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Konzert : Einfach schön: Dänische Klasse, dänischer Charme

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bibiane Bøje begeistert im Medborgerhuset

Das waren drei tolle dänische Musiker, die da am Freitag im Medborgerhuset auftraten: Bibiane Bøje (Gesang), unterstützt von Pojken Flensborg am Klavier und Torben Bjørnskov am Bass, bot dem vollen Saal einen wunderbaren Herbstabend. Das Jazz-Trio spielte sich durch Jazz-Standards, Gospel und sogar heimlich etwas Pop, Bøje beeindruckte mit eigenen Stücken und brillierte mit der Bandbreite ihrer professionellen Stimme – mal charmant auf dänisch, mal auf englisch.

Die sympathische Sängerin, die als Dozentin an „Det Jyske Musikkonservatorium“ in Aarhus tätig ist, Gesangsworkshops im In- und Ausland gibt (England, Island, Frankreich, Holland, Baltikum, USA, Singapur, Grönland) und bereits Songs für Disney-Filme eingespielt hat, ist natürlich und publikumsnah. Schon räumlich sind Konzerte im Medborgerhuset etwas Besonderes: Ohne Bühne stehen die Musiker direkt vor ihrem Publikum. Die positiven Schwingungen unter den Dreien machten Spaß – und steckten an. So stibitzt sich der Bassist nach Ende eines Stücks noch einen Akkord – und lacht sich schlapp. Das Eckernförder Publikum ließ sich sogar, schon vor der Pause, zum Mitsingen animieren. Stücke wie „Darn that Dream“, das Billy Holiday, Miles Davis, Ahmad Jamal oder auch Chet Baker aufgenommen haben, sickern herrlich melancholisch durch den herbstlichen Nebel, schnell erspielen sich auch Bass und Piano die Begeisterung der Zuhörer. Es ist aber auch immer wieder verflixt: Kaum wird ein Kontrabass gezupft, da bauen sich Wolken auf, die warm und weich tragen; tief sinkt man ein, nie stürzt man ab, fast körperlich spürt man die Wirkung des Instruments. Und wo der Bass tiefe, weiche Wolken erzeugt, da kommen vom Piano Klänge wie Tau auf Blüten. Oder wie die feinen Schweißperlen auf Bøjes Stirn. Die wiederum schnipst das Trio hinein in den Fireplace Song, schafft eine Menge neuer Bilder – dunkel, intensiv und warm. Stings „One and only love“ setzt das dann fort: Eine starke Stimme, der traumhafte Bass bekommen Applaus zu Zeilen wie „The shadows fall/And spread their mystic charms/In the hush of night/While you're in my arms/I feel your lips so warm and tender/My one and only love“. Im wunderschön melancholischen Song „You don’t know what love is“, den (neben vielen anderen) Cassandra Wilson herrlich verbeult gecovert hat, entsteht eine wunderbarer Schlackergroove, zu dem sich irgendwas – Fuß oder Hand oder beides unweigerlich zu bewegen beginnen. Das Piano tänzelt, Bebiane Bøjes perfekte Stimme scheint sich voller Verzweiflung aufzubäumen, bis am Ende alles verebbt. „Ich find`s toll“, sagte Monika Wildemann aus Fleckeby. „Tolle Stimme, schöne Musik und nicht so anonym. Man ist hier mittendrin.“ Ihre Bekannte Lisa Börm aus Fleckeby lacht: „Ja, das ist Musik von Hack to Nack! So sagen wir das auf Platt.“ Und wie sagt man auf Dänisch? Deiligt. Schön!


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erstellt am 17.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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