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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 19:50 Uhr

Spurensuche : Einfach genial: 25 Jahre Eimersee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wie aus einem verstopften Abfluss ein Naturidyll wird: Filmemacher Sven Bohde erzählt die Entstehungsgeschichte des Eimersees.

von
erstellt am 22.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Ideen muss man haben, und die dann auch noch mit einem Minimum an Aufwand und einem Maximum an Ertrag umsetzen. Vor 25 Jahren hatte Michael Packschies so eine Eingebung. Der neu bestellte Naturschutzbeauftragte der Stadt hat die städtischen Naturräume mit den Augen eines Diplom-Geografen „vermessen“, und als ihm die Senke mit dem Betonschacht auf einer ansonsten schmucklosen Weidefläche am nordöstlichen Stadtrand ins Auge fiel, setze das bei dem findigen Verwaltungsangestellten gewisse Assoziationsprozesse in Gang. Nachdem er beim damaligen Bürgermeister Klaus Buß und der Ratsversammlung Überzeugungsarbeit geleistet hatte, schnappte sich Packschies einen schlichten schwarzen Maurereimer, kletterte in den Betonschacht und verstopfte den Abfluss – die Geburtsstunde des Eimersees, wie das Gewässers kurzerhand getauft wurde.

Es war einer dieser besonderen ökologischen Lichtblicke in der Stadtgeschichte und zudem einer, der für weltweites Interesse sorgte. Vor allem in Asien. Packschies wurde zur Weltklimakonferenz nach Kyoto eingeladen, um sein Projekt vorzustellen, japanische und südkoreanische Besuchergruppen kamen extra deshalb angereist - der Eimersee ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal, sondern auch eine landschaftsplanerische und ökologische Attraktion.

Das weiß auch Sven Bohde. Der Journalist und Filmemacher, der die Eckernförder Verhältnisse spätestens seit seiner Green-Screen-Mitarbeit aus der Anfangszeit des Naturfilmfestivals gut kennt, ist gerade dabei, im Auftrag der Stadt einen zehnminütigen Film über den Eimersee zu drehen, der bei Vorträgen und Präsentationen gute Dienste leisten soll. Freitag war Drehtag Nummer 1, Samstag geht’s weiter, und am Montag kommt ein Drohnen-Team aus Hamburg, um die Naturoase mit bewegten Luftbildern eindrucksvoll in Szene zu setzen. Kameramann Tim Butenschön und Tonmann Daniel Wehrend waren gestern mit dabei und haben vor allem im Morgen- und Abendlicht den Eimersee, seine Umgebung sowie die Tier- und Pflanzenwelt eingefangen. Und mittendrin der Mann, der den See erschaffen hat: Michael Packschies. Er stand Sven Bohde gestern Rede und Antwort, schilderte bei einem Rundgang um den See die Entstehungsgeschichte und die eindrucksvolle Entwicklung des bis zum 1,50 Meter tiefen und auf eine Fläche von 1,5 Hektar angestauten kleinen Sees mit seiner noch einmal so großen umgebenden Sumpflandschaft. „Der Eimersee ist gleich auf das Niveau vollgelaufen“, sagt Packschies. Nördlich der Feldwegsiedlung hat sich eine vielfältige Flora und Fauna entwickelt. Neben einer artenreichen Pflanzenwelt sind dort auch Eisvögel, Graureiher, jede Menge Enten und Gänse, Fische, Zwergtaucher und Sumpfschrecken – eine Heuschreckenart – zu beobachten.

Was einmal so exzellent funktioniert hat, weckt Bedürfnisse auch an anderer Stelle: Michael Packschies hat eine tiefe und großflächige Senke hinter Hemmelmark-Schmiede auf dem Gelände des Gutes Hemmelmark ausgemacht, dass sich ebenso hervorragend für die Anlage eines Eimersees eignen würde. Das ist vorerst allerdings nur eine Wunschvorstellung.

Filmemacher Sven Bohde und seinem Team macht die Auftragsarbeit der Stadt Eckernförde jedenfalls sichtlich Spaß. Die Premiere des Films ist bereits exakt geplant: am 6. Dezember 2015 zum 25-jährigen Eimersee-Jubiläum in Eckernförde. Vermutlich wird er in nächster Zeit auch im Kurzfilm-Programm des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen in Eckernförde zu sehen sein.

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