Premiere : Einfühlsame Klänge und tragende Texte

Sorgten für einen harmonischen Abend voller Musik: Monika Wesnigk (v.l.), Inga Reese, Tjorben Reese, Kerstin Graw, Pastor i.R. Jürgen Stümke und Ursula Bookmeyer.
Sorgten für einen harmonischen Abend voller Musik: Monika Wesnigk (v.l.), Inga Reese, Tjorben Reese, Kerstin Graw, Pastor i.R. Jürgen Stümke und Ursula Bookmeyer.

Flauti Eckernförde präsentiert Premiere des neuen Programms mit Siddharta und Fairy Queen in der Koseler Kirche.

shz.de von
24. Mai 2016, 06:30 Uhr

Kosel | Christiane Zimmermann-Stock hatte für das Frühjahrskonzert in der Koseler Kirche etwas Besonders in ihrem Grußwort angekündigt und sie hatte nicht zu viel versprochen. Das Flöten-Ensemble „Flauti Eckernförde“ war zu Gast in St.-Laurentius-Kirche und hatte eine Uraufführung mitgebracht.

Zum ersten Mal präsentierten die Flötistinnen zunächst die Zwischenmusik zu Henry Purcells Oper „Fairy Queen“. Im zweiten Teil widmeten sie sich der Oper „Siddharta“. Die Rahmenbedingungen für einen wunderbaren Musikabend hatte Christiane Zimmermann-Stock gezaubert. In der festlich erleuchteten Kirche standen auf einem mit Flieder geschmückten Tisch bereits der Wein und Saft für die Pause bereit. Nach einer kurzen Begrüßung ging es dann nur noch um Flötenmusik und Flauti Eckernförde machte den Abend zu einem Fest der Klänge. Die Musikerinnen, Kerstin Graw, Inga Reese, Monika Wesnigk und Ursula Bookmeyer wurden an diesem Abend durch das musikalische Allround-Talent Tjorben Reese als Mann für alle Fälle unterstützt. Die Texte zu den Musikstücken las mit sonorer Stimme Pastor i.R. Jürgen Stümke. Die Flötentöne, die in ihrer Vielfalt so wunderbar erhaben in eine Kirche passen, schafften an diesem Abend aber noch viel mehr. Wer hat schon einmal Stille, Tanzschritte auf Waldboden, Träume im Land des Schlafes oder Feen und Elfen singen hören? In St.-Laurentius wurde all das möglich. Die Musikerinnen malten Bilder aus dem Feenland, gaben tonreich Märchengestalten und Fabelwesen Gesichter und Gesten und ließen mit begeisternder Leichtigkeit musikalisch lebendig werden, was sonst der wortreichen Beschreibung bedarf. Töne in beeindruckender Reinheit und Klangbreite weckten den Irrgarten der Gefühle, den Shakespeare in seinem „Sommernachtstraum“ so schillernd beschreibt und die gebannten Zuhörer konnten die berüchtigten Zaubertropfen, die Oberon und sein Gefolge in tiefe Träume versetzt gleichsam in den Ohren schmecken.

Ganz anders, aber nicht weniger zauberhaft wurde Hesses Dichtung „Siddharta“ musikalisch interpretiert. Das Flötenkonzert – so wunderbar durch die Texte in Worten ergänzt – war das besondere Ereignis, auf das sich so viele gefreut hatten. Kirche war voll besetzt, der Abend ein musikalisches Erlebnis, das auch Musikkenner beeindruckte. In der Pause gab es Gespräche, in denen die Gäste ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen. „Ein ganz und gar wunderbares Konzert“, befand auch Heinz Zimmermann-Stock in der Pause. Damit hatte er das Flötenkonzert auf den wesentlichen Punkt gebracht. Bleibt zu hoffen, dass dieses Programm in vielen Kirchen der Region zu hören sein wird.

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