der „prominenten Flächen“, die wie in all den Jahren zuvor einer Intensivpflege bedürfen, weil die Bürger dies auch so wollten. Um ihren Antrag doch noch durchzubringen ruderte die CDU angesichts der ablehenden Haltung des Vorsitzenden und der Ausschussmehrheit zwar etwas zurück und strich letztlich den Bürgerpark von der Intensivpflegeliste, doch die Vorbehalte blieben – trotz Sitzungsunterbrechung.

Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler hatte zuvor sein neues Pflege- und Gestaltungskonzept für den Bürgerpark vorgestellt. In dem Park, in dem „einige zehntausend Krokusse“ blühen, habe sich eine „erhaltenswerte Wiesen- und Waldsaumgesellschaft“ entwickelt. Um die Entwicklung der Artenvielfalt zu fördern, schlägt Ziegler eine Verschiebung des ersten Mähens von Ende Mai auf Mitte bis Ende Juni vor. Ein Insektenhotel und ein Totholzstoß sollen die natürlichen Kreisläufe fördern. Auf Info-Tafeln sollen die Maßnahmen den Bürgern erklärt werden.

Während Martin Klimach-Dreger (SPD) dieses Konzept lobte, kam Kritik von der CDU. Georg Bicker kritisierte die angestrebte ungebremste Ausbreitung des Hahnenfusses als „schlimmstes Unkraut“ aufs Schärfte, und Ralph Krüger ein, dass er ein solches eher ungepflegt wirkende Ambiente überhaupt nicht mag und dort lieber Blumen und Rhododendren sehen würde.

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